Ihre ersten Spiele absolvierten die Kicker von Bodensee Türkgücü Markdorf als Mitglied im Deutsch-türkischen Fußballverband mit zwölf weiteren türkischen Mannschaften in der Liga der Region Bodensee. „Unsere Eltern waren vor 40 Jahren Gastarbeiter in einem für sie fremden Land und wollten mit dem Fußballverein eine Gemeinsamkeit für die türkische Gemeinde“, blickt der stellvertretende Vorsitzende Cüneyt Öter zurück.

Die Heimspiele des Vereins, zunächst hieß er „Markdorf Türk Spor“, hatten in der Anfangszeit auf Sportplätzen in Überlingen und Friedrichshafen stattgefunden, berichtet Öter. Heute nutze der Verein den Markdorfer Fußballplatz und die Umkleiden des SC Markdorf. Das Vereinsheim befindet sich über der Tourist-Information mitten in der Stadt.

Auch nach 40 Jahren mit Herz und Seele dabei

„Schon unser Vater war Gründungsmitglied und bis heute sind wir mit Herz und Seele dabei“, sagt Kassierer Tamer Öter. Dabei gehe es neben dem Sport auch schon immer darum, dass die Familien am Spielfeldrand zusammenkommen und das Miteinander pflegen. „Deshalb fühlen sich die Spieler bei uns auch so wohl“, erklärt Cüneyt Öter. Wichtig sei dem Verein auch das soziale Engagement, insbesondere für die Jugend.

Die erste Mannschaft des Fußballvereins Bodensee Türkgücü Markdorf: In den ersten Jahren spielten die Kicker unter dem Namen „Markdorf Türk Spor“.
Die erste Mannschaft des Fußballvereins Bodensee Türkgücü Markdorf: In den ersten Jahren spielten die Kicker unter dem Namen „Markdorf Türk Spor“. | Bild: Bodensee Türkgücü Markdorf

Aktuell spielt Türkgücü in der Kreisliga A

Seit 1988 hat der Verein seinen aktuellen Namen und gehört zur Liga des Südbadischen Fußballverbands. 1996 sei es endlich gelungen, in der Kreisliga C um die Meisterschaft mitzuspielen. 1997 wurde Bodensee Türkgücü Markdorf Meister und stieg in die höhere Kreisliga B auf. Seit 2001 kicken die Spieler in der Kreisliga A. Nach einigem Auf und Ab spielt die Mannschaft auch heute in dieser Liga.

Wöchentlicher Online-Kontakt mit dem Trainer

Am 25. Oktober fand wegen der Corona-Pandemie das vorerst letzte Spiel gegen die Mannschaft „Türk Pfullendorf“ statt und drei Tage später war das letzte Training. „Seither haben die Spieler jede Woche online Kontakt mit dem Trainer und schauen selbst, dass sie sich fit halten für die Zeit, wenn es endlich wieder weitergeht“, berichtet der stellvertretende Vorsitzende. A und O sei, dass die Spieler nicht die Lust am Sport verlieren.

Vorstand wünscht sich Begegnungen auf Augenhöhe

Der eigene Verein mit überwiegend, aber nicht nur, türkischstämmigen Spielern sei auch in der heutigen Zeit sinnvoll. „Wir haben in 40 Jahren sehr viel Zeit und Energie investiert. Das gibt man nicht so einfach auf“, betont Cüneyt Öter. Sein Anliegen ist, dass andere Mannschaften nicht Sätze wie „Heute spielen wir gegen die Türken“ sagen. Der Verein habe ja so wie jeder andere einen Namen. „Ziel wäre einfach eine Begegnung auf Augenhöhe mit Respekt und gegenseitiger Akzeptanz.“ Öters besonderer Dank gilt neben den rund 130 Mitgliedern insbesondere den Sponsoren.

Im Laufe von 40 Jahren hat der Verein Bodensee Türkgücü Markdorf viel Zeit und Energie investiert: Stellvertretender Vorsitzender Cüneyt Öter und Kassierer Tamer Öter engagieren sich im Vorstand.
Im Laufe von 40 Jahren hat der Verein Bodensee Türkgücü Markdorf viel Zeit und Energie investiert: Stellvertretender Vorsitzender Cüneyt Öter und Kassierer Tamer Öter engagieren sich im Vorstand. | Bild: Claudia Wörner

Für die Zukunft wünscht sich der Verein Bodensee Türkgücü Markdorf die Etablierung einer Jugendmannschaft, außerdem eine zweite Mannschaft sowie eine für Senioren. „Ein weiterer Wunsch wäre außerdem ein eigenes Vereinsheim“, ergänzt Cüneyt Öter.

Das könnte Sie auch interessieren