Im Juli 2020 gab es eine gut besuchte Veranstaltung mit Bürgern, die zahlreiche Ideen zur Gestaltung einbrachten, informierte Ortsvorsteher Bernd Brielmayer. Eine kleine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern von Musikverein, Feuerwehr und Stadtverwaltung habe die Ideen ausgearbeitet und sie Planer Helmut Hornstein übergeben, der die fertigen Pläne nun der Öffentlichkeit vorstellte.

So soll der von diversen Bäumen und Bepflanzungen eingesäumte Dorf- und Festplatz Leimbach im Herbst 2022 nach vollständiger Fertigstellung aussehen. Das Gelände ist dann dank Schotterwiese und mobilen Elementen unterschiedlich nutzbar.
So soll der von diversen Bäumen und Bepflanzungen eingesäumte Dorf- und Festplatz Leimbach im Herbst 2022 nach vollständiger Fertigstellung aussehen. Das Gelände ist dann dank Schotterwiese und mobilen Elementen unterschiedlich nutzbar. | Bild: Christiane Keutner

Der „überarbeitungswürdige Dorfplatz“ sei von großer Bedeutung für Leimbach – nicht nur wegen seiner zentralen Lage und wegen des traditionellen Pfingstmusikfestes des Musikvereins Riedheim. Die Musiker hatten sich ein auf den Platz ausgerichtetes Organisationsschema erarbeitet. „Das war wichtig, um die Gestaltung darauf abzustimmen“, so Hornstein, der das „sehr konstruktive Gespräch“ mit Musikverein und Feuerwehr als äußerst hilfreich bezeichnete. Der Musikverein hab geschaut, wo er mit dem Zelt flexibler sein könnte, sagte der Planer. Es soll nach Osten gerückt werden, im Süden will man mehr Aufenthaltsqualität schaffen.

Wünsche großteils erfüllbar

  • Das Fest beanspruche einen relativ großen Teil des Platzes mit temporären Parkplätzen. Somit ist der Spielraum für die Gestaltung eingeschränkt. Dennoch könne man mit mobilen und bodenbündigen, abdeck- und überfahrbaren Gestaltungselementen einen Großteil der Wünsche erfüllen. Statt Kies- oder Schotterfläche soll eine Festwiese mit einem bestimmten Befestigungsgrad in Richtung Schotterrasen entstehen, im Süden ein kleiner Platz, möglicherweise mit Wasser, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
  • Die mit einem „schönen Pflasterbelag“ möglicherweise zu verbessernde Wegeverbindung zwischen den südlich der B 33 gelegenen Wohngebieten und der Mehrzweckhalle, Grundschule und Kindertagesstätte zu der an der B 33/Leimbacher Straße gelegenen Bushaltestelle soll erhalten bleiben. Entlang dieses Weges sollen unter Bäumen Bänke platziert werden.
Blick in südliche Richtung auf den Festplatz in Markdorf-Leimbach im Juli 2020. Das Areal wird noch eine ganze Weile als Parkplatz genutzt.
Blick in südliche Richtung auf den Festplatz in Markdorf-Leimbach im Juli 2020. Das Areal wird noch eine ganze Weile als Parkplatz genutzt. | Bild: Toni Ganter
  • Im Süden soll am Ende des Weges eine Pergola als Abschluss des Platzes entstehen – im oberen Bereich ebenfalls; eine schlichte Konstruktion aus Stahlprofilen mit Spannseilen, die mit Wein oder anderen Pflanzen überwachsen soll. Auch ein kleines, mobiles Podium ist geplant – ein Platz auf dem Platz – für einen Feierabendhock oder eine kleine Musikveranstaltung. Auch eine bodenbündige Fontänenanlage als Wasserspiel wäre möglich, alles abgetrennt mit mobilen Pflanzelementen.
  • Möglichst viele Elemente sollten auf Wunsch der Vereine mobil sein, damit sie für das Pfingstmusikfest vorübergehend weggestellt werden können. Realisiert werden können so Bolzplatztore mit Ballfangzaun, Hochbeete, ein kleiner BMX-Rad-Parcours, ein Basketballkorb. Eine Boulebahn ist auf der anderen Seite vorgesehen.
  • Der Baumbestand soll so weit wie möglich respektiert werden, der Westseite soll mit einer schlanken Grünstruktur ein Rand gegeben werden, sodass der Platz als solcher gekennzeichnet ist und optisch nicht in den benachbarten Hausgärten verläuft. Da dort sehr wenig Platz zur Verfügung steht, ist an eine Baumreihe mit schlanken Säulenhainbuchen geplant – jedoch nur in Absprache mit den Anliegern. „Die Planung bietet eine schöne, enorm hohe Aufenthaltsqualität“, kommentierte Bernd Brielmayer und beantwortete Zuschauerfragen: Zukünftig könne man auf dem Platz nur noch bei bestimmten Veranstaltungen parken, verwies er auf bald wieder frei werdende Parkmöglichkeiten bei der Mehrzweckhalle.

Kein Lärmschutz zur B 33

Die zwei Apfelbäume im Süden bleiben erhalten, die jetzt genutzte Durchfahrt werde wieder geschlossen, auf eine Minderung des Lärms von der B 33 habe man keinen Einfluss, ein zusätzlicher Lärmschutz sei nicht geplant. Stadtbaumeister Michael Schlegel verwies auf das Feuerwehrgebäude und das Rathaus, die einen Großteil des Lärms abhielten.

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Ortschaftsrat Tobias Kreidler, CDU, erkundigte sich nach den zeitlichen Abläufen und regte an, mit den Anwohnern Kontakt aufzunehmen, weil es bei der Nutzung der Spielgeräte eventuell etwas lauter werden könnte. Brielmayer verwies auf den Wunsch der Bürger nach Spielgeräten. Ein Hinweisschild für eine zeitlich eingegrenzte Nutzung wurde zugesichert. „Ich empfinde Kinder nicht als Lärmbelästigung; das Befahren des Schotters ist viel schlimmer“, meinte eine Zuhörerin und verwies auf von auswärts anfahrende und dort parkende Mountainbiker. Der Wunsch nach einem kleinen, mobilen Sandkasten für die Kleinen könne sicher entsprochen werden, wurde einer anderen Zuhörerin erklärt.

Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein stellt im Juli 2020 ein grobes Grundkonzept zur Neugestaltung des Leimbacher Dorf- und Festplatzes vor. Dies als Basis für Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung.
Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein stellt im Juli 2020 ein grobes Grundkonzept zur Neugestaltung des Leimbacher Dorf- und Festplatzes vor. Dies als Basis für Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung. | Bild: Toni Ganter

Der Vorschlag eines Zuschauers, das Zelt fürs Pfingstmusikfest 2022 nach der jetzigen Planung auszurichten, das Baufeld herzurichten, einen Baum zu fällen und die Entwässerung vorzuziehen, wurde für gutgeheißen. „Das wäre wie ein Testlauf“, so Hornstein. Der Ortschaftsrat stimmte der Neugestaltung des Dorfplatzes einstimmig zu, verbunden mit der Bitte um das Bereitstellen der Gelder durch den Gemeinderat und Beauftragung des Landschafts- und Stadtplanungsbüros Hornstein.

Paul Gehweiler (links) betrachtet im Juli 2020 anlässlich der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Dorf- und Festplatzes in Markdorf-Leimbach den Bestandsplan. Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein (Mitte) beantwortet bei Bedarf Fragen. Auch Dieter Gehweiler (Dritter von links), stellvertretender Vorsitzender des Musikvereins Riedheim, möchte noch einen Blick darauf werfen. Ganz rechts Bernd Brielmayer, Ortsvorsteher des Stadtteils Riedheim.
Paul Gehweiler (links) betrachtet im Juli 2020 anlässlich der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Dorf- und Festplatzes in Markdorf-Leimbach den Bestandsplan. Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein (Mitte) beantwortet bei Bedarf Fragen. Auch Dieter Gehweiler (Dritter von links), stellvertretender Vorsitzender des Musikvereins Riedheim, möchte noch einen Blick darauf werfen. Ganz rechts Bernd Brielmayer, Ortsvorsteher des Stadtteils Riedheim. | Bild: Toni Ganter