Jahr für Jahr zeigt sich der Hang unterhalb des Markdorfer Bischofschlosses in anderen Farben. Aktuell hat sich Monika Beder, Betriebsleiterin der Stadtgärtnerei, für die Bepflanzung mit Stiefmütterchen in unterschiedlichen Blautönen entschieden. „Unsere gelb-weißen Stadtfarben sind in diesem Jahr am Meersburger Kreisel zu sehen“, kündigt Beder an.

Video: Claudia Wörner

Hang beim Bischofschloss wird zum Hingucker

Flott von der Hand geht den Mitarbeitern der Markdorfer Stadtgärtnerei die Arbeit am großen, steilen Beet – dem Hingucker, wenn es in voller Blüte steht. Routiniert bewegen sie sich auf dem abgesicherten Hang, auf dem Bretter für die notwendige Trittsicherheit sorgen. „Heute sind hier fast alle im Einsatz“, sagt Beder. Sei die Arbeit an dem ausgesetzten Hang in Verbindung mit dem Verkehrslärm doch nicht gerade angenehm.

Hier wird sich bald ein blühender Teppich bilden: Savelyi Makerov gehört zum Team der Stadtgärtnerei und pflanzt ein Stiefmütterchen nach dem anderen.
Hier wird sich bald ein blühender Teppich bilden: Savelyi Makerov gehört zum Team der Stadtgärtnerei und pflanzt ein Stiefmütterchen nach dem anderen. | Bild: Claudia Wörner

Etwa einen halben Arbeitstag hat die Betriebsleiterin für die Vorbereitung des Bodens und die Pflanzaktion von rund 1000 Stiefmütterchen veranschlagt. Mit dem Rechen wird die Erde aufgelockert. Schnell ist mit dem Handspaten ein Loch gegraben, um die Pflanze zu setzen.

Stiefmütterchen frisch vom Feld

Zunächst müssen die ersten Frühlingsblüher jedoch vom Feld der Stadtgärtnerei „geerntet“ werden. Insgesamt 7000 Pflanzen, davon 1000 im Folienhaus, sind hier seit November gewachsen. Im Einsatz sind Vito Mancino und Andreas Krug.

Auf dem Feld der Markdorfer Stadtgärtnerei sind die Stiefmütterchen seit November gewachsen: Vito Mancino (links) und Andreas Krug „ernten“ die Pflanzen und bereiten sie für den Transport zu ihrem neuen Standort in der Stadt vor.
Auf dem Feld der Markdorfer Stadtgärtnerei sind die Stiefmütterchen seit November gewachsen: Vito Mancino (links) und Andreas Krug „ernten“ die Pflanzen und bereiten sie für den Transport zu ihrem neuen Standort in der Stadt vor. | Bild: Claudia Wörner

Sie holen die Stiefmütterchen aus dem Boden, schütteln vorsichtig einen Teil der Erde vom Wurzelwerk und packen sie auf Transportschalen, ehe sie an Ort und Stelle transportiert werden. Aufgrund des Nachtfrosts musste die Pflanzaktion um einen Tag verschoben werden.

Schnee bildet schützenden Puffer um die Blumen

Als erste blühende Blumen haben sich in Markdorf die Stiefmütterchen bewährt. „Wir setzen auf Freilandware, die hält ein bisschen was aus und ist von ganz anderer Qualität als die Blumen aus den Töpfchen“, erklärt Beder.

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So seien die Stiefmütterchen den ganzen Winter über draußen auf dem Feld gewesen. Den Schnee im vergleichsweise kalten Winter sieht die Chefin der Stadtgärtnerei als Vorteil. „Er hat um die Pflanzen quasi einen Puffer gegen die Kälte gebildet.“ Auch optisch sei die Freilandware unschlagbar, bilden die Stiefmütterchen, wenn sie erst angewachsen sind, doch einen Blütenteppich und lassen keine Erde mehr sehen.

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Neben dem markanten Hang unterhalb des Bischofschlosses schmücken sie den Kirchplatz, die Ortsteile und sie sind Hingucker an den Kreisverkehren und in zahlreichen Pflanzkübeln in der Stadt. „Außerdem haben wir bereits im Herbst rund 2500 Tulpenzwiebeln gesetzt, die demnächst blühen werden“, berichtet Monika Beder.

Die Tulpenzwiebeln wurden bereits im Herbst gesetzt und werden in Markdorf bald viele bunte Farbakzente setzen.
Die Tulpenzwiebeln wurden bereits im Herbst gesetzt und werden in Markdorf bald viele bunte Farbakzente setzen. | Bild: Claudia Wörner

Das Wetter bestimmt die Arbeit

Grundsätzlich müsse sie zusammen mit ihrem Team immer nach dem Wetter gehen. Bislang haben sie Bäume geschnitten, was nur bis Ende Februar möglich ist. Außerdem wurden die Bäume mit Dünger versorgt. „Demnächst werden wir die Rosen düngen“, blickt die Betriebsleiterin bereits auf die nächste anstehende Arbeit.

Holzbretter sorgen für Trittsicherheit am steilen Hang unterhalb des Markdorfer Bischofschlosses: Yvonne Weber ist neu im Team der Stadtgärtnerei.
Holzbretter sorgen für Trittsicherheit am steilen Hang unterhalb des Markdorfer Bischofschlosses: Yvonne Weber ist neu im Team der Stadtgärtnerei. | Bild: Claudia Wörner

Auch der komplette Sommerflor werde jetzt in der Stadtgärtnerei angebaut.

Menschen freuen sich über bunte Farbtupfer

Keinesfalls gespart wird in Markdorf aufgrund der Corona-Pandemie an Pflanzen und Saatgut. „Im Gegenteil – wir wollen die Stadt in diesem Jahr mit unseren Blumen noch schöner in Szene setzen“, sagt Beder, die weiß, wie sehr sich die Menschen über die bunten Farbtupfer freuen. „Die Stadt soll auch in Corona-Zeiten erblühen.“

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