Der DRK-Ortsverein ist bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge auf Spenden angewiesen, da diese Kosten nicht von der Krankenkasse oder sonstigen Trägern bezahlt werden. Die Anschaffung des Trägerfahrzeugs schlägt mit etwa 45 000 Euro zu Buche, der Ausbau zum Einsatzfahrzeug verschlingt weitere 72 000 Euro und das veraltete Material zu ersetzen kostet 26 000 Euro, so die Rechnung der DRK-Führungsgruppe.

Silke Uhl, Jens Wawerla und Martin Denkert (von links) hoffen, dass sie ihren neuen Mannschafts- und Rüstwagen im Sommer bestellen dürfen.
Silke Uhl, Jens Wawerla und Martin Denkert (von links) hoffen, dass sie ihren neuen Mannschafts- und Rüstwagen im Sommer bestellen dürfen. | Bild: Lang, Andreas

Eine der Aufgaben der Schnelleinsatzgruppe (SEG) ist es, schnell sanitätsdienstliches Material zur Einsatzstelle zu bringen. „Unser Ziel ist es, zehn Patienten zu versorgen. Dazu sind Tragen, Sauerstoff und notfallmedizinisches Material notwendig“, erläutert Bereitschaftsleiter Martin Denkert. Weil ein Rettungswagen nur einem Patienten Schutz vor den Elementen bieten kann, bringt die SEG Zelt, Licht und Wärme mit, um so einer größeren Zahl von Patienten gerecht zu werden.

Im Augenblick transportiert die SEG das Material mit einem in die Jahre gekommenen Anhänger, was mehrere Nachteile hat, wie Martin Denkert erläutert: Das Gespann zusammenzustellen dauere in Notsituationen zu lange. Dazu komme, dass eine Signalfahrt mit Anhänger nicht einfach sei und nur wenige Helfer ihn sicher befördern könnten. Mit seinem starren Aufbau werde der Hänger den vielfältigen Aufgaben der SEG nicht mehr gerecht. Das liege nicht zuletzt daran, dass er keine eigene Energieversorgung habe. Als der Hänger beschafft wurde, habe die SEG relativ wenige Einsätze gehabt. 2020 seien es 16 gewesen, bei denen gutes Material gefragt gewesen sei.

20 000 Euro Zuschuss von der Stadt

Einen Zuschuss von 20 000 Euro für die Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeuges hat die Stadt Markdorf bereits zugesagt. Jetzt hofft der DRK-Ortsverein, dass auch die Nachbargemeinden, in denen die SEG ihren Dienst tut, weitere Zuschüsse geben. Der Rest muss durch Spenden zusammenkommen. Ein erster Spendenaufruf ist mit einem Schreiben an Firmen und Privatpersonen um die Weihnachtszeit rausgegangen. In der Folge sind 15 000 Euro eingegangen, erzählt Denkert. Wegen der Pandemie habe das DRK vorerst weitere Spendenaufrufe verschoben; der Ortsverein sei sich bewusst, dass viele Firmen wirtschaftlich angeschlagen sind.

Silke Uhl, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Markdorf, erklärt: „Wir haben einige Aktionen, die wir umsetzen wollen, um so das Geld zusammenzubekommen.“ Eine Idee sei, als Dank den jeweilig gespendeten Ausrüstungsgegenstand mit dem Namen oder Logo des Spenders zu versehen. „Unser 125. Vereinsjubiläum in diesem Jahr wäre auch ein guter Anlass gewesen, was nun aber nicht möglich sein wird. Wir freuen uns über jede Spende von privater Seite oder auch Gewerbe und Industrie“, bringt es die stellvertretende Vorsitzende auf den Punkt.

Von diesem Mannschafts- und Rüstwagen träumen die Mitglieder des Markdorfer DRK-Ortsvereins und hoffen, genug Spenden zusammenzubekommen.
Von diesem Mannschafts- und Rüstwagen träumen die Mitglieder des Markdorfer DRK-Ortsvereins und hoffen, genug Spenden zusammenzubekommen. | Bild: DRK Markdorf

Derzeit hat die SEG des DRK 20 aktive Mitglieder. Die SEG wurde 1988 von Andreas Specker aus der Bereitschaft des Ortsvereins Markdorf gegründet. Sie ist letztlich eine Weiterentwicklung des Markdorfer Ortsvereins. Rund 100 Jahre zuvor, 1886, wurde die DRK-Sanitätskolonne Markdorf gegründet, die ihren größten Einsatz wohl im Jahr 1939 beim Eisenbahnunglück in Lipbach hatte.

Das primäre Einsatzgebiet der Ortsgruppe ist Markdorf, Bermatingen, Ahausen, und Kluftern. Je nach Ereignis können auch Einsätze in den Nachbargemeinden hinzukommen, wie beispielsweise beim großen Flugzeugunglück in Überlingen. Die SEG rückt immer dann aus, wenn Kapazitäten des regulären Rettungsdienstes überschritten sind, sprich ein Massenfall an Verletzten (MANV) an einem Unglücksort gegeben ist.

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Die Grenze für einen MANV ist dabei dynamisch und abhängig davon, wie viele Notfälle zeitgleich vom Rettungsdienst bearbeitet werden müssen. Im Bodenseekreis gibt es acht Rettungswagen, da kann ein MANV schon ein Verkehrsunfall mit drei Patienten sein. Ein weiterer Einsatzschwerpunkt sind Brände, hier stellt die SEG des DRK neben der Versorgung und Betreuung der Betroffenen die sanitätsdienstliche Absicherung der Feuerwehr sicher. Auch planbare Einsätze wie Evakuierungen oder große Sanitätsdienste, zum Beispiel bei Narrentreffen, zählen zu den Aufgaben der Ersthelfer. „Also alles, wo man schnell in wenigen Minuten viele Helfer und Logistik benötigt“, erklärt Bereitschaftsleiter Martin Denkert. Neben Material verfüge die SEG auch über entsprechende Strukturen, um einer größeren Zahl Betroffener schnell zu helfen.

Die Schnelleinsatzgruppe des Markdorfer Ortsvereins des Roten Kreuzes bei einer Feuerwehrhauptübung in Bermatingen (Archivbild).
Die Schnelleinsatzgruppe des Markdorfer Ortsvereins des Roten Kreuzes bei einer Feuerwehrhauptübung in Bermatingen (Archivbild). | Bild: Lang, Andreas