Auch wenn aktuell nicht jeden Tag die Sonne scheint: Das Hepbacher-Leimbacher Ried hat auch an eher trüben Wintertagen seinen Reiz.

Glücksmomente zum Greifen nah

Die Natur wirkt wie im Winterschlaf – und das kann zur eigenen Stimmung im Corona-Lockdown passen. Sobald aber doch ein Sonnenstrahl über die angefrorenen Wasserflächen und Weiher blitzt, keimt so etwas wie Hoffnung auf. Und überhaupt sind die kleinen Glücksmomente draußen in der Natur oft zum Greifen nah. Es reicht, die Augen aufzumachen und sie mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis: Immer wieder bietet das Hepbacher-Leimbacher Ried schöne Ausblicke in die Natur.
Zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis: Immer wieder bietet das Hepbacher-Leimbacher Ried schöne Ausblicke in die Natur. | Bild: Claudia Wörner

Tafeln geben Auskunft über die heimische Tier- und Pflanzenwelt

Drei Wander- und Erlebnispfade führen durch die Riedlandschaft und immer wieder geben Tafeln Auskunft über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. So erfährt man beispielsweise, dass im Waldgebiet des Mittelbergs der Schwarzspecht und die seltene Hohltaube heimisch sind.

Im Hepbacher-Leimbacher Ried informieren zahlreiche Tafeln über Flora und Fauna.
Im Hepbacher-Leimbacher Ried informieren zahlreiche Tafeln über Flora und Fauna. | Bild: Claudia Wörner

Wie zur Bestätigung ist das Klopfen eines Spechts zu hören. Auch etwas Poesie ist auf den Tafeln zu entdecken. Hermann Hesse: „Der Wald legt das Lauschen nahe.“ Wie wahr!

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Bei den Raderacher Weihern weiden bald Schottische Hochlandrinder

Ein neues Beweidungsprojekt startet aktuell das Umweltschutzamt Bodenseekreis zusammen mit der Stadt Friedrichshafen im südlichen Hepbacher-Leimbacher Ried. Ab dem Frühjahr werden die feuchten Grünlandflächen westlich der Raderacher Weiher ganzjährig von einer kleinen Herde Schottischer Hochlandrinder gepflegt.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Raderacher Weiher wird bald eine Herde Schottischer Hochlandrinder weiden.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Raderacher Weiher wird bald eine Herde Schottischer Hochlandrinder weiden. | Bild: Claudia Wörner

Eine Fläche von rund 30 Hektar wurde bereits eingezäunt. Der am Waldrand verlaufende Wanderweg wird etwas verlegt, so dass er durchgängig begehbar bleibt.

Im Hepbacher-Leimbacher Ried entsteht eine neue Beweidungsfläche für Schottische Hochlandrinder. Die Zäune sind bereits gezogen.
Im Hepbacher-Leimbacher Ried entsteht eine neue Beweidungsfläche für Schottische Hochlandrinder. Die Zäune sind bereits gezogen. | Bild: Claudia Wörner

Nur Yaks und Bisons sind gegenüber Kälte noch weniger empfindlich

Die aus dem kargen Nordwesen Schottlands stammenden robusten Rinder beeindrucken durch ihre ausladenden Hörner und ihr zotteliges Fell.

Schottische Hochlandrinder in ihrer Heimat: Bald sind sie auch im Hepbacher-Leimbacher Ried zu Hause und pflegen die Landschaft.
Schottische Hochlandrinder in ihrer Heimat: Bald sind sie auch im Hepbacher-Leimbacher Ried zu Hause und pflegen die Landschaft. | Bild: Claudia Wörner

Es heißt, dass nur Yaks und Bisons noch weniger kälteempfindlich sind. Im Hepbacher-Leimbacher Ried sollen die Schottischen Hochlandrinder in geschlossenen Familienstrukturen das ganze Jahr auf der Weide sein.

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Beweidung sorgt für mehr Artenvielfalt

Ausgesprochen positiv sieht Franz Beer vom Vorstand der Markdorfer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) das neue Beweidungsprojekt. „Im Gegensatz zum Abmähen wird eine wesentlich größere Artenvielfalt möglich“, weiß er.

Ergänzen werden die Schottischen Hochlandrinder, die von einem Landwirt betreut werden, die erfolgreiche Rinderbeweidung weiter nördlich im Ried. Hier leben seit 2001 Heckrinder, eine Rückzüchtung des Auerochsen. „Sie fressen Weidentriebe ab und es entsteht ein ideales Brutgebiet für Bodenbrüter und ein guter Lebensraum für viele weitere Tiere, wie Insekten und Kleinsäuger“, sagt Beer.

Das ganze Jahr im Freien sind die Schottischen Hochlandrinder im Pfrunger-Burgweiler Ried bei Wilhelmsdorf.
Das ganze Jahr im Freien sind die Schottischen Hochlandrinder im Pfrunger-Burgweiler Ried bei Wilhelmsdorf. | Bild: Claudia Wörner

Startpunkte für einen Ausflug ins Ried

Wandern durch faszinierende Moorlandschaft des Pfrunger-Burgweiler Rieds

Wer Schottischen Hochlandrinder schon jetzt mal beobachten möchte, kann einen Ausflug ins Pfrunger-Burgweiler Ried in der Nähe von Wilhelmsdorf machen. Es gehört zu den größten zusammenhängenden Moorgebieten Süddeutschlands. Darüber hinaus sorgen hier viele Wanderwege, beispielsweise der zehn Kilometer lange Rundweg „Großer Trauben“ zum Naturerlebenis ein.

Im Pfrunger-Burgweiler Ried: Rundwanderwege führen durch die faszinierende Moorlandschaft.
Im Pfrunger-Burgweiler Ried: Rundwanderwege führen durch die faszinierende Moorlandschaft. | Bild: Claudia Wörner

Von Stegen und Beobachtungsplattformen aus bekommt man hier tiefe Ein- und weite Ausblicke in Moor, Bannwald und wilde Weidelandschaft.