Den Einkaufsroller in der einen Hand, die Tüte mit den gerade empfangenen Adventsüberraschungen darin in der anderen, steht Marianne Walter da und strahlt. „Ganz bezaubernd“ findet sie, was Stadt und Kirche sich da ausgedacht haben. Als Ersatz für den traditionellen Adventskaffee in der Stadthalle wurden Markdorfs Senioren in den Innenhof des Bischofschlosses gebeten.

Dort begegneten sie dem Nikolaus und seinem Helfer, Knecht Ruprecht. Außerdem warteten da schon Kinder von der Jakob-Gretser-Grundschule. Die stimmten alsbald an: „Lasst und froh und munter sein – und uns recht von Herzen freun!“

Warten auf den Nikolaus: Markdorfer Senioren.
Warten auf den Nikolaus: Markdorfer Senioren. | Bild: Jörg Büsche

Gefreut hat sich auch Bürgermeister Georg Riedmann. „Das so viele gekommen sind“, zur improvisierten Ersatzfeier für den großen Senioren-Nachmittag in der Stadthalle, wohin man die älteren Mitbürger lieber doch nicht hat einladen wollen. Nach wie vor sei die Infektionsgefahr durch Corona gegeben, so Riedmann.

Ob Marianne Walter die Einladung zur Begegnung mit Knecht Ruprecht und dem Nikolaus übersehen oder aber schlichtweg nicht daran gedacht hat, ist nicht weiter wichtig. Um so weniger, als ja der der Knecht Ruprecht da war. Beziehungsweise Patricia Schnekenbühl im Gewand der robusten Gestalt an der Seite des heiligen Nikolaus (Richard Gratwohl). „Der Knecht Ruprecht hat mich in den Schlosshof gezogen“, erzählte Marianne Walter. Und vermutlich war sie nicht die einzige, die Patricia Schnekenbühl beim Einkauf auf dem Wochenmarkt abgefangen hat.

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Nikolaus und Knecht Ruprecht, sowie die Grundschulkinder, verteilten bunte Tüten mit den Leckereien – selbstredend auch dem Grättimann – alias Klause- oder Weckmann. Von den Schülern gebastelte Engel gab es auch. 320 Stück wurden von den fleißigen Kindern und ihren Lehrern gefertigt, so erläuterte Rektor Andreas Geiger.

Bürgermeister Georg Riemann , Grundschulleiter Andreas Geiger und Pfarrer Tibor Nagy beim Seniorentreffen mit dem Nikolaus.
Bürgermeister Georg Riemann , Grundschulleiter Andreas Geiger und Pfarrer Tibor Nagy beim Seniorentreffen mit dem Nikolaus. | Bild: Jörg Büsche

„Es geht auch ohne großartige Lametta-Bomben – kleine Papierengel mit Köpfen aus Holz reichen vollkommen“, wandte sich Pfarrer Tibor Nagy an die zahlreichen Senioren im Innenhof. Um sich an Weihnachten zu erfreuen, brauche es nicht viel: den Kreis der Familie, ein gutes Essen. Das genüge schon zur Zufriedenheit. Pfarrer Ulrich Hund knüpfte daran an. Er erinnerte an diejenigen, für die ein gutes Essen keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Zum Beispiel an Senioren mit nur schmaler Rente. Für die hält das Mehrgenerationenhaus (MGH) einen „Wintertaler“ bereit. So heißt der Einkaufsgutschein, den das MGH zusammen mit der Josef-Wagner-Stiftung ausgibt.