Beim Namen Ernst Arnegger denken Markdorfer vor allem an Politik – weil Arnegger die kommunalpolitische Gesprächsrunde „I mein‘ halt“ leitet. An Kunst dagegen werden nur diejenigen denken, die den pensionierten Lehrer näher kennen. Hat er in Ravensburg doch auch Kunst unterrichtet. Nun lädt Arnegger im Dosch-Haus, Marktstraße 15, zu seiner allerersten Ausstellung ein. Präsentiert werden seine im letzten Fünfviertel-Jahr entstandenen Corona-Bilder.

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Man sieht sie nicht. Sie messen nur 80 bis 140 Nanometer: 80 bis 140 Millionstel Millimeter. „Plötzlich sind sie überall aufgetaucht“, erinnert sich Ernst Arnegger. Er spricht von Coronaviren – und er bezieht sich dabei auf jene Illustrationen, die seit dem Frühjahr 2020 im Fernsehen oder der Zeitung Sars-CoV-2-Viren darstellen. Zu sehen sind runde Figuren, die an Igelbälle erinnern. Nur, dass die Noppen auf den Corona-Bällen nicht spitz zulaufen, sondern sich verbreitern.

„Das war der Anstoß für mich – ich wollte Corona-Bilder malen“, erinnert sich Arnegger. Wobei er nicht mehr genau weiß, wann er genau begonnen hat. Pinsel und Palette hat er ja eigentlich immer zur Hand. Seit seiner Pensionierung sogar öfter als davor. Die Covid-19-Pandemie aber habe seiner Kreativität einen nachhaltigen Anschub gegeben. Insbesondere die Lockdown-Phasen von 2020 ließen viel Zeit für Kunst. Sei Arnegger doch kaum noch vor die Haustür gekommen.

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Sie sind bunt. Sie wirken freundlich. Und dass er seine Covid-Figuren nicht mit dem Pinsel aufgetragen hat, sondern die Farbe aus der Tube auf die Leinwand gequetscht hat, verleiht den Tupfern außer Plastizität auch etwas Spielerisch-Harmloses. „Mir geht es ja nicht darum, das Schreckliche von Corona noch zusätzlich zu betonen“, erklärt Arnegger. Sein Ziel sei vielmehr, auch die andere Seite des Virus zu zeigen – ohne es deshalb zu verharmlosen. „Hier hat das Böse auch seine schöne Seite.“ Diese Mahnung sagt Arnegger mit einem Lächeln.

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. August zu sehen – immer an den Markt-Donnerstagen, von 9 bis 12 Uhr.