Der Hinweis kam von der Nachbarin. Die erzählte Xuhua Sheng-Jötten, dass in der Bibliothek beim Bildungszentrum (BZM) Helfer gesucht werden. Sogenannte „Freizeiteltern“, die zum einen dafür sorgen, dass die Schüler von Schulverbund und Gymnasium in ihren Pausen oder nachmittags mit Tee und mit Spielen versorgt werden, zum anderen, dass die Jugendlichen und Kinder jederzeit in die Bibliothek können.

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47-Jährige geht gerne in Buchhandlungen und Büchereien

Xuhua Sheng-Jöttens beide Töchter gehen zwar nicht ins BZM, aber die 47-jährige Chinesin liebt Bücher. „Schon von Jugend auf“, erklärt sie, „und in Büchereien oder Buchhandlungen bin ich auch bei uns daheim immer schon sehr gerne gegangen.“ Von daher sei es für sie keine Frage gewesen, dass sie Kornelia Schaub, der Leiterin der BZM-Bibliothek, ihre freiwillige Mitarbeit anbot.

Kontakt mit anderen „Freizeiteltern“ und Schülern

„Mir gefällt, dass ich hier so vielen Menschen begegne“, erklärt Xuhua Sheng-Jötten. Da seien zunächst die Kollegen, die festangestellten Bibliothekarinnen, die jeden Tag da sind, aber auch die anderen Freizeiteltern, die sich mit ihren Diensten in der BZM-Bibliothek abwechseln.

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Außerdem sei da noch der tägliche Kontakt mit den Schülern. Die wendeten sich an die Mitarbeiter, wenn sie Hilfe bräuchten, beispielsweise bei der Suche nach Material für ihre Referate oder Hausaufgaben. Oder wenn sie einfach nur einen Lektüretipp möchten. Schon von daher sei ihr nie langweilig bei der Arbeit.

Lesen als wichtiges Element beim Erlernen von Fremdsprachen

Xuhua Sheng-Jötten hat in China Russisch studiert. Und Deutsch könne sie so gut, weil sie sich ernsthaft hineingekniet habe, erzählt sie. Das müsse man, wolle man eine Sprache lernen. Ohne Vokabeln gehe nichts. „Bücherlesen hilft sehr dabei“, sagt sie und lächelt.

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Welchen Stellenwert Bücher in ihrer Heimat China haben

Beim Stichwort Lesen macht die Bibliothekshelferin dann doch einen Ausflug in ihre alte Heimat: „In unseren großen Städten haben wir wunderbare Bibliotheken und richtig große Buchläden.“ Auf dem Land sehe das indes noch anders aus. Doch inzwischen tue sich viel auf dem chinesischen Buchmarkt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung sei auch die Lust an Gedrucktem gewachsen. „Die Menschen haben auch die nötige Muße fürs Lesen.“

Wo Interessierte chinesische Literatur finden können

Bei der letzten Frage muss Xuhua Sheng-Jötten lachen. „Nein, für eine eigene Abteilung mit chinesischer Literatur in unserer Bibliothek habe ich nicht gesorgt.“ Dafür sei die BZM-Bibliothek dann doch zu klein. Wer sich in die chinesische Literatur oder die chinesische Landeskunde hineinarbeiten wolle, der müsse die Büchereien in den größeren Städten ansteuern, weiß Xuhua Sheng-Jötten aus Erfahrung.