Wie kann sich ein Ortsteil mit ländlicher Prägung verändern und wachsen ohne seinen dörflichen Charakter zu verlieren? Wie kann in Zeiten von Wohnraumnot und mangelnden Bauflächen neuer Platz zur Verfügung gestellt werden, der sich in das Vorhandene einfügt?

Diese Fragen stellen sich häufig in kommunalpolitischen Gremien, wenn Bauanträge auf der Tagesordnung stehen. Je nachdem, ob ein Bebauungsplan vorliegt, es sich um Paragraph 34 nach Umgebungsbebauung handelt oder eine Abrundungssatzung vorliegt, ist der gestalterische Rahmen vorgegeben.

22 Reihenhäuser auf dem ehemaligen Trübenbacher-Areal

Gerade im Markdorfer Ortsteil Riedheim entstehen einige neue Wohneinheiten. Der SÜDKURIER war mit Ortsvorsteher Bernd Brielmayer unterwegs und hat sich die Projekte angeschaut.

Auf dem ehemaligen Trübenbacher-Areal entstehen insgesamt 22 Wohneinheiten.
Auf dem ehemaligen Trübenbacher-Areal entstehen insgesamt 22 Wohneinheiten. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Das größte Bauvorhaben liegt in Leimbach an der Bundesstraße 33 auf dem ehemaligen Trübenbacher-Areal. Hier entstehen insgesamt 22 zweigeschossige Reihenhäuser mit jeweils rund 130 Quadratmetern Wohnfläche. Die Gesamtfertigstellung ist voraussichtlich bis Ende 2021/2022 geplant. „Ich finde, dass sich die Häuser gut einfügen“, sagt Brielmayer.

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Der Bauträger Werner Wohnbau aus Niedereschach bei Villingen-Schwenningen hat das Bauvorhaben in zwei Bauabschnitte unterteilt. Begonnen wurde mit den 16 Reihenhäusern auf der rechten Seite der Straße Oberer Birken. Hier sind die ersten acht Häuser aufgerichtet, Fenster eingebaut und mit dem Innenputz wurde begonnen. Bei den letzten acht Häuser ist das Unternehmen derzeit im Rohbau. Die ersten Häuser werden Ende März kommendes Jahr übergeben.

Mit dem Bau der sechs Reihenhäuser auf der linken Seite wird laut Bauträger Ende des Jahres begonnen und im Herbst kommendes Jahres übergeben. Für diesen Bereich gibt es einen Bebauungsplan.

Hier enstehen sechs Reihenhäuser. Begonnen wird Ende des Jahres und sollen laut Bauträger im Herbst kommendes Jahres übergeben werden.
Hier enstehen sechs Reihenhäuser. Begonnen wird Ende des Jahres und sollen laut Bauträger im Herbst kommendes Jahres übergeben werden. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Neuer Nahversorger nach über 60 Jahren

Auf der gegenüberliegenden Seite, ebenfalls an der B 33 liegend, hat vor wenigen Tagen ein neuer Nahversorger seine Türen geöffnet – der erste seit über 60 Jahren. „Also seit ich auf der Welt bin, gab es keinen Bäcker hier in Leimbach„, sagt der 52-jährige Brielmayer. Er freut sich sehr, dass es mit „Hausmann‘s Bäck Zur Letze“ nun ein Angebot im Ort gibt. Das Erdgeschoss war seit Schließung des Gasthauses „Zur Letze“ im Januar 2017 leer gestanden.

Neuer Nahversorgung an der B 33 in Leimbach. Ortsvorsteher Bernd Brielmayer freut sich, im Ort wieder einen Kaffee trinken zu können.
Neuer Nahversorgung an der B 33 in Leimbach. Ortsvorsteher Bernd Brielmayer freut sich, im Ort wieder einen Kaffee trinken zu können. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Geschäftsführer Jakob Fida und Bäckermeister Eduard Hausmann bieten mit Bäckerei, Café und Bistro eine gute Mischung an. Der angebaute Wintergarten ergänzt die Grundfläche des Cafés. „Aus einer Renovierung wurde eine Kernsanierung“, sagte Fida im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Nun sind die Bauarbeiten abgeschlossen, das Geschäft ist im Probebetrieb geöffnet, die offizielle Eröffnung soll Mitte Oktober erfolgen.

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Zehnfamilienhaus an der Straße Unterleimbach

Nur wenige Schritte von der Bundesstraße entfernt, soll im Ortskern an der Straße Unterleimbach ein Zehnfamilienhaus entstehen. Bernd Brielmayer ist froh, dass mit dem seit Jahren leer stehenden alten Hofgebäude endlich etwas passiert. „Das war schon ein Schandfleck“, sagt der Ortsvorsteher. Der geplante Neubau habe eine moderne Architektur und sei eine Aufwertung für diesen Bereich, so Brielmayer. Schließlich gelte auch hier Paragraph 34.

Auf dem Areal Unterleimbach 10 in Markdorf-Leimbach entsteht ein Zehnfamilienhaus.
Auf dem Areal Unterleimbach 10 in Markdorf-Leimbach entsteht ein Zehnfamilienhaus. | Bild: Nosswitz, Stefanie
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Umgestaltung des Festplatzes in Leimbach

Ebenfalls neu gestaltet werden soll der Festplatz in Leimbach. Hier wurden jüngst bei einer Bürgerbeteiligung Ideen gesammelt, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Die Vorschläge werden derzeit vom Überlinger Landschaftsarchitekten Helmut Hornstein in Gestaltungsplanungen eingearbeitet werden.

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Die Ergebnisse sollen in einer der nächsten Ortschaftsratssitzungen präsentiert werden. Bernd Brielmayer rechnet damit, dass die Arbeiten frühestens im Frühjahr 2022 beginnen werden, hierfür wurden Förderbeiträge für die Entwicklung im Ländlichen Raum beantragt. „Es ist aber wichtig, dass hier endlich was passiert, nachdem die Umgestaltung des Platzes seit Jahren auf der Agenda steht“, so Brielmayer. Derzeit wird er hauptsächlich als Parkplatz genutzt. Dieser wird nicht mehr gebraucht, sobald dre Interimskindergartens auf dem Parkplatz der Mehrzweckhalle wieder abgebaut wird. Das wird frühestens im Herbst 2021 der Fall sein.

Der Festplatz in Leimbach soll erneuert werden. Noch liegen die abschließenden Pläne nicht vor.
Der Festplatz in Leimbach soll erneuert werden. Noch liegen die abschließenden Pläne nicht vor. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Zwei größere Bauprojekt in Riedheim

Der Bauträger Werner Wohnbau befindet sich nach SÜDKURIER-Nachfrage derzeit in der Planungsphase mit dem Bau von sechs Doppelhaushälften in der Efrizweiler Straße in Riedheim. Aussagen zum Vertriebs- oder Baustart können laut Bauträger derzeit noch nicht getroffen werden, da bis zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Baugenehmigungen vorliegen. Der Bauantrag muss noch in den entsprechenden Gremien vorgestellt werden. Bernd Brielmayer rechnet damit, dass ab 2021 hier gebaut werden kann.

Dieses alte Fachwerkhaus in der Efrizweiler Straße in Riedheim wird abgerissen. Es sollen drei Doppelhäuser entstehen.
Dieses alte Fachwerkhaus in der Efrizweiler Straße in Riedheim wird abgerissen. Es sollen drei Doppelhäuser entstehen. | Bild: Nosswitz, Stefanie

Altes Fachwerkhaus wird abgerissen

Die geplanten Neubauten befinden sich auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück, angrenzend an Brielmayers Elternhaus. Die Besitzerfamilie hat das Grundstück an den Bauträger verkauft. Brielmayer ist froh, dass in dem von landwirtschaftlichen Gebäuden geprägten Riedheim die Bebauung über die Satzung geregelt ist. „So wird der dörfliche Charakter bewahrt und es kann trotzdem neu, aber nicht überbaut werden.“

Auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände sollen drei Doppelhaushälften entstehen.
Auf dem rund 2000 Quadratmeter großen Gelände sollen drei Doppelhaushälften entstehen. | Bild: Npsswitz, Stefanie

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sei bis vor rund zehn Jahren auch noch ein Ökonomiegebäude gestanden, erinnert sich Brielmayer. Dieses ist zwei modernen Wohnhäusern gewichen, die laut dem Ortsvorsteher gut ins Ortsbild passen.

Auch hier stand einst ein Ökonomiegebäude, jetzt stehen hier moderne Wohneinheiten.
Auch hier stand einst ein Ökonomiegebäude, jetzt stehen hier moderne Wohneinheiten. | Bild: Npsswitz, Stefanie

Zehn städtische Bauplätze im Gebiet „Torkelhalden“

Ebenfalls in Riedheim beginnt im Sommer 2021 im Gebiet „Torkelhalden“ die Erschließung dieses neuen Baugebietes. Insgesamt entstehen 12 Bauplätze, zehn davon in städtischer Hand. Die Baufläche umfasst etwa 6600 Quadratmeter, die Grundstücksgröße schwankt zwischen 560 und 790 Quadratmetern. Gebaut werden sollen sogenannte Kettenhäuser. In dem betreffenden Gebiet verfolgt die Stadt konkrete „baulandpolitische Ziele“. Das heißt, sie hat die Absicht, den Baulandbedarf der ortsansässigen Einwohner zu sichern.

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Bernd Brielmayer betont, dass dies die letzte städtische Fläche sei, die im gesamten Ortsteil Riedheim für Bebauung zur Verfügung stehe. Einige Grundstücke seien in privaten Besitz. Das ist besonders in Hepbach der Fall, wo es noch Baulücken gibt.

Zehn städtische Bauplätze im Riedheimer Neubaugebiet „Torkelhalden“ werden im nächsten Jahr ausgeschrieben.
Zehn städtische Bauplätze im Riedheimer Neubaugebiet „Torkelhalden“ werden im nächsten Jahr ausgeschrieben. | Bild: Nosswitz, Stefanie

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