Der Gemeinderat hat am Dienstagabend die Arbeiten für den Ersatzneubau der Sporthalle an der Jakob-Gretser-Grundschule vergeben. Erd- und Rohbauarbeiten sowie den Holzbau, die Installation von Heizung , Blitzschutz und Elektrotechnik waren zuvor vom planenden Architekturbüro Müller und Markus Planungsbüro (Uhldingen-Mühlhofen) zu einem Vergabepaket gebündelt und je einzeln ausgeschrieben worden. Den Zuschlag bekam das Unternehmen mit dem je günstigsten Angebot.

Die Bauarbeiten sollen schon im Sommer beginnen

Arbeitsbeginn für den Rohbau wird im Sommer sein, kündigte Architekt Tobias Müller an. Wobei die Bagger bereits am nächsten Montag mit dem Aushub starten dürften. Die Bauanträge seien eingereicht. „Wir warten täglich auf die Genehmigungen vom Landratsamt“, erklärte Müller. Er sei nach wie vor guter Dinge, dass die neue Sporthalle samt Technikzentrale sowie die beiden neuen Fachklassen dann ab Juli 2022 von Schülern und Lehrern genutzt werden können.

Ärgerlich: Die Baukosten schießen weiter in die Höhe

Weniger guter Dinge zeigte sich Müller in Bezug auf den immer stärkeren Anstieg der Baukosten. Waren im vergangenen September noch 4,6 Millionen Euro für den Ersatzneubau an der Pestalozzistraße veranschlagt, so sei inzwischen von 4,8 Millionen auszugehen.

In die Jahre gekommen: die alte Turnhalle, die nun durch eine neue Halle ersetzt wird.
In die Jahre gekommen: die alte Turnhalle, die nun durch eine neue Halle ersetzt wird. | Bild: Jörg Büsche

„Wir achten natürlich sehr auf die Kosten und sparen, wo wir können“, versicherte Müller den Räten. So sei man nun von der ursprünglich ins Auge gefassten Weißtannen-Decke auf Fichte beziehungsweise Kiefer umgestiegen, weil diese Hölzer billiger sind. Auch habe man den zuvor noch großzügiger bemessenen Dachvorsprung zurückgesetzt, um weiteres Geld zu sparen. Den Bedenken von Freie-Wähler-Stadtrat Arnold Holstein, ein knapper bemessener Dachvorsprung könne langfristig der Fassade schaden und deshalb zu höheren Kosten führen, begegnete der Architekt mit dem Hinweis auf trotzdem ausreichenden Niederschlagsschutz.

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Erfreulich: Die staatlichen Zuschüsse haben sich mehr als verfünffacht

Mit Blick auf die Kostensteigerungen erkundigte sich CDU-Fraktionsvorsitzende Kerstin Mock nach den „roten Linien“. Er habe die Summen sehr wohl im Blick, außerdem den Ehrgeiz, das bisher Veranschlagte nicht zu überschreiten, antwortete Stadtkämmerer Michael Lissner. Was insofern leichter sei als vermutet, da sich die staatlichen Zuschüsse für die Sanierungsarbeiten an der Jakob-Gretser-Grundschule unterdessen erhöht hätten, von 300.000 Euro auf 1,7 Millionen.

Die dringend sanierungsbedürftige Turnhalle (im Bild im Erdgeschoss) wird in Zukunft von Schülern als Bewegungsraum genutzt.
Die dringend sanierungsbedürftige Turnhalle (im Bild im Erdgeschoss) wird in Zukunft von Schülern als Bewegungsraum genutzt. | Bild: Jörg Büsche

Uwe Achilles, Fraktionschef der SPD, griff das Wort von der „roten Linie“ auf. Am Ende handele es sich doch um „überschaubare Beträge“, sagte er. Die neue Sporthalle an der Pestalozzi-Straße aber sei unverzichtbar.

Alter Streitpunkt: Die aufwändige Heizungsanlage

Wie auch schon im vergangenen Herbst hakte Holstein erneut bei der Heizungsanlage nach. Er sei durchaus nicht glücklich mit der angestrebten Lösung, kritisierte er. Ihn erstaune, dass die Planer sich für ein Konzept entschieden hätten, für das es nur einen einzigen Anbieter gebe. Ein Schweizer Unternehmen, „was die Heizung damit an sich schon mal um 20 Prozent verteuert“, vermutete Holstein.

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Ihm leuchtete auch nicht ein, dass der Holzhackschnitzel-Brenner eigens für feuchtes Brennmaterial ausgelegt sein wird, da das Mehrkosten verursache – nicht zuletzt für die aufwändigere Wartung. Architekt Müller verwies auf die Alternative. Sie würde zusätzlichen Lagerplatz erfordern und darüber hinaus auch weitere Transportwege mit sich bringen.

Wird grundlegend saniert: die Jakob-Gretser-Grundschule an der Pestalozzistraße.
Wird grundlegend saniert: die Jakob-Gretser-Grundschule an der Pestalozzistraße. | Bild: Jörg Büsche

Offene Fragen bei der Heizungsanlage sah auch Joachim Mutschler, Fraktionschef der Umweltgruppe. Sein Vorschlag: Diesen Komplex vorerst auszuklammern, sofern das überhaupt möglich sei. Einen dahingehenden Antrag erwog Arnold Holstein. Er verzichtete dann aber nach kurzer Sitzungsunterbrechung und Beratung. „Um keine Zeitverzögerungen und keinen weiteren Preisanstieg zu verursachen“, wie er sagte.

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Bürgermeister Georg Riedmann bedankte sich dafür ausdrücklich. Im Übrigen sei das Thema Heizung bereits ausführlich erörtert, außerdem auch schon beschlossen.