Feuerwehreinsätze können unter Umständen sehr belastend für die Einsatzkräfte sein. Die Summe vieler Einsätze, oder sehr markante Einsätze, können unter Umständen noch Wochen später Albträume hervorrufen und zu großen psychischen Belastungen führen. Wie können die Partnerinnen und Partner der Feuerwehrleute dies frühzeitig erkennen und unterstützend tätig werden? Unter dieser Fragestellung stand ein Seminarnachmittag für zehn Angehörige von Markdorfer Feuerwehrleuten in Nonnenhorn, wie die Feuerwehr Markdorf mitteilt.

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Durch gute private Kontakte von Birgit Kneule – Ehefrau des Gesamtkommandanten der Markdorfer Wehr Daniel Kneule – zur Feuerwehr Nonnenhorn, erfuhren die Markdorfer von einer Veranstaltung, die Markus Embritz von der PSNV-E (Psychosoziale Notfallversorgung – Einsatz) des Landkreises Lindau durchgeführt hatte. Nachdem die Feuerwehr Markdorf 2021 auch einige sehr schwere Einsätze mit tödlich verletzten Personen hatte, kam der Gedanke auf, eine ähnliche Veranstaltung durchzuführen.

Symptome erkennen und Hilfe holen

Auf Initiative von Birgit Kneule und Vanessa Brutsch – Frau des stellvertretenden Kommandanten der Feuerwehr Markdorf Mathias Brutsch – konnten zu Markus Embritz auch Markus Klein von der PSNV des DRK im Bodenseekreis, sowie Julian Schwarz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Nonnenhorn, als Gastgeber gewonnen werden. Nach Einführung und Erläuterung, was PSNV bedeutet, wurde gemeinsam auch in interaktiver Arbeit zusammengetragen, was Stress überhaupt ist.

So kommt zum normalen Alltagsstress aus Arbeit, Familie und Freizeit unter Umständen der Stress im Einsatz hinzu, beginnend schon bei der Alarmierung. Sehr belastende Einsätze können im schlimmsten Fall „ein Fass zum überlaufen“ bringen. Es wurde erklärt, dass es dann gelten muss, die Symptome zu erkennen, sich ihnen zu stellen und Hilfe einzuholen.

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Zentraler Punkt war die Erkenntnis, dass es ungemein wichtig ist, Stress zu reduzieren. Wird in einem Bereich der Stress vermindert, profitieren alle Bereiche des Lebens davon. Einig war man sich auch, dass die Kameradschaft in der Feuerwehr ein zentraler Pfeiler ist, um mit unschönen Bildern umgehen zu können.

Das Zusammensitzen nach Einsatz und Übung ist also sehr wichtig für die Teambildung. Die zwei PSNV-Fachleute haben den Teilnehmern sehr wichtige und gute Tipps mitgeben, sodass es für alle ein gelungener wertvoller Nachmittag war, der wie im Fluge verging. Neu war in diesem Fall die Zusammenarbeit der PSNV auf diese Art über Landkreis- oder sogar Landesgrenzen hinweg.