Im Haus der Pflege St. Sebastian in Wittenhofen im Deggenhausertal soll der Alltag möglichst normal ablaufen – auch während des aktuellen Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie. „Besucher füllen Kontaktformulare aus und wir bewahren sie vier Wochen lang auf“, berichtet Einrichtungsleiterin Yvonne Denzler. Möglich seien Besuche im Zimmer der Bewohner oder im Garten, aber auch gemeinsame Spaziergänge. Bei den Angehörigen stelle sie eine große Kooperationsbereitschaft fest.

Heute steht Gedächtnistraining auf dem Programm: Bewohnerin Annemarie Sailer (links) und Betreuungsassistentin Claudia Dreher wissen die Zeit im Haus der Pflege St. Sebastian auch unter Corona-Bedingungen gut zu nutzen.
Heute steht Gedächtnistraining auf dem Programm: Bewohnerin Annemarie Sailer (links) und Betreuungsassistentin Claudia Dreher wissen die Zeit im Haus der Pflege St. Sebastian auch unter Corona-Bedingungen gut zu nutzen. | Bild: Claudia Wörner

Kontakte pflegen auch ohne persönliche Begegnungen

„Aktuell bemühen wir uns, kreativ an unseren Ritualen festzuhalten“, sagt Yvonne Denzler mit Blick auf die Adventszeit. Auch wenn die persönlichen Begegnungen aktuell fehlen, würden Kontakte weiter gepflegt. „Die Kindergartenkinder kommen zum Beispiel jeden Freitag zu uns und singen am Fenster für die Bewohner.“ Außerdem würden die Kinder kleine Geschenke mitbringen, die an den Christbaum gehängt werden. „So etwas ist für das Gemüt ganz wichtig und wir hoffen, dass der Kontakt irgendwann wieder enger wird“, sagt die Einrichtungsleiterin.

Das könnte Sie auch interessieren

Adventsfeiern werden im kleineren Rahmen im Haus stattfinden. „Wir achten darauf, unsere beiden Wohngruppen mit je 15 Senioren voneinander getrennt zu halten“, sagt Yvonne Denzler. Betreuungsassistenten gehen aktuell statt mit drei oder vier Menschen nur mit einer Person spazieren. Das gelte es nun über die Woche gut zu planen, damit möglichst viele in den Genuss kommen.

Die Pflegeheime achten genau auf die Corona-Regeln: Vor dem Besuch eines Bewohners oder einer Bewohnerin gilt es einiges zu beachten.
Die Pflegeheime achten genau auf die Corona-Regeln: Vor dem Besuch eines Bewohners oder einer Bewohnerin gilt es einiges zu beachten. | Bild: Claudia Wörner

Möglichst normales Leben – im Rahmen des Möglichen

Bereits im März hatte das Haus St. Sebastian einen Corona-Fall. Zum Glück sei die Patientin wieder gesund geworden, berichtet Yvonne Denzler. „Wir riskieren nicht zu viel. Trotzdem wollen wir im Rahmen des Vernünftigen einen guten Umgang miteinander und ein möglichst normales Leben“, beschreibt sie die Situation. Schwierig sei es im Moment, den Wunsch nach einem offenen Haus in der Gemeinde umzusetzen. „Das war mit der Fasnet im Februar beendet.“ Umso wichtiger sei es, die Kontakte nach außen trotz Corona zu halten.

Seniorenzentrum St. Franziskus rechnet ab Dezember mit Corona-Schnelltests

Das Seniorenzentrum St. Franziskus in Markdorf rechnet ab Anfang Dezember mit der ersten Lieferung von Corona-Schnelltests. Auf freiwilliger Basis sollen Mitarbeiter und Bewohner in einem regelmäßigen Turnus getestet werden. „Einbeziehen wollen wir auch die Angehörigen und Besucher“, berichtet Ralf Scharbach, Geschäftsführer des Spitalfonds Markdorf.

Ralf Scharbach, Geschäftsführer des Spitalfonds Markdorf, rechnet mit Corona-Schnelltests ab Dezember.
Ralf Scharbach, Geschäftsführer des Spitalfonds Markdorf, rechnet mit Corona-Schnelltests ab Dezember. | Bild: Nosswitz, Stefanie
Das könnte Sie auch interessieren

Um Wartezeiten wegen der Tests zu vermeiden sei geplant, dass sich die Besucher vorher im Seniorenzentrum anmelden. „Ich halte die Tests für eine gute Sache. Es handelt sich zwar um eine Momentaufnahme, aber sie werden zu mehr Sicherheit beitragen“, so Scharbach.

Bei der Pflege tragen Mitarbeiter FFP2-Masken

Aktuell sei eine Anmeldung für Besuche zwischen 14 und 18 Uhr nicht nötig. „Zu steuern versuchen wir aber auch jetzt schon, dass in den Doppelzimmern immer nur ein Bewohner zur gleichen Zeit Besuch bekommt“, erläutert Scharbach. Ausweichbereiche gebe es aber beispielsweise in der Besucherecke oder bei schönem Wetter im Garten oder bei einem Spaziergang. Grundsätzlich empfehle das Seniorenzentrum den Besuchern das Tragen von FFP2-Masken. „Auch unsere Fachkräfte arbeiten bei der Körperpflege und bei engen Kontakten mit diesen Masken.“

Im Besucherbereich des Seniorenzentrums St. Franziskus in Markdorf: Betreuungsassistentin Susanne Hauser (rechts) hat zahlreiche Aktivierungsmöglichkeiten für Bewohnerin Franziska Furxer auf dem Notebook.
Im Besucherbereich des Seniorenzentrums St. Franziskus in Markdorf: Betreuungsassistentin Susanne Hauser (rechts) hat zahlreiche Aktivierungsmöglichkeiten für Bewohnerin Franziska Furxer auf dem Notebook. | Bild: Claudia Wörner

Konzerte im Garten sorgten im Sommer für Abwechslung

Richteten sich vor Corona die Angebote des Seniorenzentrums an alle Bewohner und die Senioren des Betreuten Wohnens, finden sie aktuell getrennt nach den beiden Etagen statt. „Die Bewohner des Betreuten Wohnens können leider nicht dabei sein“, sagt Scharbach. Im Sommer hat die Stadtkapelle draußen gespielt und ein sogenanntes Gangkonzert ohne persönlichen Kontakt hat Abwechslung gebracht. „Wir versuchen, den internen Ablauf aufrecht zu halten, und momentan läuft es ganz gut.“

Aus der Corona-Verordnung zum Thema Pflegeheime

Auch hier sind Besuche unter Corona-Bedingungen möglich: Im Haus der Pflege St. Raphael in Oberteuringen Besuche sind die Aufenthaltsbereichen jedoch auch tabu.
Auch hier sind Besuche unter Corona-Bedingungen möglich: Im Haus der Pflege St. Raphael in Oberteuringen Besuche sind die Aufenthaltsbereichen jedoch auch tabu. | Bild: Claudia Wörner

Immer die aktuelle Corona-Verordnung im Blick

Wie die anderen Pflegeheime hält sich auch das Haus der Pflege St. Raphael in Oberteuringen an die Regel der Corona-Verordnung, dass jeder Bewohner täglich von bis zu zwei Menschen besucht werden darf. „Die Besucher klingeln, wir holen sie an der Tür ab, informieren sie über die aktuellen Regeln und nach dem Ausfüllen des Kontaktformulars und dem Desinfizieren der Hände begleiten wir sie zum Zimmer“, berichtet Einrichtungsleiter Matthias Strobel.

„Ich glaube, wir haben einen Weg gefunden, der für alle Beteiligten in Ordnung ist“, sagt Matthias Strobel, Einrichtungsleiter von St. Raphael.
„Ich glaube, wir haben einen Weg gefunden, der für alle Beteiligten in Ordnung ist“, sagt Matthias Strobel, Einrichtungsleiter von St. Raphael. | Bild: Christiane Keutner

Schade sei, dass aktuell keine Besuche in den Aufenthaltsbereichen der Wohngruppen – auch sie sind getrennt voneinander – stattfinden. „Davon profitierten auch immer die Bewohner, die weniger Besuch bekommen“, so Strobel. Mit kleinen Aktionen werde jetzt versucht, möglichst viel intern aufzufangen. Finden aktuell doch weder Konzerte noch die monatlichen Gottesdienste statt. „Aber ich glaube, wir haben einen Weg gefunden, der für alle Beteiligten in Ordnung ist.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €