Für den Markdorfer Kioskbetreiber Rolf Breu ist das gefühlt wie ein Schlag in die Magengrube: Am Montag hat ihn ein Kunde kurz nach 7 Uhr darauf aufmerksam gemacht, dass unbekannte Sprayer die Fassade verunstaltet haben.

Die Schmierereien auf der Südseite des Kiosks.
Die Schmierereien auf der Südseite des Kiosks. | Bild: Breu, Rolf

Breu mochte das erst gar nicht glauben. „Als ich Montagfrüh um 5 Uhr angefangen habe, war‘s ja noch dunkel und von Graffiti nichts zu sehen.“ Das könne nur in der Nacht von Sonntag auf Montag passiert sein. „Als ich am Sonntag um 14.15 Uhr nach einem Kontrollgang den Kiosk verlassen habe, war alles in Ordnung. Und am Nachmittag werden die Sprayer nicht aktiv gewesen sein, sie hätten ja gesehen werden können.“

Schriftzug auf der Ostseite – heißt „neue Graffiti um die Ecke“. Allerdings sollte es nicht „arond“ sondern „around“ heißen. Ist wohl der künstlerischen Freiheit geschuldet.
Schriftzug auf der Ostseite – heißt „neue Graffiti um die Ecke“. Allerdings sollte es nicht „arond“ sondern „around“ heißen. Ist wohl der künstlerischen Freiheit geschuldet. | Bild: Breu, Rolf

Der Kioskbetreiber hat gleich am Vormittag den Markdorfer Polizeiposten verständigt und am Nachmittag Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen unbekannt erstattet.

Schriftzug auf der Westseite sowie ein Teil der Schmierereien auf der Südseite des Kiosks.
Schriftzug auf der Westseite sowie ein Teil der Schmierereien auf der Südseite des Kiosks. | Bild: Breu, Rolf

Als ein ortsansässiger Handwerker vorbeigekommen ist, hat Breu diesen gleich um eine Einschätzung gebeten. „Rund 3500 Euro Schaden oder mehr, hat der Handwerker gesagt.“

Video: Ganter, Toni

Reinigen? Das funktioniert nicht

„Das Reinigen mit herkömmlichen Mitteln funktioniert nicht, damit können die verwendeten Lacke nicht entfernt werden. Es braucht eine spezielle Grundierung, um die Schmierereien möglichst gut abzudecken. Die Fassade muss dann auf rund 50 bis 60 Quadratmetern neu gestrichen werden. Ein Anstrich wird nicht reichen“, berichtet der Kioskbetreiber.

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Breu ärgert sich vor allem, weil die Fassade erst im März renoviert worden ist. „Das waren für zwei Mann zehn Arbeitstage... Also für mich ist das keine Kunst, das sind auch keine Graffiti, sondern schlicht und ergreifend Schmierereien.“

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Der Kioskbetreiber stöhnt: „Da stecke ich immer wieder Geld rein, damit‘s ansprechend und schön aussieht. Und dann so ‚was. Das ist doch kein Kavaliersdelikt. Wenn jemand aus dem Zug aussteigt und das sieht, wird‘s heißen, hier sieht‘s ja assig aus.“ Breu hofft auf Hinweise. Er spielt auch mit dem Gedanken, eine Belohnung zu zahlen.

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