Wie halten es die Geschäftsführer Markdorfer Lebensmittelläden, Discounter, Drogeriemärkte und anderer Unternehmen mit dem Kunststoff? Das war die Ausgangsfrage einer Aktion der hiesigen Ortsgruppe des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Mit einem dreiseitigen Erhebungsbogen hatten sich Fulco Rid und Michael Witt an die Geschäftsleute gewandt. „Was Sie Ihren Kunden anbieten, um den Plastikverbrauch zu reduzieren“ oder „Vermeiden Sie das Angebot von Artikeln, die Mikroplastik enthalten?“ galt es ebenso zu beantworten wie „Welches sind die Hintergründe/Randbedingungen, welche derzeit verhindern, Reduzierungsmaßnahmen zu ergreifen?“

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Discounterketten antworten nicht

Ein Grundanliegen war laut Michael Witt, herauszufinden, welche Erfahrungen die Unternehmen in Bezug auf Plastikverpackung mit ihren Kunden machen. „Insgesamt hat es uns schon angenehm überrascht, wie positiv die Einzelhändler auf unsere Umfrage reagiert haben“, fasst er zusammen. Gleich ob in der Parfümerie, im Drogeriemarkt oder am Tofustand auf dem Wochenmarkt – überall habe man Antworten erhalten. Nur einige große Discounterketten hätten nicht reagiert, bedauert Fulco Rid.

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Kunden versuchen, Plastiktüten zu vermeiden

Michael Witt erklärt, er habe den Eindruck, dass das Problem vielen schon bewusst sei. Beim Einkauf auf dem Wochenmarkt sehe man viele Kunden, die Schüsseln oder Schalen mitbringen, um Plastiktüten zu vermeiden. Fulco Rid ergänzt, dass es seitens des Gesundheitsamtes da auch keine Einwände gebe, solange der Händler die Sauberkeit des Behältnisses im Blick behalte und seine Auslage dadurch nicht verunreinigt werde.

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Verzicht auf Mikroplastik in Körperpflegeprodukten

Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit dem Wunsch nach Problemlösungen habe man das Gespräch gesucht, betonen die beiden BUND-Mitglieder. Im Naturkostladen ließen sie sich erklären, warum auf manche Kunststoffschicht immer noch nicht verzichtet werden kann. „Weil‘s nässt, durchfeuchtet, in Papier nicht hält“, gibt Michael Witt die Antwort wieder. Positiv gestimmt kehrten sie aus den Körperpflege-Abteilungen zurück: Dort übe man bereits bewussten Verzicht auf Mikroplastikpartikel in den Produkten. Die kämen schon gar nicht mehr ins Regal.

Erhöhtes Müllaufkommen im Umfeld von Fast-Food-Restaurants

Wenig erfreulich dagegen sei es um das Umfeld des Fast-Food-Restaurants im Gewerbegebiet Riedwiesen bestellt. Michael Witt, der in Leimbach wohnt, erzählt, er sammele auf seinem Weg in die Stadt mehrmals in der Woche ganze Einkaufstaschen voll mit Bechern, Tüten und anderem Verpackungsmüll. Auch in diesem Fall habe er das Gespräch gesucht. Getan habe sich aber noch nichts. Was wohl an den Kunden liege, die weiterhin achtlos ihren Müll ins Grüne werfen, mutmaßt Fulco Rid.

Räumt auf: Wenn Michael Witt von seiner Wohnung in Leimbach in die Innenstadt radelt, hat er stets eine Zange dabei, um Plastikmüll aufzusammeln.
Räumt auf: Wenn Michael Witt von seiner Wohnung in Leimbach in die Innenstadt radelt, hat er stets eine Zange dabei, um Plastikmüll aufzusammeln. | Bild: Jörg Büsche

Kleinteile lassen sich kaum noch aufsammeln

Hier schlägt Michael Witt mehr Aufklärung in den Schulen vor, außerdem häufigere Einsätze der Straßenreinigung. „Und wenn der Plastikmüll beim Mähen einfach mit zerschreddert wird, dann ist es vorbei mit dem Aufsammeln“, mahnt Witt, der erzählt, dass er das schon oftmals beobachtet habe. Und dann seien die einzelnen Stücke bereits auf dem Weg, zum Mikroplastik zu werden.