Corona hat Vieles zum Erliegen gebracht: Doch die Abteilung Fußball des Sport-Clubs Markdorf (SCM) ging dank unterschiedlicher Anstrengungen mit rund 30 neuen Mitgliedern gestärkt aus der Krise hervor. Das wurde bei der Jahresversammlung deutlich, bei der die zahlreich Anwesenden Abteilungsleiter Markus Kieferle und sein Team wiederwählten.

Die Festivitäten blieben auf der Strecke, wie aus dem Bericht von Tamara Brandstetter hervorging. Statt Weihnachtsfeier gab es Päckchen für die Mitglieder und das renovierte Vereinsheim wurde Ende Mai – vorerst wieder in Eigenregie – eröffnet; hierfür sucht der SCM noch einen neuen Pächter.

Trotz weniger Aktivitäten gab es viele Sitzungen, in denen die Problematik des Kunstrasens, Corona-Konzepte und die Kompensation fehlender Einnahmen – geschätzt zwischen 30.000 und 35.000 Euro – durch Ausfall der Feste besprochen wurden: Kassierer Markus Holzschuh lobte Spieler und Trainer, die ohne Nachfrage auf ihre Aufwandsentschädigungen verzichtet hatten: „Das ist nicht selbstverständlich, das wissen wir sehr zu schätzen, und hat uns sehr geholfen.“ Vom Badischen Sportbund gab es noch 8000 Euro Soforthilfe, sodass das Minus letztendlich rund 1400 Euro betrug; vorausgesetzt die derzeit laufende Steuerprüfung zeige keine anderen Ergebnisse.

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„Trotz Corona und Komplettausfalls des Betriebs für ein halbes Jahr ist viel passiert“, berichtete Jugendleiter Robert Schmid vom Online-Training, um Motivation von Spielern und Trainern hochzuhalten, der Ausarbeitung von Hygienekonzepten für einen Spielbetrieb, sodass der SCM als einer der ersten Vereine auf dem Platz war. In der aktuellen Saison konnten wieder alle Altersklassen besetzt werden. 200 Kinder und Jugendliche werden von 20 Trainern und Betreuern in zwölf Teams betreut und trainiert. Trotz Corona habe man keine Abgänge bei den Kindern.

Nach Corona-Regeln konnten Kinder und Jugendliche des SCM trainieren. Der Tennisclub hatte hierfür Plätze zur Verfügung gestellt.
Nach Corona-Regeln konnten Kinder und Jugendliche des SCM trainieren. Der Tennisclub hatte hierfür Plätze zur Verfügung gestellt. | Bild: Christiane Keutner (Archiv)

Und trotz der Pandemie konnte man „das eine oder andere vorantreiben“, sagte Markus Kieferle. Auf drei Säulen hat der 2020 Gewählte die Arbeit gestützt: Aktive, Jugend und den Verein an sich, als Miteinander. Er erinnerte an die von einem Moment auf den anderen wechselnden Corona-Verordnungen und den damit verbundenen immensen Aufwand, damit Kinder und Jugendliche wieder trainieren können, ans Online-Training, das sie als einer der wenigen Vereine als erste und flächendeckend angeboten hatten. Kieferle lobte die Zusammenarbeit mit Ordnungsamtsleiter Jürgen Hess.

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Sportliches Ziel sei der Aufstieg aller Jugendklassen – wenn nicht schon die beste erreicht wurde. Er sehe den Verein nicht als reine Betreuungsmöglichkeit: „Wir möchten uns sportlich messen und die Kinder voranbringen, gleichzeitig kein anderes Kind vernachlässigen.“ Er nannte Voraussetzungen wie das Förderzentrum, Ewald Schmid als Jugendkoordinator und freute sich über die Rückkehr talentierter Spieler. Vorangehen soll es auch mit den Aktiven und 12 bis 14 ehrgeizigen Neuzugängen, unter anderem aus den eigenen Reihen und mit SCM-Vergangenheit, die Trainer Wolfgang Stolpa nun homogen zusammenführen müsse.

„Schwer beeindruckt“ vom enthusiastischen Einsatz und der Professionalität, vor allem bei der Jugendarbeit, „und das alles im Ehrenamt“, zeigte sich Bürgermeister Georg Riedmann. Das große Problem Kunstrasenplatz sei nun gelöst, er sei bespielbar und zukünftig werde die Stadt die Hauptverantwortung für die Pflege der drei Plätze (städtisches Gelände) übernehmen. Er sicherte zu: „Ich bin immer abrufbar, wenn es Sorgen und Probleme gibt.“ Und mehr Professionalität und Zeitersparnis im buchhalterischen Bereich für alle Abteilungen seien nunmehr durch eine Geschäftsstelle gewährleistet, teilte SCM-Vorsitzender Dietmar Künzig mit.

Überaus engagiert. Der Einsatz auf dem Platz und im Vereinsheim von Thomas Engel (von links), Jörg Bäder und Erich Lorenz wurde bei der Jahresversammlung gewürdigt.
Überaus engagiert. Der Einsatz auf dem Platz und im Vereinsheim von Thomas Engel (von links), Jörg Bäder und Erich Lorenz wurde bei der Jahresversammlung gewürdigt. | Bild: Christiane Keutner

Als absoluten Glücksgriff bezeichnete Markus Kieferle die Helfer Erich Lorenz und Thomas Engel sowie Platzwart Jörg Bäder. Sie hatten sich in außerordentlicher Weise unter anderem bei der Renovierung des Vereinsheims eingebracht, was mit Geschenkkörben und verbal honoriert wurde. Sehr geschätzt werden auch Einsatz, Leistung und „großartige Organisation“ von Markus Kieferle, was Beisitzer Berti Müller namens der Abteilung zum Ausdruck brachte: „Du hast so viel angeschubst, wir verneigen uns vor Dir!“