Manch einer mag sich verwundert die Augen gerieben haben: Auf dem Hepbacher Kirchplatz ragt seit einiger Zeit ein Maibaum in die Höhe. „Ich hatte diese Idee aus zwei Gründen“, sagt Dominik Lang. „Zum einen wollte ich in Hepbach ein Brauchtum aufleben lassen, wie es in anderen Dörfern gepflegt wird. Zum anderen sollte es aber insgeheim auch ein Gedenkbaum für meinen verstorbenen Bruder Michael sein, der ein Teil unserer Bomboale-Gruppe war.“ Dieser Gedanke sei bereits vor einem Jahr entstanden, wegen Corona-Pandemie aber nicht umsetzbar gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Idee kam auch bei seinen Kameraden gut an. „Wir waren von Dominiks Idee begeistert“, erklärt Daniel Keller, der zu den Initiatoren der Baumsteller – den Bomboale – gehört. Die Idee entstand zur später Stunde am Schmotzigen Dunschdig, so Keller. „Dort sind wird auf den glorreichen Gedanken gekommen, aus dem Narrenbaum einen Maibaum zu machen“, so Keller. Das Basteln der Holztafeln und das Schmücken des Maibaums hat sein Vater Manfred Keller übernommen. Ein Maifest gab es nach dem Maibaumstellen nur im kleinen Kreis unter den Bomboale mit deren Freunden und Familien.

„Wir sind kein Verein, sondern nur eine Gruppe von zwölf Leuten, die das Brauchtum und die Gemeinschaft in Hepbach hegen und pflegen wollen“, so Daniel Keller. Die ersten Jungbomboale stehen bereits in den Startlöchern. Die Entstehung der „Brauchtumspfleger“ geht auf das Jahr 2007 zurück. Damals überraschten sie den damaligen Hepbacher Zunftmeister Andi Lang beim Kärrelerennen mit dem ersten Narrenbaum. Dieser fand die Idee großartig, dass es nach vielen Jahrzehnten in Hepbach wieder einen eigenen Narrenbaum gab, und unterstützte die Aktion.

Das könnte Sie auch interessieren

Ob es weitere Narren- oder Maibäume gibt, hängt laut Daniel Keller davon ab, ob man künftig ein funktionelles Loch für die Bäume bekomme. Dies müsse noch mit dem Ortsvorsteher Bernd Brielmayer und der Stadt besprochen werden.