Der Parkplatz ist leer und der Laden dunkel: Vor dem Eingang vom Megamix-Markt legen Markdorfer auch drei Tage nach der Tat immer wieder Blumen und Gedenkkarten nieder. Sie drücken Angehörigen und Mitarbeitern ihr Beileid aus. Kinder haben Bilder gemalt und Trauerkerzen flackern vor der verschlossenen Schiebetür.

„Ich bin fassungslos“

Die Tat lässt die Bevölkerung nicht kalt – so auch Lean Mähler und Ramona Liedtke. Für die Markdorferinnen ist der Mord seit Sonntag das Thema Nummer eins. „Ich bin fassungslos“, sagt Mähler. Sie habe zur Tatzeit ein paar Häuser weiter in der Panda-Apotheke gearbeitet. „Es ist für mich kaum vorstellbar, dass so etwas einfach so nebenan passiert“, sagt sie.

Auch ihre Freundin Ramona Liedtke ist aufgewühlt: „Ich bin schockiert“, sagt sie. Sie sei manchmal in dem Markt gewesen, kenne das Opfer aber nicht. „Man hat schon überlegt, wer das gewesen sein könnte“, gibt sie zu. Das eine oder andere Gerücht kursiere in der Stadt. „Aber auch wenn man es wüsste, würde es nichts an der Situation ändern.“

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Per WhatsApp erfahren

Unweit vom Schnäppchenmarkt Megamix arbeitet Lukas Herberth in der Buchhandlung Ravensbuch. Bei Kunden und Kollegen sei die Tat seit Wochenbeginn das dominierende Thema, berichtet er. Eine Kollegin habe die Nachricht am Samstag in ihrer Mitarbeiter-WhatsApp-Gruppe gepostet. Alle Kollegen hätten sich sofort gemeldet und ihre Bestürzung ausgedrückt.

Lukas Herberth, Mitarbeiter von Ravensbuch.
Lukas Herberth, Mitarbeiter von Ravensbuch. | Bild: Cian Hartung

„Man kann es gar nicht so richtig verarbeiten“, sagt Herberth drei Tage später. „Dass jemand mit einer Waffe in unseren Straßen unterwegs ist – das ist schwer zu verdauen.“

Schwierige Verarbeitung

Marianne Reitberger war am Samstagnachmittag nicht in Markdorf – und ist froh darüber. „Ich wäre damit überfordert gewesen“, gibt sie zu. Es falle ihr schwer, mit so einem Ereignis umzugehen. „Wir leben hier in einer heilen Welt und so eine Tat schüttelt einen ziemlich durch.“

Marianne Reitberger, Bewohnerin von Markdorf.
Marianne Reitberger, Bewohnerin von Markdorf. | Bild: Cian Hartung

Sie sehe die Tat aber als einen Einzelfall und nicht als Symptom eines größeren Problems. Schwierigkeiten habe sie aber, sich in den Täter hineinzuversetzen. Sie frage sich, was in jemandem vorgehe, der sich für so eine Aktion entscheide. „Niemand macht so etwas einfach so“, sagt sie.

„Jeder ist schockiert“

Rolf Breu ist Besitzer des Markdorfer Bahnhofkiosks. Er habe beobachtet, dass die Tat die Markdorfer sehr beschäftige. „Jeder ist schockiert – und ich auch“, sagt er. Eine Kundin habe ihm erzählt, dass sie sich gar nicht mehr in den Laden traue, wenn dieser wieder öffnet.

Rolf Breu, Besitzer des Markdorfer Bahnhofkiosks.
Rolf Breu, Besitzer des Markdorfer Bahnhofkiosks. | Bild: Cian Hartung

Seine Gedanken seien bei den Angehörigen und den Menschen, die bei der Tat im Laden waren. Besondere Sorgen um seine Sicherheit mache er sich aber nicht. „Das kann überall passieren, auch hier im beschaulichen Markdorf.“