Der Gemeinderat hat bei seiner Sitzung beschlossen, die Planungskosten für eine Bahnunter- beziehungsweise -überführung an der Gutenbergstraße zu übernehmen. Dies auf Antrag der CDU-Fraktion hin. „Wir müssen an dieser Stelle den Druck erhöhen“, erklärte Martina Koners-Kannegießer, „allzu lange hat sich in dieser Sache nichts getan.“ Stadbauamtsleiter Michael Schlegel beteuerte, dass die Verwaltung bereits mit Hochdruck an der Sache arbeite.

Allein am Eisenbahn-Bundesamt und seinen langen Prüfverfahren komme keiner vorbei. Bürgermeister Georg Riedmannn berichtete, dass die Stadt – unabhängig zu ihren bisherigen Plänen – derzeit die Möglichkeit für eine provisorische Überführung prüft. "Das wäre aber abgetrennt von der gewünschten Dauerlösung", die den Ausbau eines zweiten Gleises berücksichtigen müsse, erklärte Riedmann. Eine solche Übergangslösung müsse indessen gleichfalls zunächst vom Eisenbahnbundesamt geprüft werden, erläuterte Michael Schlegel, "könnte dann aber viel viel schneller kommen als die endgültige Unterführung".

Den Druck auf die Bahn möchte die CDU erhöhen, damit sich die Situation am Übergang Gutenbergstraße schülergerecht lösen lässt.
Den Druck auf die Bahn möchte die CDU erhöhen, damit sich die Situation am Übergang Gutenbergstraße schülergerecht lösen lässt. | Bild: Jörg Büsche

Freie für Verkehrs-Gesamtkonzept

Dieses Vorgehen bezeichnete Dietmar Bitzenhofer, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, als „unnütze Geldausgabe“. Notwendig sei eine Lösung im Rahmen eines Gesamtkonzepts. SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Achilles sah das vom Bürgermeister angesprochene Provisorium zwar auch mit Skepsis, befürwortete indes, eine Unterführung zu planen. CDU-Stadträtin Kerstin Mock verwies auf die Schulkinder, deren Weg dringend sicherer gemacht werden müsse. Roland Hepting von der Umweltgruppe empfahl den Blick nach Salem. Dort gebe es eine Bahnunterführung. „Wir brauche das auch, um die Süd- mit der Nordstadt zu verbinden.“

Hepting erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Stadt vor einigen Jahren "300 bis 400 000 Euro Planungskosten für ein Unterführungsvorhaben in den Sand gesetzt hat". Der Rat stimmte bei zwei Gegenstimmen mehrheitlich für die Übernahme der Planungskosten für die Bahnunter- beziehungsweise-Überführung. Von den Freien Wähler lag der Antrag vor, zu beraten, ob die Stadt im Rahmen der kommunalen Daseinsfürsorge eine kommunale Wohnbaugesellschaft, „möglichst im Eigenbetrieb“, einrichten solle, um den Immobilienmarkt zu entspannen. In den Haushalt sollten 50 000 Euro für ein Prüfgutachten eingestellt werden. Uwe Achilles befürwortete das Anliegen. Und Bürgermeister Riedmann sah anbetrachts der Komplexität des Themas die Notwendigtkeit einer „grundsätzlichen Untersuchung“. Der Rat stimmte geschlossen dafür.

Die Umweltgruppe wünscht sich im Rahmen einer neuen Radwegekonzeption für die Stadt eine Neugestaltung der Einmündung Zeppelinstraße/B 33.
Die Umweltgruppe wünscht sich im Rahmen einer neuen Radwegekonzeption für die Stadt eine Neugestaltung der Einmündung Zeppelinstraße/B 33. | Bild: Jörg Büsche

Kein Geld für Ortsumfahrung

Gegen den von den Freien Wählern gestellten Antrag, schon jetzt Mittel für die geplante Ortsumfahrung Markdorfs in den Vermögenshaushalt einzustellen votierten zehn Räte; neun waren dafür, vier enthielten sich. Dietmar Bitzenhofer hatte vorgeschlagen, es dem Kreis gleichzutun. Unabhängig von der Abstimmung, stehe die Ortsumfahrung nicht zur Diskussion, so Bürgermeister Riedmann.

Laut den Wünschen der Umweltgruppe soll es künftig Querungshilfen an den Einmündungen zur Zeppelinstraße geben.
Laut den Wünschen der Umweltgruppe soll es künftig Querungshilfen an den Einmündungen zur Zeppelinstraße geben. | Bild: Jörg Büsche

Die Umweltgruppe beantragte, Geld fürs Erstellen eines Radwegekonzepts in der Stadt im Haushalt zu reservieren – über die bislang dafür vorgesehenen 30 000 Euro hinaus. Stadtkämmerer Michael Lissner hatte bereits zu Beginn der Beratung ausgeführt, dass dieser Betrag bereits auf 110 000 Euro aufgestockt worden sei. Umweltgruppen-Fraktionsvorsitzende Susanne Deiters Wälischmiller wünschte sich externe Experten fürs Radwegekonzept – etwa jene Kölner Planer, die auch das Konzept für den Kreis entwickelt haben. Schon vor dem Konzept ließe sich die Situation verbessern, etwa durch Querungshilfen bei den Gallusstraßen, weiterer Pläne bedürfe es entlang der Zeppelinstraße, hieß es im Umweltgruppenantrag, dem zugestimmt wurde.

Ihren Antrag, im Zuge der Leitungssanierung in Möggenweiler Leer-Rrohre für eine Fernwärmeversorgung des Ortsteils zu verlegen, zog die Umweltgruppe wieder zurück. Stadtbauamtsleiter Michael Schlegel hatte zuvor dargelegt, dass sich eine Fernwärmeversorgung in Möggenweiler nicht rechne.