Die Stadt Markdorf erhalte immer wieder Anfragen zur Errichtung von Wohnwagen oder Wohnmobilstellplätzen. In Absprache mit dem Baurechtsamt hat die Verwaltung festgestellt, dass im Geltungsbereich der Gemarkung der Stadt Markdorf im Außenbereich gemäß der aktuellen Fortschreibung des Flächennutzungsplans mittelfristig keine Flächen für diese Nutzung vorgesehen sind.

Die Ausweisung als Campingplatz kann nur als Sondergebietsausweisung durch ein Bebauungsplanverfahren erreicht werden. Die entsprechenden Voraussetzungen dafür werden bei dem vorliegenden Grundstück nicht erfüllt, sodass auf dem genannten Flurstück im Außenbereich keine Erstellung von Stellplätzen für Wohnmobile möglich ist.

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Ortvorsteher Bernhard Grafmüller (Umweltgruppe) erklärte: „Ich sehe es als problematisch an, zumal Wohnmobile deutlich zunehmen und bei vielen landwirtschaftlichen Privilegierungen Ittendorf einen Wohnmobilgürtel erhalten könnte.“ Ortschaftsrat Simon Pfluger (CDU) betonte: „Ich stehe der Diversifizierung landwirtschaftlicher Betrieb positiv gegenüber, aber ich finde die geplante Lage an dieser Stelle schwierig. Besser wäre es direkt im Anschluss an den Hof.“ Thomas Braun (FW) wollte wissen, ob die geplanten Wohnmobilstellplätze zwischen den Intensivobstanlagen befestigt werden. Dazu legen keine Informationen vor, erklärte Raffaela Tress vom Stadtbauamt.

Der Antrag kam von der Familie Steffelin vom gleichnamigen Hof. Auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärte Monika Steffelin: „Es ist nicht die Errichtung eines Campingplatzes vorgesehen, sondern eines Stellplatzes für Wohnmobile, die autark sind, das heißt über eine eigenen Stromversorgung und sanitäre Anlagen verfügen“. Es gehe darum, die vorhandene Kapazität auf dem Hof der Familie zu erweitern, zumal die kurzfristige Nachfrage nach Wohnmobilstellplatzen nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie stark angestiegen sei, so Steffelin.

Menschen suchen die Nähe zur Natur und Freiheit

Es entspreche einem Trend, dass die Menschen die Nähe zur Natur und Freiheit suchen und vermehrt spontan und für wenige Tage kämen. Außerdem betonte Monika Steffelin, dass das Landwirtschaftsamt im Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Privilegierung bereits grünes Licht signalisiert habe. Es sei an der Zeit, die mehr als zehn Jahre alte Satzung der Stadt Markdorf zu überdenken.

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