Die Ouvertüre steht am Schluss. Was durchaus seine Berechtigung hat. Weil das Konzert mit Mozart endet. Was dem Publikum leichte, beschwingte Töne mit auf den Heimweg gibt. Ein weiter Grund: Die Ouvertüre aus der Oper „Titus“ ist eine Komposition, die es in sich hat. Musste Mozart doch den Bogen schlagen, von der Klassik hin zur römischen Antike. Da hieß es, das rechte Maß zu finden – den Weg zwischen rokokohafter Heiterkeit und jenem triumphalen Ton, der für den Palast des Herrschers des römischen Weltreichs erwartet wird.

Junge Streicher des Kammerorchesters der Musikschulen Markdorf und Uhldingen während ihres Parts in der Stadthalle Markdorf.
Junge Streicher des Kammerorchesters der Musikschulen Markdorf und Uhldingen während ihres Parts in der Stadthalle Markdorf. | Bild: Jörg Büsche

Schwer genug ist das – für jedes Orchester. Doch kann das auch ein Orchester leisten, das aus jungen und ganz jungen Musikern besteht. Und um es gleich zu sagen: Die jungen Musiker des U-16-Orchesters der Tonhalle Düsseldorf und die Musikschüler der Musikschulen Markdorf und Uhldingen können das. Das haben sie nun beim gemeinsamen Auftritt in der Markdorfer Stadthalle bewiesen. Wo sie zum wiederholten Mal unter der Leitung von Johannes Eckmann spielten. Eckmann konnte den Taktstock übrigens nicht – wie sonst gewohnt – an Ernst von Marschall weiterreichen, den Dirigenten des Düsseldorfer Tonhalle-Nachwuchses, weil Ernst von Marschall erkrankt war.

Joannnes Eckmann dirigiert die Ouvertüre zu Mozarts „Titus“.
Joannnes Eckmann dirigiert die Ouvertüre zu Mozarts „Titus“. | Bild: Jörg Büsche
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Auf dem Programm standen Mozarts Titus, Werke von Haydn, Händel, Vivaldi und Ravel. Teils spielten das Gemeinschafts-Kammerorchester Markdorf-Uhldingen und das Düsseldorfer U-16-Orchester allein, teils gemeinsam. Zum Auftakt gaben die Musiker vom Bodensee zwei Sätze aus Haydns Sinfonie 39 – gänzlich unaufgeregt, doch munter und am Ende geradezu forsch. Die Gäste aus dem Rheinland überraschten mit französischem Impressionismus. Genauer: Mit einer erstaunlichen Reife, die es den Düsseldorfern erlaubte, sogar schwierig Schwebendes herauszuarbeiten. Reife bewies auch Felicia Löffler. Neben Johannes Eckmann am Flügel spielte die junge Geigerin Vivaldis „Frühling“ – und zeigte, dass ihre Geige es aufnehmen kann mit Eckmanns vorzüglichem Klavierspiel.

Felicia Löffler spielt Vivaldis „La Primavera“.
Felicia Löffler spielt Vivaldis „La Primavera“. | Bild: Jörg Büsche