Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen. Die Finanzverwaltung strebt schon seit längerem einen höheren Kostendeckungsgrad für die städtischen Leistungen rund um Gräber und das Beerdigen an. Viele Jahre schoss die Stadt hohe Beträge hinzu, im Durchschnitt rund 1700 Euro. Darum lag die Kostendeckung auch bei weniger als 60 Prozent. Mit dem erklärten Ziel, einen möglichst ausgeglichenen Ergebnishaushalt zu haben, lässt sich das kaum vereinbaren.

Das Defizit schrumpft

Die Konsequenz: In Markdorf wird die Friedhofsnutzung teurer – übrigens nicht nur in Markdorf. Auch andernorts beauftragen die Verwaltungen Kommunalberatungsbüros mit der Neukalkulation der Friedhofsgebühren. Das von der Markdorfer Hauptverwaltung eingeschaltete Büro empfahl eine Anhebung und der Gemeinderat beschloss, diese in drei Stufen vorzunehmen. So sollte der Kostendeckungsgrad schrittweise steigen. Er stieg von Januar 2020 bis zum Beginn 2022 von 70 auf 75 und schließlich auf 80 Prozent. Defizitär blieb das städtische Friedhofswesen dennoch, doch das Minus verringerte sich von rund 130.000 Euro im Jahr 2020 auf 70.000 Euro im Jahr 2021.

Ein Grund für die Kostensteigerung ist, dass sich das Ausheben von Gräbern drastisch verteuert hat.
Ein Grund für die Kostensteigerung ist, dass sich das Ausheben von Gräbern drastisch verteuert hat. | Bild: Jörg Büsche

In der Zange der Fremdanbieter

Wie Stadtkämmerer Michael Lissner bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, laufen der Stadt die Kosten auf dem Friedhof davon. Die Fremdkosten, die für den Grabaushub anfallen, schießen in die Höhe. Joachim Mutschler schlug vor, dies zu umgehen. Der Fraktionschef brachte den städtischen Bauhof ins Spiel. Auch das sei im Rathaus in Betracht gezogen worden, erklärte Bürgermeister Georg Riedmann. Unterm Strich rechne sich der Einsatz von Stadtmitarbeitern aber nicht – auch weil der Bauhof nicht über die notwendigen Gerätschaften verfügt.

Das könnte Sie auch interessieren

Stadt muss sich Preiserhöhung von Bestattungsinstitut anpassen

Mit solchen Maschinen arbeitet ein Markdorfer Bestattungsinstitut – beziehungsweise der von ihm beauftragte Subunternehmer. Und weil dieser Bestatter jüngst seine Preise angehoben habe, habe auch die Stadt ihre Leistungen verteuern müssen. „In der gegenwärtigen Haushaltslage können die zusätzlichen Kosten nicht bei uns bleiben“, erklärte Hauptamtsleiter Klaus Schiele.

Der letzte Weg ist auch in Markdorf kostspielig geworden.
Der letzte Weg ist auch in Markdorf kostspielig geworden. | Bild: Jörg Büsche

Räte bedauern die Zwangslage

Wie die Sitzungsunterlagen zeigen, verteuert sich ein Erwachsenengrab zum Jahresbeginn von 525 Euro auf 900 Euro und ein Urnengrab von 195 Euro auf 240 Euro. Kerstin Mock erklärte, ihr erschienen die neuen Gebühren sehr hoch. Der Hauptamtsleiter antwortete der CDU-Fraktionsvorsitzenden mit dem Hinweis auf den Markt, auf dem nur ein Unternehmen seine Leistung anbiete. SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Achilles nannte das eine „ungeschickte Monopolstellung“.