Eine Bürger-App der Stadtverwaltung oder des Stadtmarketings, um die Markdorfer in die Entscheidungen der Stadt einzubinden und deren Meinungen einzuholen: Diese Idee zur digitalen Bürgerbeteiligung schwebt dem Markdorfer FDP-Stadtrat Rolf Haas vor. Im Gemeinderat am Dienstagabend wollte Haas das Konzept auf den Tisch legen – mit der Bitte um eine Diskussion in einer der nächsten Ratssitzungen und der Absicht, für einen entsprechenden Antrag dann auch die anderen Fraktionen zu gewinnen.

Rolf Haas, FDP-Stadtrat: „Mit der App könnte man die Meinung der Bürger zu einfachen und weniger komplexen Themen abfragen.“
Rolf Haas, FDP-Stadtrat: „Mit der App könnte man die Meinung der Bürger zu einfachen und weniger komplexen Themen abfragen.“ | Bild: SK

Eine solche Bürger-App, wie sie es etwa in Tübingen bereits gebe, könne vom Rathaus genutzt werden, um die Meinung der Bürger zu „einfachen und weniger komplexen Sachverhalten“ abzufragen, sagt Haas gegenüber dem SÜDKURIER.

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Der Stadtrat verweist dabei auf die bisherigen „analogen“ Bürgerinformationsveranstaltungen in der Stadthalle, die mit rund 300 Besuchern in der Spitze gerade mal ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung erreichen würden. Eine App, die jeder Bürger auf sein Smartphone laden könne, würde die Informations- und Beteiligungspolitik der Stadt auf breitere Beine stellen, sagt Haas.

Rathaus plant selbst bereits eine App fürs Marketing

Mit der App könne die Stadt sich auf eine einfache und effektive Weise Rückmeldungen aus der Bürgerschaft holen. Damit bekäme das Rathaus auch ein rasches Feedback zu aktuellen Themen und könne sein eigenes Vorgehen besser am Bürger orientieren, meint der FDP-Stadtrat.

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Mit ein bis zwei Umfragen pro Monat zum Beispiel könnte die Verwaltung um Vorschläge zu inhaltlichen Themen bitten. Dies bedinge ein aktives Einbringen der Verwaltung, weshalb in seinen Augen eine Plattform wie das Häfler „Sag‘s doch“, das so ähnlich auch in der künftigen Standortmarketing-App geplant ist, dafür weniger geeignet wäre, so Haas. Im Rathaus selbst ist derzeit die Einführung einer ähnlichen App fürs Standortmarketing geplant. Auch damit sollen Bürger informiert und deren Meinung zu bestimmten Themen abgefragt werden. Im Gemeinderat will Haas nun zunächst Mitstreiter für seine Idee suchen. Sich selbst, Haas ist in der IT-Branche tätig, bietet er als unentgeltlicher Unterstützer bei der Umsetzung an. Damit würden für den Haushalt 2021 keine weiteren Kosten entstehen, sagt er.