Endlich wieder Präsenzunterricht: Nicht nur die allgemeinbildenden Schulen haben inzwischen wieder ihre Pforten für alle Schüler geöffnet. Dank deutlich gesunkener Inzidenzwerte geht es für die Markdorfer Musikschüler inzwischen auch wieder in den Gitarren-, Klavier-, Gesangs- oder Blockflötenunterricht. Eine Umfrage unter Markdorfer Musikschülern zeigt eines deutlich: Es herrscht nun überwiegend Erleichterung, weil wieder Präsenzunterricht möglich ist. Die Befragten freuen sich alle über ihre Rückkehr in die Musikschule.

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„Weil man sich in echt sieht und nicht nur auf dem Bildschirm“, erklärt Hanna. Obgleich die Zehnjährige dem Instrumentenlernen am Bildschirm immerhin einen Vorteil abgewinnen konnte: „Ich muss dann nicht immer das schwere Euphonium zur Musikschule schleppen.“

Hanna freut sich über den nun wieder angelaufenen Präsenzunterricht in der Musikschule Raumschaft Markdorf.
Hanna freut sich über den nun wieder angelaufenen Präsenzunterricht in der Musikschule Raumschaft Markdorf. | Bild: Jörg Büsche

Viele Schüler haben das gemeinsame Musizieren vermisst

Die Frage der Schlepperei spielt für Elias Roth hingegen kaum eine Rolle. Der 16-Jährige lernt ebenfalls Euphonium an der Markdorfer Musikschule. Ihn freut am Präsenzunterricht, dass nun wieder gemeinsames Musizieren mit anderen möglich ist. „Das macht mehr Spaß als alleine“, findet er. Aber das hatte auch die sechs Jahre jüngere Hanna geantwortet. Elias Roth hofft indes außerdem, „dass bald wieder Konzerte stattfinden können“ oder wenigstens Feierabendhocks und Veranstaltungen, bei denen Blasmusik zu hören ist.

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Ganz abgeneigt war der 16-Jährige dem Lernen am Bildschirm allerdings nicht: Unter den Bedingungen des Onlineunterrichts sei etwas mehr Theorie gemacht worden als vorher. „Und das mache ich gerne“, erklärt er. Sein Wunsch ist nun, dass dieser leicht erhöhte Theorieanteil beibehalten wird, auch beim Präsenzunterricht in der Musikschule. Sodass die den Pandemiebedingungen geschuldete musikschulpädagogische „Notlösung“ aus Elias Roths Sicht ruhig zu einer dauerhaften Option werden sollte.

Die Musikschullehrer Anuschka Schoepe und Johannes Eckmann haben ihre Schüler während der Lockdownphase am Bildschirm zum Weitermachen motiviert. (Archivbild)
Die Musikschullehrer Anuschka Schoepe und Johannes Eckmann haben ihre Schüler während der Lockdownphase am Bildschirm zum Weitermachen motiviert. (Archivbild) | Bild: Jörg Büsche

Digitaler Musikschul-Unterricht in Markdorf und bundesweit

Der Onlineunterricht sei keine zusätzliche Belastung gewesen

Keine Option war der Onlineunterricht fürs zweistimmige Musizieren. Das erklärt Simon. Die Zeitverzögerung bei der digitalen Klangübertragung hätte das Zusammenspiel mit seinem Posaunenlehrer verunmöglicht. Überhaupt freut sich der Neunjährige wieder aufs musikalische Miteinander in der Musikschule. Auch, weil es nicht ganz leicht sei, am Bildschirm zu erkennen, wo der richtige Ton sitze. Beim direkten Kontakt mit der Posaune sei das schon einfacher.

Das Posaune spielen am Bildschirm zu lernen, hat durchaus seine Tücken, findet Simon.
Das Posaune spielen am Bildschirm zu lernen, hat durchaus seine Tücken, findet Simon. | Bild: Jörg Büsche

„Für mich ist Musik schon immer sehr wichtig gewesen“, erklärt Gitarrenschülerin Pia, „egal ob ich selber spiele oder nur zuhöre.“ Während Corona, während des Lockdowns aber, so fährt die Jugendliche fort, „höre und spiele ich mehr“.

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Auf die Frage, ob sie den Onlineunterricht, das Musizieren am Bildschirm, als zusätzliche Belastung zum „normalen“ Schulunterricht und auch zum Home-Schooling empfunden habe, antwortet die junge Gitarristin: „Mal so, mal so.“ Je nachdem, wie viel für die Schule zu tun war, blieben aber noch genügend Motivation und Lust für den Onlineunterricht der Musikschule.

Geigenlehrerin Andrea Diersch hat beim Digitalunterricht vor besonderen Herausforderungen gestanden. Online sind die richtigen Griffe schwieriger zu vermitteln als im Präsenzunterricht. (Archivbild)
Geigenlehrerin Andrea Diersch hat beim Digitalunterricht vor besonderen Herausforderungen gestanden. Online sind die richtigen Griffe schwieriger zu vermitteln als im Präsenzunterricht. (Archivbild) | Bild: Jörg Büsche

Musizieren als willkommene Abwechslung im Lockdown

Von einem gewissen Halt, insbesondere für die Freizeit, spricht Katja Haberstroh, Mutter von Karla und Vinzent, die beide an der Markdorfer Musikschule Blockflötenunterricht nehmen. „Da ja sonst nichts stattgefunden hat im Lockdown, kein Sportverein, so gut wie gar keine Freizeitaktivitäten, hat es mit dem Flötenunterricht doch noch etwas Fixes gegeben.“ Auf das wiederum hätten sich die Kinder gefreut.

Noah Loebermann beschreibt es so: „Das Musizieren ist für mich sehr wichtig geworden, es ist für mich ein Ausgleich zum mittlerweile normalen Corona-Alltag.“ Auch für den 18-jährigen Gesangsschüler hat die Musik während der Pandemie-Phase an Gewicht gewonnen. Trotz aller technischen Probleme habe er den Onlineunterricht keinesfalls missen wollen.

Für Noah Loeberman war das Musizieren auch ein willkommener Ausgleich im Lockdown.
Für Noah Loeberman war das Musizieren auch ein willkommener Ausgleich im Lockdown. | Bild: Jörg Büsche

Und Linda Staerke, ebenfalls Gesangsschülerin, erläutert, dass Onlineunterricht „zwar nicht die ideale, in dieser Zeit aber die beste Möglichkeit zur musikalischen Bildung“ gewesen sei. In kleine Einheiten portioniert, stellte das Musizieren am Bildschirm auch keine zusätzliche Belastung zum Home-Schooling dar, erklärt die Abiturientin. Im Gegenteil habe sie den Musikschul-Onlineunterricht „immer als willkommene Abwechslung“ erlebt.