Doris Diamantidis führt seit 12 Jahren das Kosmetikinstitut iremia in Markdorf-Stadel und das sehr erfolgreich, wie sie sagt. Normalerweise ist die Kosmetikerin für zwei bis drei Monate ausgebucht, doch normal ist in diesem Corona-Jahr 2020 nichts.

Bereits im Frühjahr musste Diamantidis ihren Betrieb, den sie selbstständig und ohne Mitarbeiter führt, für sieben Wochen schließen. Damals bekommt sie die Corona-Soforthilfe. „Das ging relativ unproblematisch, aber das Geld hat meinen fehlenden Umsatz für diese Zeit nicht gedeckt“, sagt die Kosmetikerin. Nach der Wiedereröffnung sei das Kosmetikinstitut dann wieder bestens gelaufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Wann kommt die finanziellen staatlichen Hilfen?

Jetzt, im November-Lockdown, in dem Doris Diamantidis zum zweiten Mal ihr Kosmetikinstitut schließen muss, gestalten sich die finanziellen Hilfen seitens der Regierung schwieriger. Frühestens ab dem 25. November können über den Steuerberater die Anträge eingereicht werden.

Der Behandlungraum bleibt unbelegt. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muss Doris Diamantidis ihr Kosmetikstudio in Markdorf-Stadel coronabedingt schließen.
Der Behandlungraum bleibt unbelegt. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muss Doris Diamantidis ihr Kosmetikstudio in Markdorf-Stadel coronabedingt schließen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Sie versteht nicht, warum die Regierung nicht besser vorbereitet ist, war doch ein zweiter Lockdown vorauszusehen. „Was wurde denn in den vergangenen sechs Monaten gemacht?“. Sie fordert ganz klar: „Die Regierung sollte nicht nur mit den Milliarden-Hilfen in den Medien werben, sondern die notwendigen Gelder zügig auszahlen.“ Denn jeder Euro zählt.

Selbstständige fühlt sich nicht gesehen

Die Selbstständige fühlt sich allein gelassen und als kleine Unternehmerin nicht gesehen, sie hat das Gefühl, ihre Arbeit werde als „unwichtig“ abgetan. Vor allem stelle sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit. Täglich behandelt sie vier bis fünf Kunden, trägt FFP2-Maske und hält die schon immer in der Kosmetikbranche geltenden hohen Hygienestandards ein.

Nachdem der zweite Lockdown feststand, hat Doris Diamantidis mit jedem Kunden telefoniert, der im November einen Termin hatte, und ihn entsprechend verschoben.
Nachdem der zweite Lockdown feststand, hat Doris Diamantidis mit jedem Kunden telefoniert, der im November einen Termin hatte, und ihn entsprechend verschoben. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Ihr größter Wunsch: „Ich möchte bitte wieder arbeiten dürfen.“ Sie rechnet allerdings nicht damit, dass sie im Dezember wieder öffnen darf. Als sie gehört hatte, dass die Maßnahmen bis in den Januar hinein gelten könnten, sei ihr schwindelig geworden. „Wer kann denn drei Monate sein Geschäft geschlossen halten?“, fragt sie. Irgendwann seien alle Rücklagen aufgebraucht. Und sie spreche hier nur von den Kosten für ihr Kosmetikinstitut, von irgendwas müsse sie schließlich auch noch leben.

Das könnte Sie auch interessieren

Was ihr Mut und Zuversicht gibt, ist die Treue und Verbundenheit ihrer Kunden. „Das hält mich aufrecht“, sagt die Kosmetikerin. Nachdem der zweite Lockdown feststand, hatte sie mit jedem Kunden telefoniert, der im November einen Termin hatte, und ihn entsprechend verschoben.

Der Shop darf geöffnet bleiben

Doris Diamantidis darf den Shop ihres Instituts, indem sie Kosmetikprodukte und Gutscheine verkauft, offenhalten.
Doris Diamantidis darf den Shop ihres Instituts, indem sie Kosmetikprodukte und Gutscheine verkauft, offenhalten. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Doris Diamantidis darf den Shop ihres Instituts, indem sie Kosmetikprodukte und Gutscheine verkauft, geöffnet lassen. Hier kommen zurzeit ihre Stammkunden mit vorheriger Terminvereinbarung und kaufen ein, um sie zu unterstützen. Für das Weihnachtsgeschäft hat sie ein volles Warenlager. Sie versucht, optimistisch zu bleiben. „Es geht immer ein bisschen was und es muss schließlich weitergehen.“

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €