Im Außenbereich des Bildungszentrums (BZM), aber auch im Schulgebäude wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet, damit die Erweiterungen und die Sanierung bis zum Beginn des neuen Schuljahres nächste Woche weitestgehend abgeschlossen sind. Ganz ohne Maschinenlärm und Muskelkraft ist indes ein anderer Umbau verlaufen: Der Wandel des Schulverbunds zur Realschule. Damit ist die frühere Werkrealschule nun endgültig in der Realschule aufgegangen.

Die letzten Werkrealschüler haben das BZM verlassen

Marianne Licciardi-Haberbosch, seit 1. August die Schulleiterin der neuen Realschule, erklärt: „Damit ist nun abgeschlossen, was vor sechs Jahren beschlossen wurde.“ Die bisherige Realschule und die Werkrealschule sollten sich gemeinsam zu einer „Realschule neu“ entwickeln, hatte der Kreistag im Juli 2016 beschlossen. Und er folgte damit dem Konzept, das die Gesamtlehrerkonferenz von Real- und Werkrealschule zuvor empfohlen hatte. Jene Schüler, die zum Schuljahr 2016/17 noch für die Werkrealschule angemeldet wurden, sollten keine Nachfolger mehr haben. Anmeldungen waren ab dem Frühjahr 2017 nur noch für die Realschule neu möglich. Die Folge: Im nun beginnenden neuen Schuljahr gibt es nur noch Realschüler. Die letzten Werkrealschüler waren Ende Juli mit ihren Abgangszeugnissen verabschiedet worden.

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Schulleiterin Licciardi-Haberbosch erinnert sich noch genau an die Vorgeschichte. Ganz ohne Reibung sei die Empfehlung der Gesamtlehrerkonferenz für die „Realschule neu“ nicht zustande gekommen. Schon auf der organisatorischen Ebene war ja völlig offen, wie zwei unterschiedliche Kollegien mit durchaus unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten zu einem neuen Kollegium verschmelzen könnten.

Wenn am Montag die Schule wieder beginnt, gibt es am BZM keinen Schulverbund mehr, sondern neben dem Gymnasium nur noch die Realschule.
Wenn am Montag die Schule wieder beginnt, gibt es am BZM keinen Schulverbund mehr, sondern neben dem Gymnasium nur noch die Realschule. | Bild: Jörg Büsche

Die beiden Kollegien mussten sich erst finden

„Wir mussten uns erst kennenlernen“, erklärt die studierte Realschullehrerin und räumt ein: „Ich war damals selbst eher skeptisch, dass es auch tatsächlich gelingen wird, aber am Ende habe wir uns zusammengerauft“, nach intensiven Diskussionen. Eine einjährige Test- und Begegnungsphase half dabei, sich einander anzunähern. Dabei galt es auch offene Fragen zu klären. Zum Beispiel, wie in der künftigen Realschule die schwächeren Schüler sinnvoll gefördert werden können. Das Ergebnis: „Wir bieten weiterhin den Hauptschulabschluss an.“ Grundniveau-Schüler müssen also nicht unbedingt auf die Gemeinschaftsschulen in den Nachbargemeinden ausweichen.

Klaus Spatzier ist der neue stellvertretende Schulleiter der Realschule.
Klaus Spatzier ist der neue stellvertretende Schulleiter der Realschule. | Bild: Jörg Büsche

Während des bereits im Sommer 2014 begonnenen Schulweiterentwicklungsprozesses der Modellschule BZM entschied man sich gegen das Konzept Gemeinschaftsschule. Auch weil die üblicherweise einen Ganztagsunterricht vorsieht. Dafür gibt es an der Realschule nun ein Ganztagsangebot, mit nur zwei verbindlichen Nachmittagen, aber mit AGs, Förderkursen, Hausaufgabenbetreuung und Prüfungsvorbereitung.

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Positive Reaktion der Eltern

„Die Eltern sind zufrieden, dass wir nun eine Realschule geworden sind“, fasst Schulleiterin Licciardi-Haberbosch zusammen, was sie von Müttern und Vätern hört. Positiv aufgenommen wird noch etwas: der bilinguale, zweisprachige Zug. In einer Schulklasse findet der Unterricht in zwei Fächern auf deutsch und auf englisch statt.

Die 7a gehört zu den bilingualen Klassen der Realschule, hier beim Musikunterricht bei Gunther Rey.
Die 7a gehört zu den bilingualen Klassen der Realschule, hier beim Musikunterricht bei Gunther Rey. | Bild: Jörg Büsche

Lehrer mussten dazu lernen

Die ehemaligen Werkrealschullehrer im inzwischen 70-köpfigen Realschulkollegium hatten unterdessen Weiterbildungsseminare an der Hochschule Weingarten besucht, sodass sie nun auch Realschullehrer sind. So ganz richtig ist es also nicht, wenn es auf der Internetseite der Realschule heißt: „Schulverbund wird Realschule – die Schule bleibt die alte“: Manches hat sich eben doch verändert in den vergangenen sechs Jahren.