In der jüngsten Ortschaftsratssitzung ging es um den geplanten Bau von drei Wohnhäusern mit insgesamt 16 Wohneinheiten im alten Ortskern Ittendorfs.

Ortsvorsteher: Ablehnende Haltung käme einem bockigen Kind gleich

Man würde wie ein bockiges Kind dastehen, das mit dem Fuß aufstampft und „Nein“ sagt, um partout seinen Willen zu bekommen, wenn man das Baugesuch ablehne, obwohl es eindeutig dem geltenden Recht entspricht. Aus diesem Grund hat Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller (Umweltgruppe) für das Vorhaben gestimmt. Nach leidenschaftlich geführter Diskussion lehnte die Mehrheit des Ortschaftsrates das Bauvorhaben dennoch ab.

Intensive Gespräche zwischen Ämtern, Vorhabensträger und Architekt

Nachdem vor gut vier Wochen bereits der erste Antrag sowohl im Ortschaftsrat, als auch im Technischen Ausschuss der Stadt Markdorf abgelehnt wurde, war das Interesse im Ortschaftsrat groß, was sich in dieser Zeit getan habe. Zwischen Stadtbauamt, Baurechtsamt sowie dem Vorhabensträger und dem von ihm beauftragten Architekturbüro Hillebrand aus Friedrichshafen waren in der Zeit intensive Gespräche geführt worden.

Antragsteller bleibt innerhalb geltenden Baurechts, Paragraf 34 Baugesetzbuch

Das Ergebnis sei unverändert, wie Raffaela Tress vom Stadtbauamt deutlich machte. Der Paragraf 34 Baugesetzbuch sei nun einmal für das unbeplante Gebiet bestimmend und der Vorhabensträger nutze den ihm gegebenen Rahmen paragrafenkonform aus. Als Zeichen seines Entgegenkommens stellte er zwei zusätzliche Parkplätze in Aussicht, die er von einem Anrainer erwerben könnte. Doch die Ortschaftsräte waren in ihrer jüngsten Sitzung der Ansicht, das werde die Parkplatzsituation in der Kirchstraße, die durch das Vorhaben problematisch werden könnte, nicht wirklich lindern.

Ortschaftsrat Ittendorf strebt städtebaulichen Rahmenplan an

Da aufgrund der eindeutigen Rechtslage das Bauvorhaben demnächst seine Genehmigung erhalten werde, möchte man bei künftigen Bauanträgen mehr Einfluss ausüben können. Zu diesem Zweck wurde beschlossen, im Gemeinderat der Stadt Markdorf einen Antrag zur Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplans einzubringen. „Dieser ermöglicht es, die Entwicklungspotenziale des alten Ortskerns auszuloten und Perspektiven für dessen zukünftige Nutzung in groben Zügen darzustellen“, erklärte Raffaela Tress.