Dem Markdorfer Einzelhandel die Treue halten und diesen fördern – gerade und besonders in Corona-Zeiten. Das ist das Ansinnen der Markdorf-Marketing-Aktion „Markdorf stempelt – genießen und einkaufen, stempeln und gewinnen“. Einen Aufruf zum Auftakt hat‘s am 5. Juni im Stadtblättle gegeben – und einen weiteren in der jüngsten Ausgabe vom 12. Juni.

Oben die Liste der teilnehmenden Geschäfte der Aktionsgemeinschaft, unten die 15 Felder zum Sammeln der Stempel.
Oben die Liste der teilnehmenden Geschäfte der Aktionsgemeinschaft, unten die 15 Felder zum Sammeln der Stempel. | Bild: Ganter, Toni

Es kann schon ein Kreuz sein oder zum Kreuz werden, das mit den unüberschaubaren Online-Bestellmöglichkeiten, für prima Kunden sogar frei Haus: Mit zu vielen Rücksendungen, von denen ebenfalls viel zu viele auf den Müll wandern, weil die Wiedereingliederung in den Marktkreislauf angeblich zu teuer sei. Ein dreifaches Hoch auf die Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Bekenntnis zur heimischen Wirtschaft

So gesehen ist das mit dem „Markdorf stempelt“ eigentlich schon richtig und wichtig, als deutliches Signal und Bekenntnis zur heimischen Wirtschaft und den heimischen Geldkreislauf, sozusagen direkt vor der Haustür... Moment mal. Bei genauerem Blick auf die Konditionen dieser Aktion wird klar, dass da schon ein sportlicher Einkaufsmarathon an den Tag gelegt werden soll: Ab einem Einkaufswert von 20 Euro gibt‘s einen Stempel auf einem Sammelblatt. 15 Stempel braucht‘s. Und es sind 15 unterschiedliche Läden, Einzelhändler, Gastronomien und so weiter abzuklappern. Davon müssen zwölf ausgewählt werden, die Mitglied der Markdorfer Aktionsgemeinschaft sind, drei dürfen auch Nicht-Mitglieder sein. Der erhoffte Geldregen soll beim Ausgeben ja möglichst flächendeckend fallen.

Es gibt Preise zu gewinnen

Also mal nachgerechnet: 15 mal 20 Euro, das sind nach Adam Riese mindestens 300 Euro, die ausgegeben werden müssen, sofern man sich dazu entschieden hat, bei „Markdorf stempelt“ mitzumachen, damit der Sammelzettel in die Lostrommel kommt. Dafür gibt es laut Markdorf Marketing folgende Preise zu gewinnen. Als 1. Preis einen Einkaufsgutschein im Wert von 100 Euro. 2. Preis ist ein Einkaufsgutschein im Wert von 50 Euro, als 3. Preis einen Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro. Als 4. sowie 5. Preis gibt‘s Sachpreise im Wert von 25 sowie 15 Euro.

Ein regelrechter Einkaufsmarathon

Mindestens 300 Euro in 15 Geschäften auszugeben, das ist nicht gerade ein Pappenstiel, oder? Ach was, wer kann, der kann! Also wer das will und sich das auch leisten kann, die- oder derjenige sollte dann die Goldene Ehrennadel der Aktionsgemeinschaft für solch selbstlos vorbildliches Power-Shopping angeheftet bekommen.

Schade, dass das eigene Budget nicht grenzenlos ist

So wie ich meine Glücksquote kenne, werde ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass am Ende vom Geld noch viele Geschäfte übrig sind. Geschäfte, die man eigentlich auch unterstützen wollte... Man kann eben nicht jeden Tag rund um die Uhr alles haben. Vor allem dann nicht, wenn man lediglich über das Budget eines Normalsterblichen verfügt. Überhaupt stellt sich die Frage, ob ich als Mann für Shopping-Queen-ähnliche Missionen ausreichend qualifiziert bin.