Die Stadtkapelle gibt ihr Festliches Konzert stets vor Weihnachten, üblicherweise am ersten Adventswochenende. Sie spielt dann am Samstagabend und am Sonntagnachmittag in der Stadthalle auf. Und normalerweise geht beiden Auftritten ein Auftritt der Gemeinschaftsjugendkapelle Markdorf-Riedheim-Ittendorf-Bermatingen-Ahausen voran. Denn auch der Nachwuchs möchte zum Jahresabschluss das musikalisch Erreichte präsentieren.

In diesem Jahr war das anders. Martin Schmid, der Leiter der Gemeinschaftsjugendkapelle, dirigierte sein Orchester lediglich am Samstag. Der Sonntagsauftritt musste ausfallen, weil er den Taktstock an Mario Lieb, seinen Nachfolger weiterreicht. Und weil er sich nicht nur vom Markdorfer Publikum, sondern auch in Bermatingen, Ahausen, Riedheim und Ittendorf verabschieden will. Und an allen Orten geht sein Dank an die Eltern einher für ihr Vertrauen – und der Hinweis: „Sie können stolz auf ihre Kinder sein“. So würdigte Schmid die Leistung, die seine jungen Musiker am Samstagabend erbracht haben.

Für Martin Schmid war es ein Abschiedsabend: Er dirigierte zum letzten Mal die Gemeinschaftsjugendkapelle.
Für Martin Schmid war es ein Abschiedsabend: Er dirigierte zum letzten Mal die Gemeinschaftsjugendkapelle. | Bild: Jörg Büsche

Zu Tränen gerührt war Brigitte Waldenmaier, als sie Schmid verabschiedete. Sie schaffte es gerade noch, auf die Konzert-Tournee der Gemeinschaftsjugendkapelle und die Auftritte in den Nachbarorten hinzuweisen und den Zuhörern zu erklären, wie wichtig die von Schmid ins Leben gerufene Bläserklassen-Kooperation von Stadtkapelle, Musikschule und den Grundschulen für die musikalische Jugendausbildung ist. „Wir können dir gar nicht genug Dank sagen.“ Dann brach ihre Stimme. Und sie fiel Martin Schmid schluchzend um den Hals.

Tränen zum Abschied

Den Dank und die Umarmung hatte sich der Dirigent aber auch verdient. Seine jungen Musiker waren mit ihren Lieblingsstücken aufgetreten – unter anderem mit „Leuchtfeuer“ und mit „Highlights from The Greatest Showman“, mit Kompositionen, die die Gemeinschaftsjugendkapelle sehr dynamisch darbot. Als Zugabe für den starken Applaus sang Anna Heikle ein „Halleluja“, das das Publikum erst hinschmelzen ließ und anschließend zu lauten Bravos hinriss.

Die Gemeinschaftsjugendkapelle bei ihrem umjubelten Auftritt am Samstagabend.
Die Gemeinschaftsjugendkapelle bei ihrem umjubelten Auftritt am Samstagabend. | Bild: Jörg Büsche

Solche Solo-Begeisterung wiederholte sich: Als beim Auftritt der Stadtkapelle Martin Weiss als Klarinettist glänzte. Auch hier schlossen sich Bravos und Jubel dem Solo an. Ähnliche Begeisterung löste auch Melanie Gartmann etwas später mit einem Querflötensolo aus. Und trotzdem prägten nicht die Einzelleistungen den Eindruck des Konzerts. Entscheidend war das Gesamtzusammenspiel bei diesem Programm, das unter dem Motto Tänze stand.

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Seit Jahren schon entwickelt Reiner Hobe sein Orchester in Richtung symphonischer Blasmusik. In der studiert die Stadtkapelle für Blasorchester arrangierte klassische Kompositionen ein – wie jüngst etwa die „Procession of the Nobles“ aus Rimski-Korsakows Oper „Mlada“ oder sie spielt Stücke, die eigens für Blasorchester komponiert worden sind – wie etwa die „Arabesque“ von Samuel R. Hazo, einem US-amerikanischen Komponisten mit libanesischen Wurzeln.

Dirigent Reiner Hobe (Mitte) mit der Stadtkapelle auf der Stadthallenbühne. Das Festkonzert zum Jahresabschluss geriet sehr emotional, ...
Dirigent Reiner Hobe (Mitte) mit der Stadtkapelle auf der Stadthallenbühne. Das Festkonzert zum Jahresabschluss geriet sehr emotional, denn für Martin Schmid war es der letzte A Bilder: Jörg Büsche | Bild: Jörg Büsche

Es war Lucas Schröter vom Schlagwerk-Register, der dem Publikum erläuterte, auf welchem Wege man sich der komplizierten Rhythmik der „Armenischen Tänze“ angenähert hat. Statt mitzuzählen haben sich die Musiker Silbenfolgen gemerkt. Das Konzept ging auf: der beständige Wechsel von symphonisch großen Gesten und rasenden Tanzschritten glückte. Hier wie in der „Arabesque“.