Die Fackeln brennen. Nun setzen sich die Männer in Bewegung. Sie stapfen über den Acker und je näher der Zug zu dem Haufen mit den Tannenbäumen kommt, desto mehr Reifenspuren, Furchen gilt es zu queren. „Warum machen wir uns bloß immer diese Arbeit mit dem Gerüst“, raunt einer der Fackelträger. „Wir könnten es doch immer so machen: Bäume zusammenschieben und anzünden.“

Die Fackeln für den Funken werden angezündet.
Die Fackeln für den Funken werden angezündet. | Bild: Jörg Büsche

Ernst war das nicht gemeint. Alle, die am Abend auf den Acker bei Möggenweiler gekommen sind, würden es lieber so halten, wie sie es immer gehalten haben – vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Als der Funken auf der Panzerwiese brannte. Immer mit viel Hingabe aufgetürmt – haushoch und konstruiert aus im Wald geschlagenen Stämmen, Paletten und vor allem aus jenen vor die Haustüren gelegten Christbäumen, die die Markdorfer Funkenmannschaft im Januar in der Stadt eingesammelt haben.

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„Ganz, ganz wichtig ist der Spaß dabei“, erklärt Peter Litz-Kessler. Er ist schon seit vielen Jahren in der Funkenmannschaft, zieht mit seinem Traktor einen der Hänger, auf dem ein oder zwei Funkenbuben stehen, um anzunehmen, was ihnen von unten zugeworfen oder angereicht wird.

Peter Litz-Kessler und Thomas Keller gehören schon seit Jahren zur Funkenmannschaft.
Peter Litz-Kessler und Thomas Keller gehören schon seit Jahren zur Funkenmannschaft. | Bild: Jörg Büsche

„Bei diesem Wetter“, sagt Thomas Keller, ebenfalls seit langen Jahren in der Funkenmannschaft, „wären sicherlich sehr viele Besucher gekommen.“ Keller bedauert es, dass das nicht ging. „Auf die Einhaltung der Coronaregeln zu achten und daneben den Funken aufzubauen, das hätten wir nicht gleichzeitig gestemmt“, hatte Berti Müller, Sprecher der Funkenmannschaft, erklärt. Wer die Bilder aus den Vor-Corona-Jahren kennt, dem muss das unmittelbar einleuchten.

Die Funkenmannschaft hat sich in diesem Jahr nicht auf der Panzerwiese versammelt, sondern bei Möggenweiler.
Die Funkenmannschaft hat sich in diesem Jahr nicht auf der Panzerwiese versammelt, sondern bei Möggenweiler. | Bild: Jörg Büsche

Bei allem Verständnis, schade finden die Funkenbuben diese Entscheidung trotzdem. Und wer immer gefragt wird, die Antwort lautet: „Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr wieder einen richtigen Funken bauen können.“ Und dann endlich wieder die gesammelten Christbäume lichterloh abbrennen. Weit sichtbar für die Zuschauer auf der Wiese und im Tal, wobei letztere weder das Gerüst sehen noch die eine Hexe darstellenden Strohpuppe, und auch nicht die Funkensprüchen hören, die beim Schlagen der Holzscheiben aufgesagt werden und von denkwürdigen Begebenheiten aus der jüngsten Fasnet berichten.