„Lasst Blumen sprechen“, lautete der Werbeslogan, mit dem der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber vor genau 99 Jahren den Handel ankurbeln wollte. Dass sich jedoch nicht nur zarte Blüten als Träger ebenso zarter Botschaften eigenen, zeigt eines der jungen Bäumchen, die nun auf dem Kirchplatz vor St. Nikolaus gepflanzt worden sind. „Mein Mann hat es mir zum Hochzeitstag geschenkt“, erklärte Cornelia Achilles am Rande der Pflanzaktion. Zu der sich außer Stadtgärtnerin Monika Beder und ihren beiden Mitarbeitern Savili Makarov und Dominik Lang auch Bürgermeister Georg Riedmann eingefunden hatten, Mitarbeiter aus der Verwaltung sowie sechs weitere Bürger aus Markdorf. Sechs Bürger, die jüngst eine nicht unbeträchtliche Summe gestiftet haben, damit in der Stadt neue Bäume gepflanzt werden können. Sie heißen deshalb Bürgerbäume.

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„15 Stück haben wir schon angeschafft“, erklärt Jacqueline Leyers, Mitarbeiterin im Städtischen Bauamt – mithin auch für die öffentlichen Grünflächen zuständig. Man habe eigens einen Flyer entwickelt, um die Bürgerbaum-Aktion in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit Erfolg, wie sich alsbald zeigte. Etliche Markdorfer riefen an, wollten eine Roteiche, eine Bluteiche einen Speierling oder eine andere Baumart stiften. So wie Susanne Elsner-Dörr und Alexander Dörr. „Uns soll der Baum an unsere verstorbene Tochter erinnern“, erklärt Susanne Elsner-Dörr. Darüber hinaus aber solle ihr Bäumchen auch ein Zeichen der Hoffnung sein. Ein Symbol dafür, dass überall etwas für den Klimaschutz getan werden kann.

Bäume statt teure Schattensegel

Die ökologische Grundsatzrede wollte Bürgermeister Riedmann seinen Zuhörern auf dem Kirchplatz ausdrücklich ersparen. Stattdessen wies er darauf hin, dass der Grünanteil in der Markdorfer Innenstadt recht groß sei. Auch dank der intensiven Pflege durch die Stadtgärtnerei. Trotzdem freue er sich, dass der vor einem guten Jahr von den Freien Wählern eingebrachte Vorschlag, Bürgerbäume anzupflanzen, zunächst vom Rat, dann aber auch von den Bürgern angenommen worden sei.

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Mit Blick auf die heißen Tage der zurückliegenden Sommer, heiße es für weitere Schattenplätze in der Innenstadt zu sorgen. Für natürliche Schattenplätze unter Laubdächern – „und nicht unter teuren Sonnensegeln“, betonte Riedmann. Bäume verbessern das Städtische. Und sie steigern die Aufenthaltsqualität, berichtete Stadtgärtnerin Monika Beder von ihren Beobachtungen in der Stadt. Gerade unter der Linde auf dem Kirchplatz fänden sich an Sommerabenden Menschen ein, um die besondere Atmosphäre dort zu genießen.

Eine atmosphärische Aufwertung soll auch andernorts geschehen. Etwa bei der Weiherwiese oder auf dem Angerplatz im Süden der Stadt. „Wir sprechen da mit den Bürgerbaum-Stiftern und hören uns deren Wünsche zu Baumarten und Standorten an“, erklärt Jacqueline Leyers.