Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend den Satzungsbeschluss für das Baugebiet Torkelhalden im Ortsteil Riedheim gefasst. Nach reger Diskussion in der Bürgerschaft, so Bauamtsleiter Michael Schlegel, habe es nach der Dezember-Offenlegung des Entwurfs nur noch eine Einwendung gegeben. Außer kleineren redaktionellen Anpassungen habe es nun keine tiefergreifenden Änderungen des Bebauungsplanes Torkelhalden mehr gegeben. Bei einer Enthaltung stimmte der Rat geschlossen für die Satzung.

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Arnold Holstein: „Chance verpasst“

Arnold Holstein von den Freien Wählern wollte dem nicht folgen. Er hatte zuvor moniert, „dass hier ein Bebauungsplan wie vor 20 Jahren aufgestellt wurde“. Vorbei an den Notwendigkeiten zeitgemäßer Wohnbebauung, vorbei an den Erfordernissen zeitgemäßen Umweltschutzes und vorbei an den Bedingungen einer sinnvollen Mobilität. Mithin, so Holstein, sei eine Chance verpasst, Ecksteine für ein zukunftsfähiges Markdorf zu setzen.

Arnold Holstein, Freie Wähler: „Da läuft doch was schief, wenn die Wendeplatte größer ist als der Spielplatz.“
Arnold Holstein, Freie Wähler: „Da läuft doch was schief, wenn die Wendeplatte größer ist als der Spielplatz.“ | Bild: SK

„Wenn wenigstens hochwertige architektonische Lösungen erkennbar wären“, kritisierte Holstein. Mit den geplanten Kettenhäusern sei das jedoch keineswegs der Fall. „Und es wird außerdem wertvolle Landwirtschaftsfläche preisgegeben.“ Im Übrigen überwögen im vorgelegen Bebauungsplan die „trennenden Eigenschaften“. Das Ziel, den dörflichen Charakter des Teilorts Riedheims aufzugreifen, sei also verfehlt. „Da läuft doch was schief“, so der Freie-Wähler-Stadtrat, „wenn die Wendeplatte für Autos größer ist als der benachbarte Spielplatz“.

Erich Wild: „Im Ganzen ganz gut“

Solch grundsätzlicher Kritik mochte sich die CDU-Fraktion nicht anschließen. Stadtrat Erich Wild befand, dass der vorliegende Bebauungsplan „im Ganzen ganz gut ist“. Fahrbahnbreite und Durchmesser des Wendehammers seien angemessen.

Erich Wild, CDU: „Die Fahrbahnbreite und der Wendehammer sind angemessen.“
Erich Wild, CDU: „Die Fahrbahnbreite und der Wendehammer sind angemessen.“ | Bild: Fotodesign Singer

Auch der Fraktionssprecher der SPD im Rat, Uwe Achilles, hielt die Dimension der Straße für sinnvoll. Und die Zeit für Grundsatzdiskussionen, so merkte er an, sei nun abgelaufen. Lange und intensiv genug sei der Bebauungsplan diskutiert worden. „Jetzt ist die Zeit gekommen, ihn endlich umzusetzen.“

Rolf Haas: „Warum nichts Neues wagen?“

„Warum nichts Neues wagen?“ fragte Rolf Haas (FDP). Durch den Bebauungsplan komme ein anderes Bild in den Teilort. „Allen recht kann man es ohnehin nie machen“, so Haas, „und der vorliegende Plan ist wohl das Beste, was man aus der Lage herausholen kann“.

Wendehammer als Zusatz-Spielfläche?

Auch Bernhard Grafmüller (Umweltgruppe) hielt die Straße Torkelhalde mit ihren rund 550 Zentimetern Fahrbahnbreite für angemessen. Ansonsten könnten sich Lkw kaum ausweichen, ohne in den Graben zu fahren. „Und der Wendehammer in unmittelbarer Nachbarschaft zum Spielplatz gibt eine wunderbare zusätzliche Spielfläche her“, fand Grafmüller.

Bernhard Grafmüller, UWG: „Wir sind gegen Fotovoltaik, jede Nichtbegrünung ist eine Zumutung für die Anwohner.“
Bernhard Grafmüller, UWG: „Wir sind gegen Fotovoltaik, jede Nichtbegrünung ist eine Zumutung für die Anwohner.“ | Bild: SK

Der UWG-Stadtrat sprach sich gegen die von den Freien Wählern vorgeschlagene Bestückung des Lärmschutzwalls mit Fotovoltaik-Modulen aus. Denn dann seien die Flächen frei von Bewuchs zu halten. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Wohnhäusern, so bezog sich Grafmüller auf den Schattenwurf im Sommer, sei jede „Nichtbegrünung eine Zumutung für die Anwohner“.

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Dietmar Bitzenhofer wundert sich

Dietmar Bitzenhofer, Fraktionschef der Freien Wähler, zeigte sich irritiert darüber, dass die Anlage von Fotovoltaik-Flächen auf dem Lärmschutzwall nicht erlaubt sei. Der betreffende Bereich, so hatte Bauamtsleiter Michael Schlegel erläutert, gehöre zu einem Biotopverbund. Und der erlaube keine baulichen Anlagen. „Das ist doch hirnrissig“, kommentierte Bitzenhofer, „der Lärmschutzwall wird mit kontaminierter Erde aufgeschüttet und dann redet man von einem Biotop“. Verstehen müsse man das wohl nicht, befand er kopfschüttelnd.