Bereits um 16.30 Uhr stehen die ersten Gäste vor dem Eingang des Markdorfer City-Festivals Schlange, um sich noch ein Ticket an der Abendkasse zu sichern. Die Vorfreude ist den jungen Leuten deutlich anzusehen. Lucas Oelhaaf ist einer von ihnen. Er beschreibt die Motivation seiner tanzfreudigen Truppe schon so früh vor Ort zu sein: „Wir haben heute die Möglichkeit, unsere Freiheit wieder genießen zu können. Vor Corona haben wir gerne und viel gefeiert. Die vergangenen Monate haben wir uns gefühlt wie die Löwen im Käfig. Das wollen wir heute alles rauslassen.“

Lucas Oelhaaf hat sich in den vergangenen Monaten gefühlt wie „ein Löwe im Käfig“. Heute will er endlich wieder ausgelassen feiern.
Lucas Oelhaaf hat sich in den vergangenen Monaten gefühlt wie „ein Löwe im Käfig“. Heute will er endlich wieder ausgelassen feiern. | Bild: Sonja Ruess
Das könnte Sie auch interessieren

Auf die Beine gestellt wird die Open-Air-Veranstaltung von der Häfler Agentur Im Entertainment zusammen mit der Klufterner See-Events Veranstaltungstechnik. Unterstützt wurden sie dabei von Markdorf Marketing. Veranstalter Luca Iannuzzi und Florian Burgau berichten von 500 Tickets im Vorverkauf. Dementsprechend wurde der Marktplatz mit Klebeband in verschiedene Zonen aufgeteilt. Pro Zone dürfen sich zehn Personen aus maximal drei Haushalten ohne Mundschutz aufhalten und feiern. Geimpfte und Genesene zählen hierbei nicht mit. Wird die Zone verlassen, gilt wieder die Mundschutz-Pflicht.

Die beiden Veranstalter Florian Burgau (links) und Luca Iannuzzi (rechts) sind dankbar, dass sie von der Stadt die Möglichkeit bekommen haben, das City-Festival in der Innenstadt auszurichten.
Die beiden Veranstalter Florian Burgau (links) und Luca Iannuzzi (rechts) sind dankbar, dass sie von der Stadt die Möglichkeit bekommen haben, das City-Festival in der Innenstadt auszurichten. | Bild: Sonja Ruess
„Da wir das erste Event dieser Art sind, das im Bodenseekreis zugelassen ist, stehen wir natürlich unter genauer Beobachtung.“
Luca Iannuzzi

Luca Iannuzzi erklärt die Idee: „Wir möchten den jungen Leuten einfach mal wieder die Möglichkeit bieten, Party zu machen. Das war schon viel zu lange nicht mehr möglich.“ Die Anspannung kann der Inhaber von Im Entertainment nicht ganz von der Hand weisen. „Da wir das erste Event dieser Art sind, das im Bodenseekreis zugelassen ist, stehen wir natürlich unter genauer Beobachtung“, so Iannuzzi. Aber man habe genügend Ordner im Einsatz, die darauf schauen, dass die Regeln eingehalten werden. „Auch die Polizei war schon da und hat sich von unserem Konzept überzeugt“, sagt der Veranstalter.

Die drei DJs freuen sich, dass sie endlich wieder auflegen dürfen (von links): DJ Daniel Davis, DJ Luca Santiago und DJ Nick Leys.
Die drei DJs freuen sich, dass sie endlich wieder auflegen dürfen (von links): DJ Daniel Davis, DJ Luca Santiago und DJ Nick Leys. | Bild: Sonja Ruess

Um 17 Uhr werden die Tanzbegeisterten eingelassen und steuern von der Security angewiesen auf die markierten Bereiche zu. DJ Daniel Davis heizt der Menge mit den ersten Deep- und Future House-Beats ein. Schnell beginnen die Festival-Besucher ausgelassen innerhalb ihrer markierten Zonen zu tanzen. Unter das hauptsächlich junge Publikum haben sich auch die ein oder anderen Eltern gemischt. Jutta Frick freut sich über die Veranstaltung. „Ich bin so froh, dass mal was in unserem Städtle los ist. Es ist toll, Musik zu hören und wieder tanzen zu können.“ Hardy Frick fügt hinzu: „Vor allem wenn man Kinder hat, ist die Veranstaltung eine tolle Sache, dann ist man nämlich rechtzeitig wieder zu Hause.“

Das Konzept der Veranstalter geht auf. Die Besucher feiern innerhalb der vorgeschriebenen Zonen.
Das Konzept der Veranstalter geht auf. Die Besucher feiern innerhalb der vorgeschriebenen Zonen. | Bild: Sonja Ruess

Als DJ Nick Leys gegen 18.30 Uhr das DJ-Pult übernimmt, beginnen bereits die ersten Regentropfen zu fallen. Doch das tut der ausgelassenen Feierstimmung keinen Abbruch, im Gegenteil. Die jubelnde Menge legt jetzt erst Recht noch einen Gang zu. Auch nachdem alle gänzlich durchnässt sind, wird ausnahmslos weiter getanzt. Da es noch sommerlich warm ist, ziehen einige Besucher Teile ihrer Klamotten einfach aus oder schlüpfen in Plastiksäcke. Die wiedergewonnene Freiheit wird richtiggehend zelebriert. Von ein bisschen Regen will sich niemand aufhalten lassen.

Florian Bauernfeind (links) und Jahn Huy Tram genießen es, einfach mal wieder feiern zu können.
Florian Bauernfeind (links) und Jahn Huy Tram genießen es, einfach mal wieder feiern zu können. | Bild: Sonja Ruess

Florian Bauernfeind gönnt sich derweil mit seinem Freund Jahn Huy Tram einen Cocktail am Cocktailbus. Er ist spontan zum Open-Air gekommen. „Ich genieße es so sehr, mal wieder richtig feiern zu können. Die vergangenen Monate waren wirklich hart. Das will ich heute einfach nur vergessen können“, sagt der 30-Jährige. Am Food-Truck stehen Basti Bürger und seine Freundin Laura Kreßner. Sie genießen vor allem die Gesellschaft. „Wir haben normale Sachen wie das Zusammensein mit unseren Freunden durch Corona enorm schätzen gelernt. Das hatten wir viel zu lange nicht mehr. Heute wollen wir einfach nur Spaß haben“, erzählen die beiden.

Basti Bürger und Laura Kreßner genießen vor allem die Gesellschaft ihrer Freunde.
Basti Bürger und Laura Kreßner genießen vor allem die Gesellschaft ihrer Freunde. | Bild: Sonja Ruess

DJ Santiago motiviert die jungen Tänzer zu späterer Stunde mit lauten Rufen wie „Markdorf, ich will eure Hände sehen!“ oder „Markdorf, ihr seid die Besten!“ und erntet damit laute Jubel-Rufe. Zwischendurch ermahnt er die Feiernden immer wieder, auf Abstand zu achten. Kurz vor Ende bedankt sich der junge Veranstalter überschwänglich bei der Stadt und allen Beteiligten, die das ganze Event möglich gemacht haben.

Das könnte Sie auch interessieren