Die Ittendorfer wünschen sich einen neuen Dorfplatz – und das seit mindestens drei Jahrzehnten. Dass dieser Wunsch nun bald in Erfüllung gehen kann, verspricht die Teilnahme am Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). Mit diesem Programm will die Landesregierung den ländlichen Raum stärken – wozu „einladende Plätze“ ebenso gehören wie „lebendige Ortskerne, Grünanlagen“, aber auch „zeitgemäße Wohnangebote“, wie es in den Vorgaben heißt.

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Der neue Dorfplatz wäre indes nur ein Element eines umfangreicheren Entwicklungskonzeptes für Markdorfs südlichen Teilort. Das zu entwerfen ist derzeit Aufgabe des Überlinger Stadt- und Umweltplanugsbüros Planstatt Senner. Dessen Inhaber Johann Senner stellte dem Ittendorfer Ortschaftsrat seinen Konzeptentwurf für den neuen Dorfplatz vor. Der Rat wiederum beschloss einstimmig, beim Land den Antrag auf Fördermittel aus dem ELR-Programm zu stellen. Wenn das Konzept mit seiner vorläufig geschätzten Kostensumme von rund 450.000 Euro nun auch die Zustimmung des Markdorfer Gemeinderates findet, könnte die Abgabefrist, die Ende des Monats endet, noch eingehalten werden.

Hinter der Lärmschutzwand schließt eine Pergola an, die den Blick auf die Dorfplatz-Wiese frei gibt.
Hinter der Lärmschutzwand schließt eine Pergola an, die den Blick auf die Dorfplatz-Wiese frei gibt. | Bild: Büro Planstatt Senner
Aus der Scheue neben dem Bürgerhaus soll eine „Kultur-Scheune“ werden – nach dem Umzug auf den westlichen Teil des ...
Aus der Scheue neben dem Bürgerhaus soll eine „Kultur-Scheune“ werden – nach dem Umzug auf den westlichen Teil des Geländes. | Bild: Jörg Büsche

Eine „Kultur-Scheune“ in der Dorfmitte

„Unser Ziel ist, mit relativ einfachen Mitteln ein hochwertiges dörfliches Zentrum zu etablieren“, erklärte Senner. Der Stadtplaner räumte ein, dass das Gelände für den neuen Dorfplatz im Süden des Ittendorfer Bürgerhauses auf den ersten Blick eher klein wirkt. Nicht zuletzt, weil dort derzeit noch eine Scheune in recht zentraler Position steht.

Cara Frey, Grettel Schaub und Johann Senner (von links) präsentieren im Ortschaftsrat ihr Dorfplatzkonzept für Ittendorf.
Cara Frey, Grettel Schaub und Johann Senner (von links) präsentieren im Ortschaftsrat ihr Dorfplatzkonzept für Ittendorf. | Bild: Jörg Büsche

Vorschlag der Überlinger Planer ist es nun, die Scheune nach Westen zu verschieben – ans Ende des künftigen Dorfplatzes. Das schaffe viel Freiraum auf der Wiesenfläche. Und das landwirtschaftliche Nutzgebäude soll zu einer „Kultur-Scheune“ umgebaut werden. Einer Stätte, in der die örtliche Blasmusik aufspielen, aber auch andere Konzerte oder andere Veranstaltungen stattfinden können. Dank ihrer soliden Balkenkonstruktion rechne sich der Erhalt und das Versetzen der Scheune. Sie neu aufzubauen, koste das Doppelte der für den Umzug veranschlagten 50.000 Euro.

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Neue Parkplätze für die Feuerwehr

Tischtennis, Boule, Kletterwand und einen Kinderspielplatz haben sich im vergangenen November die Teilnehmer einer Bürgerwerkstatt für ihren Dorfplatz gewünscht. Der von der Planstatt vorgelegte Konzeptentwurf berücksichtigt darüber hinaus, dass die Feuerwehr Parkplätze braucht, wenn die Feuerwehrkameraden zu ihren Einsatzfahrzeugen unterm Bürgerhaus gerufen werden. Solchen Parkraum plant das Büro zwischen der Bundesstraße und einer noch zu errichtenden Lärmschutzwand.

In diesem Bereich in der Ortsmitte ist eine Lärmschutzwand geplant.
In diesem Bereich in der Ortsmitte ist eine Lärmschutzwand geplant. | Bild: Jörg Büsche

Diskussionspunkt Lärmschutz

„Das Material schluckt die Geräusche“, versuchte Senner die Bedenken einer Bürgerin auszuräumen. Sie fürchtete, die Lärmschutzwand könnte den Autolärm zurück in Richtung der Wohnhäuser auf der anderen Straßenseite werfen. Mit den Anwohnern im Westen, den Nachbarn der künftigen Kultur-Scheune, solle man sich ins Benehmen setzen, schlug Senner vor: „Sie auf ein Viertele einladen.“ Ansonsten versicherte der Planer, dass Bäume und Büsche die bei Festen zu erwartende Geräuschkulisse dämpfen würden.