Zwar seien die Würfel inzwischen gefallen. Zumal Bund und Land sich für die Variante B1 der B 31-neu ausgesprochen haben. Doch gebe es nach wie vor wichtige Argumente gegen diese. Fritz Käser, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf (IVI), wies bei der Hauptversammlung noch auf eine zweite, nicht minder dringliche Baustelle hin: die vom Kreis und der Stadt Markdorf beschlossene Südumfahrung. Sie, so prophezeite der IVI-Vorsitzende, bringe Ittendorf eine ganz erhebliche verkehrliche Mehrbelastung von rund 1300 Fahrzeugen täglich. Käser kritisierte: „Das Projekt ist nicht zu Ende gedacht.“ Der geplanten Ortsumgehung fehle im Osten der Anschluss, seit sich Kluftern vom Umfahrungsprojekt abgekoppelt habe.

Einstimmig im Vorstand bestätigt (von links): Bernd Engässer, Fritz Käser, Karin Scherzinger und Martin Mantz.
Einstimmig im Vorstand bestätigt (von links): Bernd Engässer, Fritz Käser, Karin Scherzinger und Martin Mantz. | Bild: Jörg Büsche

Überhaupt stellte Käser die Südumfahrung infrage. In Anbetracht einer zu erwartenden „Restbelastung“ von 14 400 Fahrzeugen täglich, die auch künftig die B 33 in Markdorf nutzen, „werden Lärm und Gestank nicht wesentlich abnehmen“. Dafür aber entstünden Kosten für die Stadt von errechneten 8,5 und zu erwartenden 10 Millionen Euro. „Geld, das für andere Dinge wie Schulen und Kindergärten fehlen wird“, warnte der IVI-Vorsitzende. Ein weiteres Argument gegen die Südumfahrung ist für Käser die „doppelte Zerschneidung“.

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Neben der geplanten B 31-neu werde es im Abstand von nur zwei Kilometern eine weitere Trasse geben, die Südumfahrung. Dabei sei noch gar nicht gewährleistet, dass die dann auch von allen Lastwagen genutzt wird. Als Kreisstraße ausgewiesen, dürfte der Verkehr nicht von der höherrangigen Ortsdurchfahrt B 33 durch Schilder auf sie gelenkt werden. Abschließend erinnerte er daran, dass sich die Ittendorfer beim Bürgerentscheid vor 18 Jahren gegen die Umfahrung ausgesprochen hätten. Ein Votum, das der Ortschaftsrat vor zwei Jahren wiederholt habe.

B 31-neu als „Flächenfresser“

Weiterarbeiten will Käser, der wie der gesamte Vorstand von den Mitgliedern einstimmig wieder gewählt wurde, auch bei der B 31. Das alte Ziel, die Ausbautrasse auf dem bestehenden Streckenabschnitt zwischen Immenstaad und Meersburg, sei mit der Vorzugsvariante B 31-neu zwar hinfällig geworden. „Aber die Vorzugsvariante steht auf wackeligen Füßen.“ Erweise sich die B 31-neu doch als „Flächenfresser“. Sie führe zu einer ökologischen „Katastrophe“ im Weingartener Wald bei Ittendorf. Weshalb eine Klage gegen das Planfeststellungsverfahren durchaus denkbar sei, sagte Käser. Gefragt, was er denn von den jüngsten Aktionen der Baumbesetzer halte, bekundete der Vorsitzende seine „große Sympathie“ fürs Engagement, trotz einer „gewissen Blauäugigkeit“ der Aktivisten.

Die IVI rechnet mit 1300 Fahrzeugen mehr in Ittendorf, wenn die Südumfahrung fertig ist.
Die IVI rechnet mit 1300 Fahrzeugen mehr in Ittendorf, wenn die Südumfahrung fertig ist. | Bild: Jörg Büsche