Kälte macht süß. Jedenfalls beim Grünkohl – oder Braunkohl oder Krauskohl oder, oder – die Liste seiner Namen ließe sich ohne weiteres noch erheblich verlängern. Landwirt Andreas Nusser sagt lieber Grünkohl. Den baut er selbst an auf seinen Nutzflächen bei Ostrach. „Ich ess‘ in recht gern“, so Nusser, „obwohl der Grünkohl bei uns ja eigentlich weniger bekannt ist.“

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Dass sich das in den letzten Jahren deutlich gewandelt hat, liege nach Meinung des Gemüsebauern vor allem daran, „dass inzwischen ziemlich viele Leute aus dem Norden zu uns gezogen sind.“ Die fragen nach ihrem vertrauten Heimat-Gemüse. Und sie sorgen auch dafür, dass Landwirt Nusser reagiert. Spätestens Ende Oktober kommt er donnerstagsmorgens mit erheblichen Mengen Grünkohl auf den Bauernmarkt beim Markdorfer Hexenturm.

Feta-Grünkohl

Eigentlich kann er ja das ganze Jahr über geerntet werden. Wäre da nicht die Sache mit der Süße. Friert es in der Nacht, büßt Grünkohl an der für ihn so typischen herben Säuerlichkeit ein.

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Andreas Nusser mag Grünkohl als Gemüsebeilage, „am liebsten so wie Wirsing“, seinen beinahe ebenso gesunden Vetter. Grünkohl mache sich aber auch außerordentlich gut als Chips zubereitet. Wie das geht, verrate das Internet, wo der säuerlich-süße aus dem Norden als „Superfood“ angeboten wird. Eisenhaltig, protein-satt und überquellend an Calcium sei er genau das Richtige in der kalten Jahreszeit. Was übrigens schon die alten Römer wussten, die den „Brassica oleracea“ auch als Heilpflanze schätzten.