1097 Gramm wiegen die elektronischen Gefährte, mit denen das Team der Roboter-AG vom Gymnasium des Bildungszentrums Markdorf (BZM) nun Vizeweltmeister im Roboter-Fußball geworden sind. In einigen Disziplinen holten sich Maximilian Looser, Lukas Rank und Dennis Schorpp bei der Weltmeisterschaft in Thailands Hauptstadt Bangkok sogar den Meistertitel.

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Die oberste Stufe auf dem Siegertreppchen mussten sie sich jedoch mit den Fußballroboter-Konstrukteuren beziehungsweise -Spielern aus anderen Nationen teilen, da manche Matches von gemischten Teams ausgefochten wurden. Weltmeister sind die drei Markdorfer gemeinsam mit ihren Teamkollegen aus Japan und Australien geworden.

Besonders gut abgeschnitten haben die „Bodensee-Haie“, wie sich die Markdorfer nennen, übrigens auch bei der Präsentation ihres Wissens, also beim Erklären und Darstellen, wie ihre Roboter funktionieren.

Siege sind nicht alles

„Das ist ja einer der Grundgedanken beim Roboter-Fußball, erklärt Dennis Schorpp, „die Spieler sollen sich austauschen, voneinander lernen.“ Im Vordergrund stehe die Begegnung, nicht das Gewinnen. Lukas Rank erläutert, was man von den Robotern der US-amerikanischen Weltmeisterschaftsteilnehmer lernen konnte. „Deren Roboter rollen auf einem schlauen Reifen-System.“ Dank besserer Bodenhaftung konnten sie die Fußball-Automaten aus Markdorf öfter vom Ball trennen.

Zahlreiche Pokale künden vor dem Lehrerzimmer des Gymnasiums von den Wettbewerbserfolgen der Roboter-AG.
Zahlreiche Pokale künden vor dem Lehrerzimmer des Gymnasiums von den Wettbewerbserfolgen der Roboter-AG. | Bild: Jörg Büsche

Siege gewohnt sind sie allerdings, die Schüler und Schülerinnen, die in der Roboter-AG des Gymnasiums beziehungsweise in der daraus hervorgegangenen Schüler-Ingenieur-Akademie Woche für Woche an ihren Fußball-Automaten tüfteln, Programme verbessern, Hardware optimieren. Davon zeugen die zahlreichen Pokale, die im Flur zu Lehrerzimmer, Sekretariat und Schulleitungsräumen, in einer Vitrine aufgereiht beeindrucken.

AG mit Berufsperspektive

Anschaulicher ließe sich wohl kaum zeigen, was Diana Amann, Direktorin des BZM-Gymnasiums, den drei zur offiziellen Ehrung eingeladenen Welt- beziehungsweise Vizeweltmeistern erklärte: „Wir sind alle sehr stolz auf Euch.“ Und mit einigem Stolz erfüllt die Schulleiterin auch, was sie aus der regionalen Wirtschaft hört. Wenn Unternehmer berichten, wie überrascht sie von der Leistungsfähigkeit der jungen Tüftler aus der Roboter-AG sind. Und dass dieselben Unternehmer hoffen, dass eben diese Schüler sich nach Abschluss ihres Studiums in ihrem Unternehmen bewerben – die Einstellung wäre sozusagen sicher.

Beim Tüfteln Freundschaft geschlossen

Auch für Maximilian Looser, Lukas Rank und Dennis Schorpp war die Roboter-AG prägend. Alle drei Abiturienten wollen Elektrotechnik beziehungsweise Informatik studieren. Prägend war aber noch etwas: „Das Arbeiten am gemeinsamen Ziel, das gemeinsame Experimentieren und die vielen, vielen zusätzlichen Stunden vor den Wettbewerben hat uns zu Freunden gemacht“, sagt Maximilian Looser.

„Einmal Roboter-AG, immer Roboter-AG“, scherzt der pensionierte Ingenieur Joachim Boll. Er wie auch Andrea Wodtko unterstützen als ehrenamtliche Betreuer den Lehrer Christian Heinzel, der die AG leitet.