Die Freude ist ihr anzusehen. Endlich kann Heidi Knoblauch ihren Kunden auf dem Wochenmarkt wieder Bodensee-Felchen anbieten. Der beliebte Süßwasserfisch aus der Familie der Lachsfische wird vor allem in den Monaten zwischen Januar und Oktober gefangen. „Ich selber ess‘ ihn auch furchtbar gerne", erzählt die Fischhändlerin, die gemeinsam mit ihrem Mann, Stefan Knoblauch in Unteruhldingen ein Ladengeschäft mit angeschlossenem Bistro betreibt.

„Der Fischfang hat in unserer Familie Tradition“, sagt Heidi Knoblauch und reicht einen Prospekt über die Theke, in dem die harte Arbeit auf dem See beschrieben wird. Hinaus geht es jeden Morgen eine Stunde vor Sonnenaufgang – auch im Sommer, wenn die Tage deutlich früher beginnen als in diesen Winterwochen. Allzu viele Fischereibetriebe gibt es nicht mehr am Bodensee. Inzwischen sind es nur noch rund 170. Für die Fischer gehört der Felchen dem Kretzer zu den Brotfischen.

Der Felchen sei besonders zart, erklärt Heidi Knoblauch. „Ich esse ihn am liebsten in der Pfanne, angebraten – mit Salz und Pfeffer – jede Seite zwei Minuten.“ Bodensee-Felchen sei ausgesprochen vielseitig. Er schmeckt gebraten, aber auch gekocht oder geräuchert. Er eignet sich zum Gemüsesalat ebenso wie zum Auflauf.

So einig sich die Felchen-Freunde über dessen Wohlgeschmack sind, so sehr streiten sich die Wissenschaftler über die Frage, warum die Bodensee-Felchen-Bestände rückläufig sind. Die einen sagen, es liege am saubereren Wasser. Weniger Abwasser heißt weniger Plankton und Algen im Wasser, damit aber auch weniger Nahrung für den beliebten Speisefisch. Die anderen argumentieren dagegen mit den immer engmaschiger und größer gewordenen Netzen.

Gleichwie, bei ihren Markdorfer Wochenmarkt-Kunden sei der Bodensee-Felchen sehr beliebt. Was Heidi Knoblauch an den Markdorfern schätzt: „Sie sind sehr offen, bereit, sich etwas empfehlen zu lassen.“ Und sie fragen von sich aus nach Rezept-Vorschlägen. Insgesamt äßen sie gerne Süßwasser-Fische. Meeresfische rangierten weit dahinter.