„Bei einer unserer letzten Entbuschungsaktionen zusammen mit den Rotariern“, so berichtet Naturschützer Franz Beer, sei auch Bürgermeister Georg Riedmann mit von der Partie gewesen und habe mit angepackt. Sie haben weggeschleppt, was die Motorsägen an Büschen abgeschnitten haben. Riedmann habe mit aufgetürmt, was immer noch als mächtige Geäst- und Buschwerk-Haufen am Wiesenrand auf seine Abfuhr wartet. Und außerdem habe sich der Bürgermeister recht begeistert gezeigt: von den Plänen der BUND-Ortsgruppe auf der von ihr schon seit langem gepachteten Fläche. Hier soll nämlich ein Feuchtgebiet entstehen.

Baggerführer Wilfried Lattner lässt sich von Franz Beer erläutern, wo er Erdreich abtrqagen soll.
Baggerführer Wilfried Lattner lässt sich von Franz Beer erläutern, wo er Erdreich abtrqagen soll. | Bild: Jörg Büsche

„Mit kleinen Mulden, mit einer Grabenausweitung“, sagt Franz Beer, während ein Bagger vom städtischen Bauamt durchs Siechenwiesen-Gelände kurvt. Fahrer Wilfried Lattner wühlt die Wurzelstöcke eben jene Sträucher und Büsche aus dem Erdreich, an denen sich vor wenigen Wochen die rund 20 BUND-Mitglieder, Rotarier und der Bürgermeister mit Sägen und Zangen zu schaffen gemacht hatten. Solch mühselige Handarbeit hat der Bagger nun ein Ende gemacht. Überdies schuf er die Löcher, in denen sich das Wasser fürs Feuchtgebiet in Zukunft sammelt. Und auf die Siechenwiesen geschickt habe das Raupenfahrzeug der Bürgermeister, wie Beer berichtet.

Die verhandenen Gräben auf den Siechenwiesen sollen teilweise aufgeweitet werden.
Die verhandenen Gräben auf den Siechenwiesen sollen teilweise aufgeweitet werden. | Bild: Jörg Büsche

Georg Riedmann hat damit beschleunigt, was sich die Markdorfer BUND-Mitglieder schon seit Jahren wünschen: die etwa einen Hektar große Riedgrasfläche im Markdorfer Westen ökologisch aufwerten. Sie liegt in direkter Nähe zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet Eisweiher. Und sie wird aufblühen, da Flora und Fauna künftig kaum noch im Schatten stehen.

„Vielleicht kommt der Bergmolch“, hofft Franz Beer. Gelbbauchunken wurden schon gesichtet. „Ganz erstaunlich ist, was auf solchen Wiesenflächen an Insekten, insbesondere an Heuschrecken, tummelt“, so der studierte Biologe. Nicht weniger überrascht sein dürften indes die Schmetterlingsfreunde – über die in Zukunft übers Gelände flatternde Schmetterlings-Vielfalt.

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Stadt übernimmt Kosten

Franz Beer lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt. Er hebt die gute Zusammenarbeit mit Jacqueline Leyers hervor, der für das Revitalisierungsprojekt zuständige Sachbearbeiterin im Bauamt. Beer betonte zudem, „dass die Stadt die Kosten übernommen hat“.

Auch für den Transport der ausgegrabenen Wurzelstöcke. Sie kommen aufs Eisweiher-Gelände, um dort, vor sich hin rottend, Pilzen, Flechten, Moosen, Insekten und anderem Getier als Nahrungsquelle beziehungsweise Lebensraum zu dienen.

Baggerführer Wilfried Lattner beim Anlegen von Mulden.
Baggerführer Wilfried Lattner beim Anlegen von Mulden. | Bild: Jörg Büsche