Rund 1000 Besucher nutzten am Samstag die Gelegenheit, einen Blick in die Unterrichtsräume, in die neue Mensa oder die sanierte Sporthalle zu werfen.

Trotz schlechten Wetters zog es am Samstag rund 1000 Besucher zum Tag der offenen Tür am BZM .
Trotz schlechten Wetters zog es am Samstag rund 1000 Besucher zum Tag der offenen Tür am BZM . | Bild: Jörg Büsche

Offen standen indes auch die Fachräume für die Naturwissenschaften und die Kunst, die Spielestation sowie der Ganztagesbereich – außerdem auch die Heizzentrale. All dies ist in den zurückliegenden drei Jahren teils erneuert, teils saniert und zum Teil sogar ganz neu gebaut worden.

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Rundum erneuert für 31,5 Millionen Euro

Landrat Lothar Wölfle hatte am Vormittag den Betrag genannt. Die Kosten für die neue Mensa beziehungsweise Aula, für die Küche, den Ganztags- und Außenbereich, für die sanierten Fach- und Klassenräume, die Lehrerzimmer, die Sporthalle sowie die erneuerte Wärme- und Energietechnik summierten sich auf 31,5 Millionen Euro. Und es gelte: „Nach der Sanierung ist vor der Sanierung“, kündigte Wölfle an. Weitere Unterrichtsräume, überdies auch andere Bereiche bedürften einer Überholung.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung, kündigt Landrat Lothar Wölfle an.
Nach der Sanierung ist vor der Sanierung, kündigt Landrat Lothar Wölfle an. | Bild: Jörg Büsche

Ausdrücklich bedankte sich der Landrat bei den zum morgendlichen Festakt eingeladenen Repräsentanten aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik. Aus Berlin war Volker Mayer-Lay (CDU), aus Stuttgart Klaus Hoher (FDP) gekommen.

Prominenter Besuch (von links): Klaus Hoher (MdL), Volker Mayer-Lay (MdB), Bürgermeister Georg Riedmann, Landrat Lothar Wölfle, daneben ...
Prominenter Besuch (von links): Klaus Hoher (MdL), Volker Mayer-Lay (MdB), Bürgermeister Georg Riedmann, Landrat Lothar Wölfle, daneben die beiden Schulleiterinnen Diana Amann und Marianne Licciardi-Haberbosch. | Bild: Jörg Büsche

Aus dem Friedrichshafener Kreistag und dem Markdorfer Gemeinderat saßen gleichermaßen etliche Vertreter im Publikum. Und bei ihnen allen bedankte sich Lothar Wölfle für die Bereitschaft, Geld zu investieren, damit das Markdorfer Bildungszentrum mehr als 50 Jahre nach seiner Gründung quasi wieder wie neu dasteht. Als „guter neuer Rahmen für 1700 Schüler und 150 Lehrer“, freute sich der Landrat.

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Als guter Rahmen erwies sich die neue Aula tatsächlich: zum Beispiel für den Unterstufenchor, der die Festgäste mit Liedern unterhielt.

Die jungen Sängerinnen des Unterstufenchors begrüßen die Festgäste.
Die jungen Sängerinnen des Unterstufenchors begrüßen die Festgäste. | Bild: Jörg Büsche

Ebenso gut kam auch ein Ensemble aus derselben Altersgruppe auf der neuen Bühne zur Geltung.

Die Tanzdarbietungen von Unterstufenschülern auf der Bühne der neuen Aula kommen gut an beim Publikum.
Die Tanzdarbietungen von Unterstufenschülern auf der Bühne der neuen Aula kommen gut an beim Publikum. | Bild: Jörg Büsche

Erinnerungen an einen beschwerlichen Start

„Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück“, sieht sich Bürgermeister Georg Riedmann an die – freilich rascher vorankommende – Echternacher Springprozession erinnert, wenn er an die schwierige Phase der Schulentwicklung des BZMs zurückdenkt.

Viel Publikum in der neuen Mensa.
Viel Publikum in der neuen Mensa. | Bild: Jörg Büsche

Am Ende habe man doch eine gute Lösung gefunden: eine Realschule und ein Gymnasium unter einem Dach. Eben dieses Modell zu finden, seine speziellen Bedürfnisse zu erkennen, sei dann die Voraussetzung für die nun zu betrachtende Neugestaltung des Bildungszentrums gewesen. Seinem Gemeinderat sei er, Riedmann, um so mehr zu Dank verpflichtet: „Denn es ist alles andere als selbstverständlich“, dass der 43 Prozent der finanziellen Verantwortung trägt, die inhaltliche Verantwortung fürs Bildungszentrums aber nicht teilt.

Leuchtturm in der Schullandschaft

Stefan Strauss, der Elternbeiratsvorsitzende des BZM-Gymnasiums, schaut über den Schulhof hinaus. Er vergleicht das Markdorfer Bildungszentrum mit anderen Schulen. Eine so gute Medienausstattung, so moderne Naturwissenschaftsräume müsse man woanders lange suchen, erklärte er am Nachmittag. Nachdem er sich wie zahlreiche andere Eltern auch in den Naturwissenschaftsräumen Versuche, in der Spielestation Spiele und im Ganztagsbereich Kunstprojekte von Schülern angeschaut hatte.

„Soviel wie hier am BZM wird durchaus nicht überall investiert“, erklärte der Elternbeiratsvorsitzende. Alles mache einen sehr hochwertigen Eindruck, sodass sich die Schüler wohl fühlen könnten. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Und die Belastungen für Schüler und Lehrer während der Sanierungs- und Neubauphase seien zwar groß gewesen, im Nachhinein aber zu verschmerzen.

Freut sich über die großzügige Ausstattung des BZM: Stefan Strauss, der Elternbeiratsvorsizende des BZM-Gymnasiums.
Freut sich über die großzügige Ausstattung des BZM: Stefan Strauss, der Elternbeiratsvorsizende des BZM-Gymnasiums. | Bild: Jörg Büsche

Wenn das Klassenzimmer vibriert

Gymnasialdirektorin Diana Amann hatte es am Morgen überaus anschaulich geschildert. Von vibrierenden Böden, wackelnden Tischen und ohrenbetäubendem Lärm in den Klassenzimmern war die Rede. Von Händen, die plötzlich aus der Wand kamen, berichteten ihre Anekdoten ebenso wie von der Diskussion, ob die Bauarbeiter in einer Nichtraucher-Schule trotzdem ihre Zigaretten anzünden dürfen, weil das Schulgebäude ja nun eine Baustelle ist.

Sicherheit wird groß geschrieben in den neuen Naturwissenschaftsräumen. Gerade wenn experimentiert wird – so wie hier von Johannes ...
Sicherheit wird groß geschrieben in den neuen Naturwissenschaftsräumen. Gerade wenn experimentiert wird – so wie hier von Johannes Brand. | Bild: Jörg Büsche

„Wir werden uns hier sauwohl fühlen“, brachte es Diana Amanns Schulleiterkollegin Marianne Licciardi-Haberbosch mit dem Johannes-Pfeiffer-Zitat aus der „Feuerzangenbowle“ schließlich auf den Punkt.

Realschulrektorin Marianne Licciardi-Haberbosch fühlt sich „sauwohl“ im erneuerten BZM. Im Hinergrund: Gymnasialdirektorin ...
Realschulrektorin Marianne Licciardi-Haberbosch fühlt sich „sauwohl“ im erneuerten BZM. Im Hinergrund: Gymnasialdirektorin Diana Amann. | Bild: Jörg Büsche

Aber nicht, ohne zuvor „allen am Umbau Beteiligten meinen Respekt und meine Anerkennung ausgesprochen zu haben“.