In seiner jüngsten Sitzung hat der Ortschaftrat Ittendorf den Umbau einer ehemaligen Tankstelle zu einem Haus mit Wohnungen, Arbeiterhotel und Selbstbedienungs-Frühstücksraum auf dem Fetscher-Areal in der Andreas Strobel-Straße genommen zur Kenntnis genommen. Die Mitglieder winkten im Rahmen des Empfehlungsbeschlusses verschiedene Befreiungen und Ausnahmen durch. Die Planung sieht einen Umbau im Bestand vor und fügt sich laut Raffaela Tress vom Stadtbauamt städtebaulich ein.

Aufgrund des vorgegebenen Emissionsschutzes – Wohnzimmer und Schlafzimmer müssen sich nach Norden orientieren – wird das Treppenhaus entlang der Bundesstraße 33 im Süden vor den Baukörper gestellt. Um das Dachgeschoss zu erreichen, ist eine Befreiung der Wandhöhe um 2,40 auf 8,40 Meter sowie eine Ausnahme der Dachform beim Treppenhaus erforderlich. Im Zusammenhang mit dem Emissionsschutz wurde ein Flachdach mit Balkon nach Westen eingeplant. In diesem Bereich ist die geringfügige Überschreitung der Wandhöhe von 22 Zentimeter zu befreien und das Flachdach als Ausnahme zu genehmigen. Es sind 15 Stellplätze vorgesehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller (Umweltgruppe) wies darauf hin, dass die Dreiteilung des Baukörpers des Bauantrags mit der gezeigten 3-D-Darstellung in den Unterlagen nicht überein stimme. Raffaela Tress antwortete, dass für die Verwaltung die Zeichnungen im Bauantrag maßgebend seien. Sie musste allerdings feststellen, dass sich zwei falsche Darstellungen in den Unterlagen befunden hätten. Ortschaftsrat Karl-Heinz Alber (CDU) wollte wissen, ob das Projekt etwas mit dem Dorfentwicklungsplan zu tun habe, weil in den Unterlagen unter „Umbau und Entwicklung ländlicher Raum“ stehe? Dies verneinte Bernhard Grafmüller mit dem Hinweis, dass das eine Bezeichnung des Bauherrn sei. Es gab mehrere Fragen zu den geringen Abstandsflächen. Diese Thematik hat das Baurechtsamt zu klären, so Tress.

Erste Tankstelle in der Region mit bleifreiem Benzin

Zur Geschichte des Gebäudes: Hans Fetscher Senior hatte sich 1965 mit der Zeltfirma Fetscher selbstständig gemacht. Er betrieb die Fina-Tankstelle – erste Tankstelle in der Region mit bleifreiem Benzin – in Ittendorf und die dazu gehörende „Schlossschenke“. Beides wurde überwiegend von seiner Frau Rosemarie geführt. Die „Schlossschenke“ war „der“ Treffpunkt.