Olavsweg, Jakobsweg, Bewegung – das neue Programm des Christlichen Bildungswerks Markdorf (CBW) steht ganz im Zeichen des Unterwegsseins. Dabei entführen die Vorträge und Workshops sowohl nach außen wie auch nach innen. Am weitesten weg war wohl Pfarrer Tibor Nagy. Seine Reise hat ihn nach Kamerun geführt, von wo er Eindrücke aus einem Krisenstaat, aber auch den Wunsch nach einer Wiederaufnahme beziehungsweise Intensivierung der partnerschaftlichen Beziehungen mitgebracht hat. Ganz nach innen dagegen leitet Ursula Krimmel, wenn sie unter dem Titel „Sitzen in der Stille“ zu einem kontemplativen Gang in die eigene Seele einlädt.

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„Das Thema Weg wollten wir weiter verfolgen“, erklärt Pfarrerin Kristina Wagner vom Programmteam des ökumenischen Bildungswerks. Aufgemacht, die verschiedenen Aspekte des Unterwegsseins zu erkunden, gleich ob in Gemeinschaft oder alleine, hatte sich das Bildungswerk bereits mit seinem Herbstprogramm. „Und die Resonanz bei den Besuchern war sehr positiv“, berichtet Pfarrerin Wagner. Christina Höflacher, gemeinsam mit Kathrin Wiedmann Leiterin des CBW, ergänzt: „Und wieder einmal hat sich gezeigt, unterwegs ergeben sich immer neue Wege.“ Jakob Strauß zum Beispiel bot sich an, über seine Pilgerreise nach Santiago de Compostela zu sprechen. Zusammen mit seiner Frau Karola Strauß hatte sich der Leimbacher auf den Weg zum Grab des heiligen Jakobus aufgemacht.

Doch muss es nicht immer Galizien sein. Neben dem Jakobsweg kannten die mittelalterlichen Pilger noch etliche andere Wege, für ihr Seelenheil zu sorgen. Etwa den Olavsweg von Oslo nach Trondheim – zur Grabstätte des heiligen Königs Olav. Hier ist es Pfarrerin Sigrid Süss-Egervari, die von ihrer Fußreise berichtet.

„Was es braucht“, so erklärt Kathrin Wiedmann, „um sein Pilgerziel auch tatsächlich zu erreichen“, das wird Christine Pescheck erläutern. Dies in ihrem Workshop, bei dem es ums vorbereitende Training von Kleidung und Utensilien bis hin zu den Übernachtungsmöglichkeiten geht. Nicht nur die körperlichen, sondern auch die psychischen Strapazen des Pilgerns nach Santiago de Compostela beleuchtet auf heitere Weise die französische Filmkomödie „Saint Jacques... Pilgern auf Französisch“. Sie wird beim CBW-Filmabend gezeigt.

Bewegung auch für den Geist

Wie wichtig die Bewegung nicht allein für den Körper, sondern auch für den Geist ist, das führt Kerstin Dünhaupt bei ihrem Bewegungsworkshop aus. „Wir sehen da schon ein großes Bedürfnis“, sagt Christina Höflacher zu diesem Programmpunkt. „Am Ende gehören körperliches und geistiges Wohlbefinden ja doch eng zusammen.“

Die Sportvereine reagieren schon seit Längerem, indem sie weniger auf Wettkampf, dafür mehr auf Gesundheit setzen. Reagieren will nun auch das CBW. Wobei die Themen Gesundheit, Heilen und Bewegen schon seit vielen Jahren fest im CBW-Programm verankert sind. Als Handauflegen, als Kontemplation oder als meditatives Tanzen – Angebote, die Kathrin Wiedmann als „unsere Dauerbrenner“ bezeichnet. Weitere Dauerbrenner seien überdies Daniela Hutters Literaturkreis und die Gesprächsreihe für Frauen mit Hanna Kröger-Möller unter dem Titel Weiterdenken.