Ein Leben, in dem sich Arbeit und Familie in Einklang bringen lassen, ein Lebensumfeld, das freundlich zu Kindern ist, das wünschen sich viele. Viele arbeiten auch daran – zum Beispiel das Familienforum Markdorf. „In einer Gesellschaft, in der immer mehr junge Familien der Arbeit hinterherziehen müssen“, so erläutert Christin Jungblut vom Leitungsteam des Mehrgenerationenhauses (MGH), „in der die Großeltern nicht unbedingt in der Nähe wohnen, ist Beratung stark gefragt und Unterstützung“. Beides biete das Familienforum. In diesem Jahr seit drei Jahrzehnten – was am Sonntag gefeiert wurde. „Und wir haben noch einen Grund zu feiern“, ergänzt Renate Hold, gleichfalls Leiterin des MGH. „Unser MGH besteht nun seit genau 15 Jahren.“ Es existiert damit viel länger als alle, die an diesem Tag der offenen Tür in der Hüpfburg auf dem MGH-Parkplatz herumtollen.

Am Sonntag war die Spitalstraße Spielstraße.
Am Sonntag war die Spitalstraße Spielstraße. | Bild: Jörg Büsche
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Zita Wucherer, Hannelore Kiebele und Gerda Terbrüggen sind zum ersten Mal da. Aus „Wunderfitzigkeit“, wie Hannelore Kiebele erklärt. Gehört hätten sie zwar schon vom MGH, erzählen die Seniorinnen. Gerda Terbrüggen gehört sogar zu den fördernden Mitgliedern des MGH-Vereins. Doch die kostenlosen Informationen der Polizei, die sich speziell an Ältere wenden, um etwa vor Trickbetrügern zu warnen oder die MGH-Angebote zum Umgang mit digitalen Medien, die haben sie noch nicht genutzt.

Zita Wucherer, Hannelore Kiebele und Gerda Terbrüggen sind neugierig, was sie im MGH erwartet.
Zita Wucherer, Hannelore Kiebele und Gerda Terbrüggen sind neugierig, was sie im MGH erwartet. | Bild: Jörg Büsche

Gelegenheit, den Markdorfer Demographiebeauftragten Marco Fandel kennenzulernen, werden die drei Damen gleich im MGH-Wohnzimmer haben. Heute, am Tag der offenen Tür, hilft er Kindern beim Basteln von elektronischem Spielzeug. Fandel gehört ebenso zum Kreis der freiwilligen MGH-Helfer wie Willy Ruprecht und Hansjürgen Kärcher aus dem Reparatur-Café. Diese Ehrenamtlichen, rund 190 sind es, die wenigstens einmal im Monat kommen, gehören zu den wichtigen Stützen des MGH-Angebots, erklärt Christin Jungblut. Daneben gibt es noch ein Dutzend fest angestellte Mitarbeiter. Alles Engagement wäre aber vergeblich, würde die Stadt nicht das Gebäude stellen – und würde es keine fest zugesagten Fördermittel vom Bund geben. Das Erfolgsmodell MGH, so Renate Hold, habe sich nach 15 Jahren endgültig verstetigt.

Christin Jungblut und Renate Hold leiten das MGH.
Christin Jungblut und Renate Hold leiten das MGH. | Bild: Jörg Büsche
Tina Vokshi schätzt die gute Zusammenarbeit im MGH-Team. „Hier fühlt man sich wie zu Hause.“
Tina Vokshi schätzt die gute Zusammenarbeit im MGH-Team. „Hier fühlt man sich wie zu Hause.“ | Bild: Jörg Büsche