Teurer als vorgesehen werden die landschaftsgärtnerischen Arbeiten im Außenbereich der Jakob-Gretser-Grundschule beziehungsweise der dort entstehenden neuen Turnhalle. Wie Stadtbauamtsleiter Michael Schlegel in jüngste Sitzung des Gemeinderats ausführte, liegt das günstigere der beiden eingegangenen Angebote immer noch 16,33 Prozent höher als von der Verwaltung kalkuliert. Schlegel führt dies auf drei Umstände zurück.

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Neben den Kostensteigerungen, die die Material- und Lieferkettenproblematik bewirkt hat, habe auch die Corona-Pandemie zu höheren Kosten geführt. Und schließlich treibe nun auch der Ukraine-Krieg die Preise in der Garten- und Landschafsbaubranche – ebenso wie im übrigen Baugewerbe – in die Höhe. Was die Situation für die Bauherren, hier für die Stadt, um so misslicher macht, ist der Umstand, dass die Firmen in der Regel voll ausgelastet sind. Hohe Preise, hohe Nachfrage – weshalb Schlegel dem Gemeinderat empfahl, auf das Angebot des Weingartener Landschaftsbauunternehmens einzugehen. Ein Rat, den der Gemeinderat dann auch einstimmig befolgte.

Betteln hilft – manchmal

Die Tücken des sogenannten Anbietermarktes, bei dem die Kunden vielfach das Nachsehen haben, beschrieb Architekt Tobias Müller vom Uhldingen-Mühlhofener Büro MMP Architekten überaus anschaulich. Um im Zeitplan zu bleiben, um jeden Stillstand am Bau zu vermeiden, gelte es immer wieder „zu betteln“. Auch das sei eine Form der Kontaktpflege gegenüber den Firmen, so Müller. „Wir ringen um Angebote.“ Und das Büro MMP Architekten „kämpft an allen Fronten“, damit Material- und Kapazitätsengpässe überwunden, gleichzeitig aber die Wünsche nach immer mehr Geld eingedämmt werden können.

Die neue Sporthalle bei der Jakob-Gretser-Grundschule beziehungsweise die dort erstellten beiden Fachklassen werden im Herbst fertig.
Die neue Sporthalle bei der Jakob-Gretser-Grundschule beziehungsweise die dort erstellten beiden Fachklassen werden im Herbst fertig. | Bild: Jörg Büsche

Auf Ausschreibung keine Rückmeldungen

Architekt Müller berichtete, dass für die Metallbauarbeiten an der Sporthalle beziehungsweise an den beiden neuen Fachklassen 15 Schlossereiunternehmen angeschrieben worden seien. Angebote kamen jedoch keine zurück. Genauso habe es ausgesehen, nachdem man das Gewerk Fliesenarbeiten ausgeschrieben hat. Inzwischen konnte Architekt Müller dem Gemeinderat doch noch das Angebot einer Schlosserei aus Wald vorschlagen. Das dann ebenso einstimmig angenommen wurde wie das Angebot einer Allensbacher Trockenbaufirma. Das gesamte Vergabepaket – es beinhaltet unter anderem den Sporthallenboden, Malerarbeiten, Bodenbelagsarbeiten sowie mobile Sportgeräte – liegt 163.000 Euro über den berechneten 488.000 Euro.

Blick ins Innere der neuen Turnhalle.
Blick ins Innere der neuen Turnhalle. | Bild: Jörg Büsche

Zuversicht, dass Fördermittel fließen

Insgesamt – so geht aus der dem Gemeinderat ausgehändigten Tischvorlage hervor – liegt für das Gesamtprojekt eine Kostenüberschreitung von etwa 0,7 Prozent vor. Die Stadt rechnet indes mit einer „deutlich verbesserten Förderung“ – mit 1,7 Millionen Euro statt nur 0,3 Millionen für die Sanierung des Schulgebäudes, mit 350.000 Euro aus dem Gemeindeausgleichsstock. Und aus dem Landesprogramm Sportstättenförderung sind weitere Gelder zu erwarten.