Die Flammen lodern. Man muss sich jedoch herunterbeugen, um ins kleine, durch dickes Panzerglas verschlossene Ofenloch der neuen Heizungszentrale in der noch im Bau befindlichen Turnhalle neben der Jakob-Gretser-Grundschule blicken zu können. Es flackert, es bleckt immer dann hell auf, wenn weitere Schübe mit Hackschnitzel zugeführt werden. Eine Förderschnecke wühlt sich durch den Brennstoff aus dem Hackschnitzelbunker.

Der liegt noch einen Stock tiefer im Untergeschoss. „Die Heizanlage ist auf 300 Kilowatt ausgelegt“, erläutert Janett Richter. „Das reicht vollkommen aus, um in Zukunft eventuell auch den Pestalozzi-Kindergarten mit Wärme zu versorgen.“ Doch das, so erklärt die die Sanierung der Jakob-Gretser-Grundschule und den Bau der neuen Turnhalle betreuende Architektin im städtischen Bauamt, „das ist im Moment noch Zukunftsmusik“.

Hier brennt‘s.
Hier brennt‘s. | Bild: Jörg Büsche

Nachhaltig und möglichst sauber heizen

Die Hackschnitzelanlage kommt aus der Schweiz. Sie erlaubt, auch feuchtes Material zu verheizen. „Was die Sache etwas billiger macht“, erläutert Janett Richter, „es erspart Lagerkosten fürs Trocknen.“ Das Hauptargument für die verwandte Ofentechnik sei allerdings, dass nachwachsende Biomasse aus der Region verwandt wird, keine fossilen Brennstoffe. Ein zusätzlicher Elektrofilter entzieht dem Rauchgas den Großteil der Feinstaubpartikel.

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Wohin man sieht: Technik

Die vom Heizkessel produzierte Wärme wandert in den Pufferspeicher. In dem sorgen 12000 Liter Wasser dafür, dass die Temperaturen konstant gehalten werden können. Im Heizungskeller befindet sich aber noch mehr. Hier arbeitet auch die Lüftungsanlage. Sie saugt die Abluft der Halle nach außen, nutzt dabei deren Wärme um die einströmende Außenluft auf Temperatur zu bringen.

Bei soviel komplexer Technik wundert es dann kaum, dass der Technikraum im Keller der Turnhalle vollgepackt ist mit Apparaturen und Steuerungssystemen. Apparaturen und Steuerungssystem, die allerdings von außen überwacht werden können.

Nur für Fachleute, nicht für Schüler: die Technik der Heizungszentrale.
Nur für Fachleute, nicht für Schüler: die Technik der Heizungszentrale. | Bild: Jörg Büsche

Photovoltaik sogar am Turm

Es ist ganz offensichtlich: Auf der Großbaustelle Jakob-Gretser-Grundschule geht es mit großen Schritten voran. Am deutlichsten ist das an der Turnhalle zu sehen. Kaum weniger offensichtlich sind die Fortschritte indes auch an der Südseite des Hauptgebäudes. Am mächtigen Turm, in dem künftig ein Aufzug für Barrierefreiheit sorgen wird, sind nun auch die letzten Photovoltaik-Panele installiert, ergänzend zu den PV-Flächen auf den Dächern.

Photovoltaik auf den beiden Dächern der Schule, aber auch auf dem Fahrstuhlturm.
Photovoltaik auf den beiden Dächern der Schule, aber auch auf dem Fahrstuhlturm. | Bild: Jörg Büsche

Weiterhin gesägt und verschraubt wird demgegenüber an der Turnhallenfassade. Teil ist sie gestrichen, teils bekommt sie eine vorgehängte Front aus Weißtannenholz. Innen sind schon der Raum für Putzmittel, die beiden Fachräume für Musik und Werken beinahe fertig. Beinahe, denn es fehlt noch an einigen Installationen. Auch steht noch Material herum – zum Beispiel die metallenen Leitungselemente der Lüftungsanlage.

Die Fassade der Ersatzsporthalle wird mit Weißtanne verkleidet.
Die Fassade der Ersatzsporthalle wird mit Weißtanne verkleidet. | Bild: Jörg Büsche

Fertigstellung im Frühjahr beziehungsweise Herbst

In der Bauverwaltung hofft man, dass die Sanierung sowie der Teilumbau des Grundschulgebäudes im Frühjahr 2023 abgeschlossen werden kann. Das davon unabhängige Bauprojekt, die neue Einfeldsporthalle samt den zwei Fachklassen darin soll im Herbst 2023 fertig werden. Sodann rückt der Landschaftsgärtner an, um die Freifläche rund um die Schule wieder zu einer Spiel- beziehungsweise Pausenfläche für die Kinder zu machen.

Soll bis Herbst 2023 fertig sein: die Einfeldsporthalle.
Soll bis Herbst 2023 fertig sein: die Einfeldsporthalle. | Bild: Jörg Büsche

In Planung ist derzeit, eine neue Situation vor der Schule zu schaffen. Außer Verkehrsfläche für den Schulbus sollen auch ein sogenannten Kiss-and-Ride-Bereich entstehen, der zur Lösung des alten Problems verkehrswidrig haltender Elterntaxis beitragen soll. „Kiss and Ride“-Anlagen sind angeordnete Parkstände für Kurzzeitparken zum Absetzen oder Abholen von Personen. Grundsätzlich wird über ein neues Parkraumkonzept nachgedacht und an einen Shared-Space-Bereich an der Pestalozzistraße.