Die Markdorfer Pfarrgemeinde St. Nikolaus unterstützt mittels Spenden die Seelsorgeeinheit der peruanischen Partnergemeinde Santiago Apostol Huancaray als Hilfe zur Selbsthilfe.

Gruppenfoto mit Padre Mario (dritte Reihe, ganz rechts) anlässlich neu angeschaffter Schuluniformen, die durch Spenden aus Markdorf ermöglicht wurden.
Gruppenfoto mit Padre Mario (dritte Reihe, ganz rechts) anlässlich neu angeschaffter Schuluniformen, die durch Spenden aus Markdorf ermöglicht wurden. | Bild: privat

In 28 von 40 Bergdörfern, auf 3000 bis 4000 Metern gelegen, sind über zig Jahre hinweg Trinkwasserversorgungen entstanden, eine Schulspeisung, ein Mütterhaus sowie eine Apotheke verwirklicht worden.

Ein Wasserreservoir in Sara Chacra mit dem Hinweis auf die bestehende Partnerschaft zwischen der Markdorfer Pfarrgemeinde und der Seelsorgeeinheit Huancaray. Gelb unterlegt: „Wasser ist Leben.“
Ein Wasserreservoir in Sara Chacra mit dem Hinweis auf die bestehende Partnerschaft zwischen der Markdorfer Pfarrgemeinde und der Seelsorgeeinheit Huancaray. Gelb unterlegt: „Wasser ist Leben.“ | Bild: privat

Nun hat Padre Mario, Ansprechpartner und Organisator vor Ort, per WhatsApp einen Hilferuf an die Markdorfer Huancaray-Gruppe gesendet. „Die Corona-Maßnahmen sind sehr restriktiv, nur sehr wenige Tests, keine verlässlichen Infektionszahlen, die Dunkelziffer sehr hoch. Die Not in Huancaray und den zugehörigen Dörfern durch die Corona-Pandemie ist nochmals deutlich schlimmer als ohnehin schon“, gibt Manfred Lorenz, Mitglied der Huancaray-Gruppe, Inhalte der Korrespondenz wieder.

Im Mütterhaus der Seelsorgeeinheit Huancaray.
Im Mütterhaus der Seelsorgeeinheit Huancaray. | Bild: privat

„Von staatlicher Seite ist keine Hilfe zu erwarten, die Menschen sind komplett auf sich gestellt.“ Kurt Rogalla, ebenfalls Mitglied der Huancaray-Gruppe, nennt ein weiteres Beispiel, das die desolate Lage in Peru verdeutlicht: „In Cusco, eine Stadt mit 400 000 Einwohnern und eines der Touristenzentrem, gibt es 26 Intensivbetten.“

Szene vom Bau einer Solaranlage.
Szene vom Bau einer Solaranlage. | Bild: privat

Im Land wurden Ausgangssperren verhängt, Unterricht findet nicht mehr statt, es gibt keine Gottesdienste ... das öffentliche Leben liegt komplett darnieder. Die Einwohner in den Bergdörfern, zumeist Selbstversorger, seien wegen der Corona-Pandemie noch stärker als sonst abgeschnitten und wieder auf Tauschgeschäfte zurückgeworfen. Ärztliche Versorgung sei nicht möglich, erzählt Rogalla.

Stillstand beim 29. Trinkwasserprojekt

Und auch beim jüngsten, 29. Trinkwasserprojekt in Tacta-Chaccrampa herrsche Stillstand, weil der Wassermeister wegen Corona-Beschränkungen nicht ins Dorf darf, nennt Lorenz eine weitere Auswirkung, die die Einwohner hart treffe.

Diese Aufnahme vom Februar 2020 zeigt, wie mühsam der Bau von Trinkwasserleitungen in den Bergdörfern der Partnergemeinde Huancaray ist.
Diese Aufnahme vom Februar 2020 zeigt, wie mühsam der Bau von Trinkwasserleitungen in den Bergdörfern der Partnergemeinde Huancaray ist. | Bild: privat

„Wir – vor allem die Einwohner in der Seelsorgeeinheit Huancaray sind über alle Spenden froh, die nicht zweckgebunden sind“, sagt Lorenz. Bislang haben Markdorfer gezielt beispielsweise für die Trinkwasserprojekte, die Schulspeisung oder das Mütterhaus gespendet.

Verarmte Senioren sind froh über Essensspenden.
Verarmte Senioren sind froh über Essensspenden. | Bild: privat

„Durch die Corona-Pandemie geraten immer mehr Familien sowie Senioren, deren Angehörige nicht mehr daheim wohnen und deshalb nicht helfen können, in existenzielle Nöte“, erzählt Lorenz. Deshalb werden Geldspenden benötigt, um in den Bergdörfern Einzelfallhilfen zu leisten.

Spendewillige wenden sich an Manfred Lorenz, Telefon 0 75 44/17 32, an Helga Konzet-Horn, Telefon 0 75 44/68 78, oder per E-Mail an die Huancaray-Gruppe: Markdorf-Huancaray@gmx.de

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