Keine Frage: Sie sind schon ein bisschen der Hingucker. Auf dem Marktstand stechen sie durch ihr sattes Orange hervor. Möhren kontrastieren heftig gegen ihr grünes Nachbar-Gemüse. Sie leuchten nachgerade – jedenfalls im Vergleich zu blassem Rettich, farblosen Champignons, dezent-grünem Kohlrabi und hellem Blumenkohl. Allenfalls Paprika kann da noch mithalten.

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Aber selbst wenn es schon ein bisschen so ausschaut, als hätte Landwirt Andreas Nusser aus Ostrach seine Gemüsekisten so arrangiert, als ginge es ihm um die Ästhetik – als wolle er gar Stillleben-Maler anlocken, sind doch die ganz gewöhnlichen Marktbesucher seine Adressaten. Denen möchte Nusser „ein gutes und gesundes Gemüse“ anbieten. Immunsystem stärkend, reich an Mineralstoffen und Vitaminen – insbesondere an Vitamin A, das der Körper aus dem reichlich in Karotten vorhandenen Beta-Carotin umwandelt.

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Dass Möhren-Essen die Sehfähigkeit stärkt – nicht nur am Marktstand, wo die Karotten ohnehin ins Auge stechen –, das ist kein Gerücht. Ins Reich der Legenden gehört hingegen eine andere Geschichte. Danach war das Anzüchten der orangen Farbe ein Huldigungsakt an Wilhelm von Oranien im Kampf für die Unabhängigkeit von Spanien. Der fuhr unter orange-farbener Flagge. Die Zucht von orangen aus dem bis dahin gelben Wurzelgemüse galt als Sympathie-Bekundung. Bewiesen ist das nicht, kommt unseren niederländischen Nachbarn aber regelmäßig in Erinnerung, wenn ihre National-Elf in orangen Trikots aufläuft.