Gleich zwei Kriminalromane hat die Markdorfer Autorin Maria Stich vor einigen Wochen veröffentlicht. Gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang Grund, der in der Nähe von Fürth lebt, schrieb sie „Tübinger Fieberwahn“ (Gmeiner Verlag) und „Tödliche Codes“ (? Oertel und Spörer).

„Ich hatte schon immer mit Sprache zu tun. Vor 15 Jahren belegte ich den ersten kreativen Schreibkurs“, berichtet Maria Stich, die von Beruf Grund- und Hauptschullehrerin ist und in Salem-Neufrach unterrichtet hat. Damals hätte die heute 67-Jährige durch das Schreiben eine schwere Erkrankung verarbeiten wollen. „Und es hat mir geholfen.“ Sie schrieb Adventskalendergeschichten für ihre Enkel und veröffentlichte zusammen mit ihrem Bruder erste Bücher über Books on Demand bevor sie den „Tübinger Fieberwahn“ Verlagen angeboten haben. Gleich vom ersten Verlag bekam das Autorenduo eine Zusage. „Als ich unser Buch zum ersten Mal in der Hand hielt, war das völlig irreal, gleichzeitig eine unheimliche Bestätigung und ein sehr glücklicher Moment“, beschreibt Maria Stich. Dabei habe Glück eine große Rolle gespielt. „Aber auch Fleiß.“

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Maria Stichs Bruder, Wolfgang Grund, sei in den Büchern für die Struktur und die Krimielemente zuständig. „Mein Part ist eher das Skurrile und wenn es ein wenig menschelt“, erzählt die Autorin. Die Kapitel würden sie im Vorfeld aufteilen und dann die Details am Telefon oder via Internet absprechen. „Dann gehen wir gemeinsam immer wieder drüber. Es ist eine Knochenarbeit“, beschreibt sie die Entstehung eines Buches. Von ihrem Arbeitszimmer aus schaut die Autorin auf einen Kirschbaum. „Ich bin eine Morgenstarterin und brauche meine Schreibumgebung“, schildert sie. Wenn sie intensiv an einem Buch arbeite, dürfe nichts anderes kommen. „Wird man abgelenkt, verliert man den roten Faden.“

Begeisterte Leserin der Eberhofer- und der Kluftinger-Krimis

Wichtig ist Maria Stich, die begeisterte Leserin der Eberhofer- und der Kluftinger-Krimis ist, dass auch in ihren Büchern, der Humor nicht zu kurz kommen darf. „Aber auch die kriminalistischen Aspekte müssen stimmen und dürfen nicht an den Haaren herbeigezogen sein“, berichtet die Autorin. Durch das Schreiben sei ihr Leben viel intensiver geworden. „Es ist fast wie eine Bewusstseinserweiterung ohne Drogen“, kommt die 67-Jährige ins Schwärmen.

So schaue sie mittlerweile viel genauer hin, um zum Beispiel einen Wintertag beschreiben zu können. Inspiration und Ideen sammelt die Markdorferin insbesondere bei Wanderungen rund um den Gehrenberg und in der Umgebung. „Das macht den Geist frei“, so Maria Stich.