Die Treppen, die Rampen laden ein zur rasanten Abfahrt. Dementsprechend wild geht‘s zu neben den großen Schaufenstern. Wenn Jungen im Grundschulalter mit ihren Fahrrädern auf und ab toben. Obendrein rennen andere zu Fuß dazwischen umher – so munter wie laut.

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Da ist dann nicht viel mit stiller Andacht, mit konzentriertem Hinschauen. Dabei wäre das durchaus angebracht. Hier, wo Bilder zu sehen sind. Wo die Arbeiten und Namen überraschen, weil es kaum zu erwarten war, ihnen zu begegnen – in Markdorfs Ochsenlücke.

HAP Grieshaber zum Beispiel, einer der Großen der Grafik, des Holzschnitts, von ihm liegen Arbeiten da – ebenso unspektakulär angeordnet, als wär‘s reiner Zufall. Dabei verrät die Platzierung der Grieshaber-Drucke, dass hier erfahrene Hände arrangiert haben. Nur dass keinerlei Strenge, noch weniger Nüchternheit den an dieser Stelle vorbei Flanierenden abschreckt. Dies ist eine Ausstellung hinter Schaufensterglas. Eine Galerieausstellung im eigentlichen, strengen Sinne ist es nicht.

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Helga und Wolfgang Böhler, zwei Neubürger in Markdorf, verantworten die unverhoffte Kunstbegegnung in der Poststraße 7. So lautet die Adresse jenes Ladenlokals, das das Galeristen- und Antiquarsehepaar während eines vorübergehenden Leerstands als Ausstellungsräumlichkeit anmieten konnte. Dort liegen nun auch Bücher aus – etwa von Heinrich Mann, dessen 150. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird. Und dessen Werke Galerist Böhler ebenso schätzt wie die von Heinrich Manns Bruder Thomas.

Weniger bekannt ist Detlef Willand. Schiffe, Brücken, Bäume und Tanzende sind von ihm zu sehen und Musikanten. Holzschnitte in Schwarz-Weiß und mehrfarbig – allesamt aber mit prägnanter Flächigkeit spielend. „Glückliches Bensheim“ mag der Betrachter denken. Denn dort führten die Böhlers mehr als vier Jahrzehnte lang ihre Galerie, stellten Künstler aus wie Alfred Hrdlicka, Wolfgang Werkmeister oder Horst Janssen. Galeristen mögen sie nicht mehr sein, zur einen oder anderen Ausstellung in Markdorf haben sie sich aber trotzdem bereit erklärt.