Ungarn, Kroaten, Syrer, Rumänen und Albaner sind an einem Tisch versammelt: In Gestalt von Kindern und kulinarischen Köstlichkeiten, die beim Weihnachtsmarkt des Bildungszentrums Markdorf (BZM) angeboten werden: Jeder Schüler aus der Vorbereitungsklasse hat aus seinem Land eine Spezialität mitgebracht, die Mütter, Tanten und manchmal die ganze Familie gekocht und gebacken haben.

Nikola Löffler, Klassenlehrerin: „Unser internationales Buffet kommt immer super an. Es ist toll, wie interessiert die Leute sind. Das macht die Kinder stolz.“
Nikola Löffler, Klassenlehrerin: „Unser internationales Buffet kommt immer super an. Es ist toll, wie interessiert die Leute sind. Das macht die Kinder stolz.“ | Bild: Christiane Keutner

Gemeinsamkeit ist auch im Untergeschoss angesagt, das als Essens- und Getränkemeile, neben den Koch-Ständen am Eingang, ausgewiesen ist. Dort arbeiten die Schüler Hand in Hand, um Zutaten zu erklären, Plätzchen einzutüten oder um Waffeln zu backen.

Mit der Teigmaschine vom Bermatinger „Theo´s“ und mit einem Ofen von Bekannten geht Lisa Pflug (links) und Tabea Sailer die Zubereitung von Flammkuchen leicht von den Händen.
Mit der Teigmaschine vom Bermatinger „Theo´s“ und mit einem Ofen von Bekannten geht Lisa Pflug (links) und Tabea Sailer die Zubereitung von Flammkuchen leicht von den Händen. | Bild: Christiane Keutner

Emsiges Treiben auch im Obergeschoss. Jeder Besucher hat Zeit, sich an den Ständen umzuschauen – weil der Andrang so groß ist, kommt der Menschenfluss mitunter ohnehin nur gemächlich voran.

Heftiger Andrang beim Weihnachtsmarkt des BZM. Was Wunder, denn die mannigfaltigen Basteleien und Leckereien ziehen nicht nur Eltern an...
Heftiger Andrang beim Weihnachtsmarkt des BZM. Was Wunder, denn die mannigfaltigen Basteleien und Leckereien ziehen nicht nur Eltern an... | Bild: Christiane Keutner

Es gibt so viel Unglaubliches zu entdecken und zu bestaunen. Die Schüler sind äußerst kreativ, haben eigene Bastelideen realisiert oder sich von ihren Klassenlehrern inspirieren lassen.

Mit Charme haben (von links) Samira, Youcha und Daniel die selbstgebastelten plüschigen Rentiere und Kork-Engel angeboten. Mit Materialsammeln, Kleben, Bohren und Nähen haben sie etwa eine Stunde pro Tier benötigt.
Mit Charme haben (von links) Samira, Youcha und Daniel die selbstgebastelten plüschigen Rentiere und Kork-Engel angeboten. Mit Materialsammeln, Kleben, Bohren und Nähen haben sie etwa eine Stunde pro Tier benötigt. | Bild: Christiane Keutner

Die niedlichen Rentiere aus Holzästen und Plüsch sind so schnell vergriffen, dass noch welche hergestellt werden. Tannenbäume in Weidengeflecht, mit Rinde oder Papier, mit Mini-Lichterketten geschmückt, ziehen die Blicke auf sich, ebenso buntes Badesalz, Teelichthalter, Adventskränze, Korken-Engel, Wäschesäckchen, Kirschkernkissen, Girlanden aus Notenpapieren, gepimpte Glücks-Hufeisen, Plätzchen, Marmeladen und vieles mehr.

Buntes Badesalz, Plätzchen und vieles mehr preisen diese Jungs an (von links): Anid, Louis, Denis, Frederic, Philipp, Niko und Nico.
Buntes Badesalz, Plätzchen und vieles mehr preisen diese Jungs an (von links): Anid, Louis, Denis, Frederic, Philipp, Niko und Nico. | Bild: Christiane Keutner

Lisa Schön und Alina Senft aus Oberteuringen haben zuhause Mini-Donuts gebacken, bunt verziert und hübsch verpackt. „Das kommt bei der Jugend gut an“, meint Alina. Das Sprichwort „viele Köche verderben den Brei“ wird bei der Koproduktion des Chili con Carne ins Gegenteil verkehrt. Diverse Haushalte haben es gekocht und dann gemixt: „Super, perfekt“, schwärmt Stefan Berger, der aus Deggenhausertal ins BZM gekommen ist.

Die Mini-Donuts sehen hübsch aus und schmecken lecker.
Die Mini-Donuts sehen hübsch aus und schmecken lecker. | Bild: Christiane Keutner

Die Kooperation geht weiter: Weil die Neuntklässler fürs Essen zuständig sind, verkaufen sie für die 8 c das Chili, während die Achtklässler die Adventskränze für die 9 b verkaufen. Die Teelichthalter aus Baumstämmchen und die Tannenzapfenbäume haben sie in ihrer Freizeit gebastelt. Umlagert ist auch die einst von Eltern gebaute Keksbar: Innerhalb einer Stunde sind die Plätzchen fast ausverkauft. „Das kommt sehr gut an, sie werden ja auch lecker präsentiert“, sagt Lehrer Richard Uhl.

Aus im Wald gesammelten Rinden sind neue Bäume entstanden. Naemi (links) und Lonie bieten sie an.
Aus im Wald gesammelten Rinden sind neue Bäume entstanden. Naemi (links) und Lonie bieten sie an. | Bild: Christiane Keutner

Ausschließlich für einen guten Zweck arbeiten die elfjährigen Camille Hagel und Lia Hoffmann: „Das sind Fairtrade-Waren, ohne Kinderarbeit, vom Eine-Welt-Laden, und die Arbeiter werden fair bezahlt“, erklärt Camille. Religionslehrerin Ursula Baur braucht nicht lange um Mithilfe zu bitten: „Die Kinder sind immer total begeistert.“

Mit ihren Liedern verbreiten (von inks) Catalina, Ana Sofia und Ida eine besondere Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt des BZM. Das finden auch Lehrer Stefan Ferguson, Ilayda Ducus und Philipp Heimle.
Mit ihren Liedern verbreiten (von inks) Catalina, Ana Sofia und Ida eine besondere Stimmung auf dem Weihnachtsmarkt des BZM. Das finden auch Lehrer Stefan Ferguson, Ilayda Ducus und Philipp Heimle. | Bild: Christiane Keutner

Plötzlich ertönen weihnachtliche Weisen. Catalina, Ida und Ana Sofia singen gegen Spenden für die unterstützten Projekte. Das kommt gut an und verbreitet zusätzlich eine schöne Stimmung.

Schüler Konrad Graban Szostak: „Verkaufen macht Spaß, aber nach einer Weile ist es auch ein bissle langweilig.“
Schüler Konrad Graban Szostak: „Verkaufen macht Spaß, aber nach einer Weile ist es auch ein bissle langweilig.“ | Bild: Christiane Keutner

Spaß macht das Ganze auch Konrad Graban Szostak, der die Vorbeiziehenden direkt anspricht: „Verkaufen macht Spaß, aber nach einer Weile ist es ein bissle langweilig“, meint er. Während des Mini-Interviews knieenderweise stellt Leonardo Lleshdedaj (13) der Reporterin einen Stuhl hin.

Das Päuschen auf der Treppe haben sich die Akteure verdient. Sie bewältigen den Ansturm an den Ständen souverän.
Das Päuschen auf der Treppe haben sich die Akteure verdient. Sie bewältigen den Ansturm an den Ständen souverän. | Bild: Christiane Keutner

Trotz des Riesengewusels verläuft alles friedlich, sodass die Ordnertruppe aus Schülern nie eingreifen muss.

Die „weinseligen“ Engel aus Flaschenkorken zaubern so manchem Besucher ein Lächeln ins Gesicht.
Die „weinseligen“ Engel aus Flaschenkorken zaubern so manchem Besucher ein Lächeln ins Gesicht. | Bild: Christiane Keutner

Ein Drittel des Erlöses wird gespendet

Ein Drittel der Erlöse des Weihnachtsmarkts geht an einen sozialen Zweck, der Rest wandert in die Klassenkassen zur Finanzierung von Klassenfahrten und Aufenthalten in Landschulheimen.

  • Seit Jahren unterstützt das Bildungszentrum Markdorf die Arbeit der Fundacion Pueblo in Bolivien durch Spenden ihres Weihnachtsbasars. Dafür können zehn Schüler werktags in Gastfamilien leben; von dort haben sie einen kurzen Weg in die Schule, beziehungsweise überhaupt einen Zugang zur Bildungseinrichtung.
  • Unterstützt wird auch ein Fußballprojekt in Swakopmund, wo benachteiligte Kinder zweimal wöchentlich trainiert werden. Das hat auch weitere soziale Auswirkungen wie Völkerverständigung durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen, Förderung von Selbstbewusstsein und Gemeinsinn.
  • Die Tierschutzorganisation Peta sowie eine Schule in Bangladesh/Indien, die den Unterricht auf Kinder sozial benachteiligter Familien abstimmt, sind ebenfalls im Fokus des BZM und werden mit diversen Aktionen unterstützt.

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