„Für mich ist mein Garten Musik und jede Pflanze ist ein Instrument“, sagt Hans-Jörg Walter. Und so stellt der Chorleiter auch in seinem Garten Ensembles zusammen, die trotz Unterschiedlichkeit harmonieren.

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Oder gerade deshalb, und freut sich über die Begriffe, die sowohl für die Musik als auch für die Pflanzenwelt gelten.

Hans-Jörg Walters‘ Tipp für den Garten

Erntereif sind die Johannisbeeren im Garten von Hans-Jörg Walter.
Erntereif sind die Johannisbeeren im Garten von Hans-Jörg Walter. | Bild: Christiane Keutner

Seine blühende Phantasie schlägt sich in weiteren Vergleichen nieder: Die Stangenbohnen würde er einem Fagott gleichsetzen, die Buschbohnen der Picccolo-Flöte, die zur Querflöte heranwächst.

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Er mag die Vielfalt

Und so wie er als langjähriger Chorleiter alle Instrumente und Musiker zusammenbrachte und aufeinander abstimmte, stellt er die passenden Pflanzen zur Einheit. „Das macht unheimlich Spaß und ich mag die Vielfalt in beiden Bereichen.“

Dieser Vogel ist ein Wandervogel. Er wird von Hans-Jörg Walter immer wieder umgesetzt.
Dieser Vogel ist ein Wandervogel. Er wird von Hans-Jörg Walter immer wieder umgesetzt. | Bild: Christiane Keutner

Weil der Musiker Lehrer war, betrachtet er seine Pflanzen auch als seine Schützlinge, die er hegt und pflegt, sie mit Schirmen vor allzuviel Sonne schützt und vermehrt. „Die werden alle was“, freut er sich über seine züchterischen Erfolge, darunter eine Besonderheit, eine eigene Kreuzung mit eigener Geschichte: Ein Förster aus Heiligenberg hatte aus Kriegszeiten von Sibirien Kerne fadenloser Bohnenstangen mitgebracht, die auch noch schmecken, wenn sie überreif sind.

  • Größe: Etwa 250 Quadratmeter.
  • Pflanzen: Gurken, Bohnen, Peperoni, Kartoffeln, Zwiebeln, Borretsch, Tomaten im Gewächshaus. Deutsche und mediterrane Kräuter, Obstbäume und ausgewählte Blumen.
  • Ich mag: Besonders die Vielfalt von Blumen, Gemüse und Bäumen.
  • Was ich nicht mag: Pflanzen, die sich auf Kosten anderer ausbreiten, wie Ackerwinden oder Traubenhyazinthen.
  • Lieblingsort: Ich bin überall gern. Sehr gern essen wir mitten in den Blumen auf der Terrasse, umringt von Bäumen und Hecken.
  • Lieblingszeit: Ganztags. Das Leben findet im Sommer nur draußen statt, der Garten widerspiegelt Leben. Hier ist jung und alt, hier spielt die Musik.
  • Liebstes Werkzeug: Die Schere, weil man im Garten ständig was schneiden muss.
  • Tiere: Dackel-Yorky-Retriever-Mix Charly, 16 Jahre.
  • Teuerste Anschaffung: Kiwipflanze. Drei waren männlich, auch die getauschten. Nun befruchten sich meine und die Kiwis vom Nachbarn gegenseitig.

Buschbohnen werden bis zu 2,50 Meter hoch

Da Ehefrau Marianne nur Buschbohnen mag, bestellte er bei einer Firma nicht genmanipulierte Bohnen, die aus der Forschung stammten. Beide reinen Sorten wuchsen nebeneinander, blühten gleichzeitig und befruchteten sich gegenseitig. Das ergab per Zufall reine Buschbohnen, die jedoch 2,50 Meter hoch werden und bequem zu ernten sind.

Die „Königin der Nacht“, ein Kaktus, blüht nur einmal im Jahr und zeigt sich dann in faszinierender Pracht. Ansonsten ist die anspruchslose Pflanze eher unscheinbar.
Die „Königin der Nacht“, ein Kaktus, blüht nur einmal im Jahr und zeigt sich dann in faszinierender Pracht. Ansonsten ist die anspruchslose Pflanze eher unscheinbar. | Bild: Christiane Keutner

Eine weitere Besonderheit ist die „Königin der Nacht“. Als der Kaktus sein einjähriges Blühen ankündigte, luden Walters einmal spontan Freunde zum Wein ein, um den seltenen Blütenrausch zu genießen.

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Rar ist auch die „Rote Abutilon“, an der sich Hummeln delektieren und die das ganze Jahr über blühen kann, sowie eine spezielle blaue Lilie, deren Namen Hans-Jörg Walter nirgendwo entdecken konnte.

Die Rote Abutilon bietet auch Hummeln Genuss.
Die Rote Abutilon bietet auch Hummeln Genuss. | Bild: Christiane Keutner

Besonders auch sind eine Kakteen-Gruppe, liebevoll „der Kindergarten“ genannt und die ungarischen Luftzwiebeln, die ihre Nachkommen auf Etagen bilden.

Seinen „Kindergarten“ nennt Hans-Jörg Walter das Kakteen-Ensemble. Bild:
Seinen „Kindergarten“ nennt Hans-Jörg Walter das Kakteen-Ensemble. Bild: | Bild: Christiane Keutner

„Wie wahnsinnig“ wachsen auch Kiwis, Feigen, Quitten, Pfirsiche, Aprikosen, Zwetschgen und Sauerkirschen, deutsches und mediterranes Gemüse, Borretsch und Kräuter, die Marianne Walter liebend gern in der Küche verwendet.

Da möchte man reinbeißen! Ein paar Tage müssen die Pfirsiche aber noch reifen.
Da möchte man reinbeißen! Ein paar Tage müssen die Pfirsiche aber noch reifen. | Bild: Christiane Keutner

Überall blühen Rosen, Oleander, Lilien, am Balkon ranken Wein und sogar Hopfen.

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